2.2.4 Konsequenzen der sozialer Umsetzungen für den Waldbau: Unterschied zwischen den Versionen

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Für die Waldbehandlung stellt sich die Frage: Wann und inwieweit sind qualitativ gut veranlagte,
Für die Waldbehandlung stellt sich die Frage: Wann und inwieweit sind qualitativ gut veranlagte,
nicht herrschende, sogar beherrschte Individuen, förderungswürdig? Von der Freistellungsbedürftigkeit
nicht herrschende, sogar [[hatSoziale Stellung nach Kraft::Beherrscht|beherrschte]] Individuen, förderungswürdig? Von der Freistellungsbedürftigkeit
her betrachtet, leuchtet es ein, dass je tiefer die [[Soziale Stellung nach Kraft|soziale Stellung]], desto kräftiger
her betrachtet, leuchtet es ein, dass je tiefer die [[Soziale Stellung nach Kraft|soziale Stellung]], desto kräftiger
die Befreiungsmassnahme sein muss. Wenn man zu viele soziale Minderwertige auswählt,
die Befreiungsmassnahme sein muss. Wenn man zu viele soziale Minderwertige auswählt,
muss man kräftiger und öfter mit Durchforstungen eingreifen. Dabei bestehen immer grössere
muss man kräftiger und öfter mit [[hatPflegemassnahme::Durchforstung|Durchforstungen]] eingreifen. Dabei bestehen immer grössere
Chancen, eine Destabilisierung der Bestockung zu verursachen. Das Ganze muss in
Chancen, eine Destabilisierung der Bestockung zu verursachen. Das Ganze muss in
Zusammenhang mit der Anzahl Zukunftsbäume betrachtet werden, insbesondere bei der ersten
Zusammenhang mit der Anzahl Zukunftsbäume betrachtet werden, insbesondere bei der ersten
Auslese. Je nachdem, ob man Z-Bäume im Endabstand oder ein Mehrfaches davon wählt bzw.
Auslese. Je nachdem, ob man [[Z-Baum|Z-Bäume]] im [[Mittlerer Endabstand|Endabstand]] oder ein Mehrfaches davon wählt bzw.
bevorzugt, hat dies ganz andere Konsequenzen auf die Kronendachöffnung und somit auf die
bevorzugt, hat dies ganz andere Konsequenzen auf die Kronendachöffnung und somit auf die
Stabilität.
Stabilität.


Weil in der [[Entwicklungsstufe::Dickung|Dickungsstufe]] die einzelnen Bäume durchaus noch in der Lage sind, ihre [[Soziale Stellung nach Kraft|soziale Stellung]] zu verändern und somit mitherrschende noch alle Chancen besitzen, und weil kein
Weil in der [[hatEntwicklungsstufe::Dickung|Dickungsstufe]] die einzelnen Bäume durchaus noch in der Lage sind, ihre [[Soziale Stellung nach Kraft|soziale Stellung]] zu verändern und somit [[hatSoziale Stellung nach Kraft::Mitherrschend|mitherrschende]] noch alle Chancen besitzen, und weil kein
absoluter Zusammenhang besteht zwischen sozialem Rang und Qualität, sind die guten
absoluter Zusammenhang besteht zwischen sozialem Rang und Qualität, sind die guten
Anwärter früh auszuwählen und zu fördern, so dass sie sich in [[Wettbewerb|Konkurrenz]] mit ihren Nachbarn
Anwärter früh auszuwählen und zu fördern, so dass sie sich in [[Wettbewerb|Konkurrenz]] mit ihren Nachbarn
behaupten können. Dies gilt besonders für Mischbestände und für die konkurrenzschwachen
behaupten können. Dies gilt besonders für Mischbestände und für die konkurrenzschwachen
Baumarten sowie in einem gewissen Sinne für Lichtbaumarten.
Baumarten sowie in einem gewissen Sinne für [[hatSchattentoleranz::Lichtbaumart|Lichtbaumarten]].


