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| Unter Kronenschnitt (oder Formschnitt) versteht man den direkten Eingriff, um die Form von sehr jungen Bäumen (d.h. in direkt erreichbarer Höhe) zu verbessern im Sinne der Bildung einer durchgehenden Achse (Hubert und Courraud, 1987)
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| [[Referenz::Hubert und Courraud;1987;Hubert, M., Courraud, R., 1987: Elagage et taille de formation des arbres forestiers. Inst. p. le dévelop. forest., Paris, 292 S.| ]]<ref>Hubert, M., Courraud, R., 1987: Elagage et taille de formation des arbres forestiers. Inst. p. le dévelop. forest., Paris, 292 S.</ref>. | | | width="25%" align="center"| |
| Dies geschieht durch die Entfernung von Zwieseln, durch die Korrektur von Fehlern an der Baumspitze (besonders am Endtrieb) oder durch die Entfernung von grossen, zu dominanten Seitenästen, deren Durchmesser 2,5 cm übersteigt. Der Kronenschnitt ist verwandt mit Techniken der Baumgärtnerei. Im Waldbau wird er hauptsächlich in der frühen Dickungsstufe, mit der Absicht, die Entwicklung einer durchgehenden Achse zu begünstigen, durchgeführt. Da solche Eingriffe hauptsächlich aus der Entfernung von dominanten Zwieseln bestehen, spricht man in diesem Zusammenhang oft auch von '''Entzwieselung'''.
| | '''Deutsch: '''[[hatDeutsch::Kronenschnitt]] |
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| | '''Français: '''[[hatFrancais::Taille de forme]] |
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| | '''Italiano: '''[[hatItaliano::Correzione della chioma]] |
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| | '''English: '''[[hatEnglish::Crown correction]] |
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| Über die Zweckmässigkeit solcher Eingriffe gehen die Meinungen auseinander. Bei Baumarten, bei welcher die Zwieseltendenzen erblich bedingt sind ([[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]] z.B.) resultiert aus dem Kronenschnitt die virtuelle Verbesserung der Form, aber nicht des Genotyps. In diesem Sinne ist ein solcher Eingriff grundsätzlich abzulehnen (Schädelin, 1934)
| | [[Category: Kronenschnitt]] |
| [[Referenz::Schädelin;1934;Schädelin, W., 1934: Die Durchforstung als Auslese- und Veredlungsbetrieb höchster Wertleistung. Haupt, Bern & Leipzig, 96 S.| ]]<ref>Schädelin, W., 1934: Die Durchforstung als Auslese- und Veredlungsbetrieb höchster Wertleistung. Haupt, Bern & Leipzig, 96 S.</ref>,
| | [[Category: Zwieselbildung]] |
| ausser für ganz spezielle Fälle, wo extrem wenige brauchbare Kandidaten vorhanden sind. Die Entzwieselung (bzw. Entgabelung), bei welcher der kürzere Ast unmittelbar am Stamm entfernt wird, kann vor allem bei [[Baumart::Esche]], [[Baumart::Linde]] und [[Baumart::Ulme]], die zum Teil äusserst ausgiebig verzwieseln, als allenfalls gerechtfertigte Massnahme bezeichnet werden.
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| Im Falle von Pflanzungen mit weiten Pflanzabständen wird der Kronenschnitt angebracht, insbesondere bei Baumarten, welche dazu tendieren dicke, kräftige Äste zu bilden, namentlich beim Kirschbaum im Sinne einer vorgezogenen Wertastung. Diese Eingriffsart darf aber nicht mit einer Vorastung um die Bewegungsfreiheit in einer Dickung zu gewährleisten, verwechselt werden, wie sie vor allem in Nadelholzdickungen ausgeführt wird. Bei einer solchen Vorastung werden die Bäume nicht gezielt individuell, sondern eher systematisch oder gar schematisch (z.B. alle Bäume oder je 2 Pflanzreihen) bis auf eine Höhe von 2 bis 2,5 m aufgeastet. Für eine Auswahl der Elitebäume ist es zu diesem Zeitpunkt i.d.R. noch zu früh. Aus heutiger Sicht der hohen Arbeitskosten ist eine solche Massnahme ohnehin nicht mehr zu rechtfertigen.
