5.2 Die Durchforstung: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 19. Januar 2015, 15:20 Uhr
Mit dem Begriff Durchforstung verstehen wir waldbaulich angeordnete Baumentnahmen, um die Bestände in der gewünschten Richtung zu steuern. Die Bezeichnung Durchforstung gilt streng genommen für Eingriffe ab der Stangenholzstufe. Sie schliesst die Eingriffe zur Walderneuerung aus, welche wir semantisch in die Gruppe der Verjüngungshiebe einordnen. Gegenüber den in früheren Stadien notwendigen Stammzahlreduktionen (z.B. bei Dickungspflege) liegt der Unterschied in der Bedeutung des entnommenen Materials und selbstverständlich in der Art der Nutzung.
Wie Delvaux (1981) <ref>Delvaux, J., 1981: Différenciation sociale. Schweiz. Z. Forstwes. 132, 9: 733-749.</ref> sehr richtig formuliert, bringt die Auslese nur dann wirklich den erwünschten nützlichen Effekt, wenn dadurch gleichzeitig die Produktion begünstigt wird, indem der Zuwachs möglichst effizient auf die dafür ausgewählten Bäume übertragen wird. Durchforstungseingriffe führen zur Verlagerung des Holzzuwachses auf die übrigbleibenden wenigen Bäume. Ob dabei bezüglich Gesamtzuwachs die Kompensation vollständig ist, bleibt zu analysieren. Sie hängt von der Anzahl der eliminierten Bäume sowie von der Art und der Stärke des Eingriffes ab. In modernen Pflegekonzepten dienen allerdings Baumentnahmen nicht allein der Wuchsförderung, sie streben darüber hinaus eine möglichst optimale Wirkung durch den Ausleseeffekt sowie günstige Einflusse auf das Ökosystem an. Interessant ist, ob dadurch schlussendlich eine Steigerung der Wertleistung erfolgt.
Bei der Beurteilung der Auswirkungen von Durchforstungseingriffen geht es nicht nur darum, die unmittelbaren, kurzfristigen Effekte von verschiedenen Durchforstungsarten und Durchforstungsstärken miteinander zu vergleichen, sondern auch darum, die unterschiedliche Reaktion von Beständen von unterschiedlicher Entwicklungsstufe zu berücksichtigen. Um nun einen Bestand optimal behandeln zu können, müssen aber noch weitere wichtige Aspekte, wie etwa die standörtlichen Bedingungen (Ertragsniveau, Bonität), die bisherige bzw. frühere waldbauliche Behandlung und der Gesundheitszustand der Bestockung berücksichtigt werden.
Auch sehen
- Art, Grad und Stärke der Durchforstung
- Geschichtliche Entwicklung der Durchforstung
- Wirkung der Baumentnahmen
- Wirkung auf Bestandeszuwachs
- Wirkung der Durchforstungen auf Stabilität
Referenzen
<references/>