Ab Baumholzalter sind die Aussichten für die Förderung von sozial Minderwertigen, auch
Ab [[hatEntwicklungsstufe::Baumholz|Baumholzalter]] sind die Aussichten für die Förderung von sozial Minderwertigen, auch
denjenigen mit weniger Rückstand, nicht sinnvoll. Erfahrungen mit Durchforstungsarten, welche
denjenigen mit weniger Rückstand, nicht sinnvoll. Erfahrungen mit [[Durchforstungsart|Durchforstungsarten]], welche
systematisch die sozial niedrigeren Bäume fördern, wie dies mit der sog. Borggreve-
systematisch die sozial niedrigeren Bäume fördern, wie dies mit der sog. [[hatDurchforstungsart::Plenterdurchforstung nach Borggreve |Borggreve-Durchforstung]] (in N-Deutschland auch verwirrenderweise [[hatDurchforstungsart::Plenterdurchforstung|Plenterdurchforstung]] genannt)
Durchforstung (in N-Deutschland auch verwirrenderweise Plenterdurchforstung genannt)
zeigten erhebliche Zuwachseinbussen im Bereich von 30 %. Die systematische Förderung von
zeigten erhebliche Zuwachseinbussen im Bereich von 30 %. Die systematische Förderung von
sozialen niederwertigen Individuen (ausser im Jungalter der [[Entwicklungsstufe::Dickung|Dickung]]- Stangenholzstufe) ist also
sozialen niederwertigen Individuen (ausser im Jungalter der [[hatEntwicklungsstufe::Dickung|Dickung]]- [[hatEntwicklungsstufe::Stangenholz|Stangenholzstufe]]) ist also
nicht anzustreben. Viel effizienter ist es, den guten Kompromiss zwischen Wuchskraft und den
nicht anzustreben. Viel effizienter ist es, den guten Kompromiss zwischen Wuchskraft und den
gewünschten Qualitätseigenschaften zu finden. Dabei wird die Eigenschaft der Wuchskraft mit
gewünschten [[Stammqualität|Qualitätseigenschaften]] zu finden. Dabei wird die Eigenschaft der Wuchskraft mit
zunehmendem [[Alter]] immer wichtiger.
zunehmendem [[Bestandesalter|Alter]] immer wichtiger.


Wir haben schon darauf hingewiesen, dass eine effiziente Waldbehandlung im Sinne der
Wir haben schon darauf hingewiesen, dass eine effiziente Waldbehandlung im Sinne der
optimalen naturopportunen Eingriffdosierung, in Relation mit den Pflegekosten, heute sogar
optimalen naturopportunen Eingriffdosierung, in Relation mit den Pflegekosten, heute sogar
innerhalb der Klasse der Herrschenden differenziert stattfinden muss. Es gibt bei der Gruppe
innerhalb der Klasse der [[hatSoziale Stellung nach Kraft::Herrschend|Herrschenden]] differenziert stattfinden muss. Es gibt bei der Gruppe der [[hatSoziale Stellung nach Kraft::Herrschend|Herrschenden]] übervitale Bäume, die eine hohe Fähigkeit zur sozialen Herrschung
der Herrschenden übervitale Bäume, die eine hohe Fähigkeit zur sozialen Herrschung
aufweisen, daneben weniger vitale. Wie schon Preuhsler et al, 1989[[Referenz::Preuhsler et al.;1989;Preuhsler, T., Schmidt, R., 1989: Beobachtungen auf einem spät durchforsteten Fichten-Versuch. Forstwiss. Cbl. 108: 271-288.| ]]<ref>Preuhsler, T., Schmidt, R., 1989: Beobachtungen auf einem spät durchforsteten [[hatBaumart::Fichte|Fichten]]-Versuch. Forstwiss. Cbl. 108: 271-288.</ref> an 50- und 60 jährigen [[hatBaumart::Fichte|Fichtenbestockungen]] gezeigt haben, gibt es eine rege [[Umsetzung|soziale Umsetzung]] im unteren Teil der Klasse der [[hatSoziale Stellung nach Kraft::Herrschend|Herrschenden]]. Von den 200 bis 100 stärksten Bäume/ha steigen etwa 20 % zur oberen Klasse der 0 bis 100 auf. Eine effiziente [[hatPflegemassnahme::Durchforstung|Durchforstung]] wird nur die auf Eingriffe reagierenden befreien und diejenigen, die sich selbst durchsetzen, die Übervitalen weniger.
aufweisen, daneben weniger vitale. Wie schon Preuhsler et al, 1989[[Referenz::Preuhsler et al.;1989;Preuhsler, T., Schmidt, R., 1989: Beobachtungen auf einem spät durchforsteten Fichten-Versuch. Forstwiss. Cbl. 108: 271-288.| ]]<ref>Preuhsler, T., Schmidt, R., 1989: Beobachtungen auf einem spät durchforsteten Fichten-Versuch. Forstwiss. Cbl. 108: 271-288.</ref> an 50- und 60 jährigen [[Baumart::Fichte|Fichtenbestockungen]] gezeigt haben, gibt es eine rege [[Umsetzung|soziale Umsetzung]] im unteren Teil der Klasse der Herrschenden. Von den 200 bis 100 stärksten Bäume/ha steigen etwa 20 % zur oberen Klasse der 0 bis 100 auf. Eine effiziente Durchforstung wird nur die auf Eingriffe reagierenden befreien und diejenigen, die sich selbst durchsetzen, die Übervitalen weniger.