| | {{#ask: [[hatPflegemassnahme::Kronenschnitt]]|format=table|mainlabel=Relevante Seiten}} |
| Der Kronenschnitt kommt systematisch zur Anwendung in einer speziellen Form individueller Wertholzerziehung in Hecken, entlang von Flurwegen oder Gewässern, wie sie in gewissen Regionen Frankreichs (z.B. Picardie) zur Anwendung kommt, insbesondere als winterliche Beschäftigung in landwirtschaftlichen Betrieben unter der Bezeichnung des '''baumweisen Waldbaus''' (sylviculture d’arbres). Es geht dabei darum, mit intensiver Pflege praktisch einzeln stehende Werthölzer ([[Baumart::Nussbaum]], [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Esche]], [[Baumart::Roteiche]] u.a.m.) auf einer minimalsten vom Boden erreichbaren Stammhöhe von 3 bis maximal 4 m regelrecht mit der Schere(allenfalls gestielte Flachschere) auszuschaffen und nachher praktisch allein wachsen zu lassen.
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| Der Kronenschnitt erfolgt im allgemeinen mit gestielten oder ungestielten Baumscheren mit einer flachen Schneide. Die Abtrennung der Äste bzw. der Kronenteile soll direkt am Astansatz, d.h. unmittelbar am Stamm erfolgen. Um eine rasche und günstige Überwallung zu ermöglichen, muss darauf geachtet werden, dass die Rinde vorsichtig angeschnitten wird. Bei den Laubbäumen wird der Eingriff vorzugsweise zwischen Ende Juli und Anfang August ausgeführt, da zu diesem Zeitpunkt das Risiko der nachträglichen Bildung von Wasserreisern am wenigsten hoch ist (Wignall et al. 1987)
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| [[Referenz::Wignall et al.;1987;Wignall, T.A., Browning, G., Mackenzie, K.A.D., 1987: The physiology of epicormic bud emergence in pedunculate oak (Quercus robur L.); Response to partial notch girdling in thinned and unthinned stands. Forestry 60, 1: 45-56.| ]]<ref>Wignall, T.A., Browning, G., Mackenzie, K.A.D., 1987: The physiology of epicormic bud emergence in pedunculate oak (Quercus robur L.); Response to partial notch girdling in thinned and unthinned stands. Forestry 60, 1: 45-56.</ref>.
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| Er kann aber auch zu anderen Jahreszeiten erfolgen. Zeitpunkte, in denen die proleptischen Triebe gebildet werden, die Periode, in der der Saft aufsteigt sowie Frostperioden sind dabei aber zu meiden. Gipfeltriebe, die zufällig bzw. aufgrund exogener Einflüsse beschädigt wurden, sind bis auf die Höhe eines Ersatzastes oder oberhalb einer kräftigen, gut entwickelten Achselknospe (Seitenknospe) zurückzuschneiden. Dicke und schwere Seitenäste sind in zwei Schnitten zu entfernen: Um ein Aufreissen der Rinde am Stamm zu vermeiden, wird der Ast zuerst in einem Abstand von 30 - 40 cm vomStamm abgetrennt. Anschliessend wird der noch verbleibende Aststummel an seinem Ansatz sauber abgeschnitten.
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| Beim Schneiden von Bäumen besteht auch eine gewisse Infektionsgefahr. Diese bezieht sich namentlich auf Krankheiten wie den Bakterien-Krebs der Pappel (Xanthomonas populi Ridé & Ridé), den [[Baumart::Esche|Eschenkrebs]] (''Pseudomonas syringae subsp. savastonoi pv. fraxini Janse''), den [[Baumart::Buche|Buchenkrebs]] (''Nectria ditissima Tul.'') oder auch die Phomopsis-Krankheit der [[Baumart::Douglasie]] (''Phomopsis pseudotsugae Wilson''). Es ist deshalb empfehlenswert, die Werkzeuge regelmässig zu desinfizieren, was z.B. mit Alkohol erfolgen kann. Bei gravierendem Befall ist das befallene Astmaterial zu verbrennen.
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| Ein ähnlicher Eingriff, der jedoch nicht einen erzieherischen, sondern einen phytosanitären Charakter aufweist, ist die Entfernung von Ästen, welche erste Anzeichen eines Krebsbefalles aufweisen (z.B. in Form von kugelförmigen Anschwellungen). Dies ist besonders beim [[Baumart::Lärche|Lärchenkrebs]] (''Lachnellula willkommii Dennis'') und beim Hexenbesen bzw. Astkrebs des [[Baumart::Tanne|Tannenkrebses]] (''Melampsorella caryophyllacearum Schroeter'') von praktischer Bedeutung.
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| ==Referenzen== | |
| <references/>
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| [[Category:Die Nutzungsprinzipien]]
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| [[Category:Die Pflegeeffekte]]
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| [[Category:Die Erziehung]]
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| [[Category:Baum]]
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