==Referenzen==
==Referenzen==
<references/>
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2017, 16:12 Uhr

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Für die Waldbehandlung stellt sich die Frage: Wann und inwieweit sind qualitativ gut veranlagte, nicht herrschende, sogar beherrschte Individuen, förderungswürdig? Von der Freistellungsbedürftigkeit her betrachtet, leuchtet es ein, dass je tiefer die soziale Stellung, desto kräftiger die Befreiungsmassnahme sein muss. Wenn man zu viele soziale Minderwertige auswählt, muss man kräftiger und öfter mit Durchforstungen eingreifen. Dabei bestehen immer grössere Chancen, eine Destabilisierung der Bestockung zu verursachen. Das Ganze muss in Zusammenhang mit der Anzahl Zukunftsbäume betrachtet werden, insbesondere bei der ersten Auslese. Je nachdem, ob man Z-Bäume im Endabstand oder ein Mehrfaches davon wählt bzw. bevorzugt, hat dies ganz andere Konsequenzen auf die Kronendachöffnung und somit auf die Stabilität.

Weil in der Dickungsstufe die einzelnen Bäume durchaus noch in der Lage sind, ihre soziale Stellung zu verändern und somit mitherrschende noch alle Chancen besitzen, und weil kein absoluter Zusammenhang besteht zwischen sozialem Rang und Qualität, sind die guten Anwärter früh auszuwählen und zu fördern, so dass sie sich in Konkurrenz mit ihren Nachbarn behaupten können. Dies gilt besonders für Mischbestände und für die konkurrenzschwachen Baumarten sowie in einem gewissen Sinne für Lichtbaumarten.

Ab Baumholzalter sind die Aussichten für die Förderung von sozial Minderwertigen, auch denjenigen mit weniger Rückstand, nicht sinnvoll. Erfahrungen mit Durchforstungsarten, welche systematisch die sozial niedrigeren Bäume fördern, wie dies mit der sog. Borggreve-Durchforstung (in N-Deutschland auch verwirrenderweise Plenterdurchforstung genannt) zeigten erhebliche Zuwachseinbussen im Bereich von 30 %. Die systematische Förderung von sozialen niederwertigen Individuen (ausser im Jungalter der Dickung- Stangenholzstufe) ist also nicht anzustreben. Viel effizienter ist es, den guten Kompromiss zwischen Wuchskraft und den gewünschten Qualitätseigenschaften zu finden. Dabei wird die Eigenschaft der Wuchskraft mit zunehmendem Alter immer wichtiger.

Wir haben schon darauf hingewiesen, dass eine effiziente Waldbehandlung im Sinne der optimalen naturopportunen Eingriffdosierung, in Relation mit den Pflegekosten, heute sogar innerhalb der Klasse der Herrschenden differenziert stattfinden muss. Es gibt bei der Gruppe der Herrschenden übervitale Bäume, die eine hohe Fähigkeit zur sozialen Herrschung aufweisen, daneben weniger vitale. Wie schon Preuhsler et al, 1989<ref>Preuhsler, T., Schmidt, R., 1989: Beobachtungen auf einem spät durchforsteten Fichten-Versuch. Forstwiss. Cbl. 108: 271-288.</ref> an 50- und 60 jährigen Fichtenbestockungen gezeigt haben, gibt es eine rege soziale Umsetzung im unteren Teil der Klasse der Herrschenden. Von den 200 bis 100 stärksten Bäume/ha steigen etwa 20 % zur oberen Klasse der 0 bis 100 auf. Eine effiziente Durchforstung wird nur die auf Eingriffe reagierenden befreien und diejenigen, die sich selbst durchsetzen, die Übervitalen weniger.

Referenzen

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