2.4.1 Die Astbildung und Reinigung: Unterschied zwischen den Versionen

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Als wichtigster und häufigster Fehler von Hölzern ist neben einer schlechten Form und einer
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mangelnden Geradschaftigkeit der Stammachse die Astigkeit zu betrachten. Dies ist
 
Als wichtigster und häufigster [[Holzfehler|Fehler von Hölzern]] ist neben einer [[hatHolzfehler::Schlechte Form|schlechten Form]] und einer [[hatHolzfehler::Mangelnde Geradschaftigkeit|mangelnden Geradschaftigkeit]] der Stammachse die [[hatHolzfehler::Astigkeit]] zu betrachten. Dies ist
verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und
verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und
Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)[[Referenz::Pechmenn und Courtois;1970;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von
Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)[[Referenz::Pechmenn und Courtois;1970;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von
Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.| ]]<ref>Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.</ref> 94 % der Fehler
Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.| ]]<ref>Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.</ref> 94 % der Fehler
von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von [[Baumart::Douglasie]] dieser Ursache zuzuschreiben. Die
von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von [[hatBaumart::Douglasie]] dieser Ursache zuzuschreiben. Die
Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die Vitalität und für das Wachstum eines
Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die [[hatAuslesekriterium::Vitalität|Vitalität]] und für das Wachstum eines
Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als
Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als
notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen
notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen
Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden Krone
Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden [[Krone]]
entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine
entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine
genügend frühe Astreinigung des unteren Teils des Schaftes.
genügend frühe [[Astreinigung]] des unteren Teils des Schaftes.  


Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der
Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der
natürlichen Astreinigung der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung
natürlichen [[Astreinigung]] der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung
darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die Astigkeit tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache
darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die [[hatHolzfehler::Astigkeit]] tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache
der Holzentwertung dar
der Holzentwertung dar


==Referenzen==
<references/>


 
Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und [[Totast|toten Ästen]] unterscheiden.
Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und toten Ästen unterscheiden.
Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte [[Grünast|Grünäste]], welche fest mit dem
Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte Grünäste, welche fest mit dem
umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für
umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für
bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel)
bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel)
gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die [[Baumart::Föhre]] und die [[Baumart::Douglasie]]. Im bereits
gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die [[hatBaumart::Föhre]] und die [[hatBaumart::Douglasie]]. Im bereits
abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-,
abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-,
Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von
Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von
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Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]<ref>Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.</ref> zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:
Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen [[Astreinigung]] bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]<ref>Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.</ref> zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten (Abb. 2.16), nämlich:


*die Totastverlierer
*die [[hatAstreinigung::Totastverlierer]]
*die Totasterhalter.
*die [[hatAstreinigung::Totasterhalter]].


[[Image:Abb_2.16.png|400px]]
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'''Abb. 2.16''': Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die Totasterhalter und die Totastverlierer.  
'''Abb. 2.16''': Die zwei Typen der [[Astreinigung]] bei den Bäumen: die [[hatAstreinigung::Totasterhalter]] und die [[hatAstreinigung::Totastverlierer]].  
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]<ref>Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.</ref>[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg & Berlin, 352 S.| ]]<ref>Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg & Berlin, 352 S.</ref>
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]<ref>Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des [[hatBaumart::Eiche|Eichen]]holzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.</ref>[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg & Berlin, 352 S.| ]]<ref>Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg & Berlin, 352 S.</ref>


Bei den Totastverlierern werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]<ref>Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.</ref>. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  Totastverlierer weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus.  
Bei den [[hatAstreinigung::Totastverlierer|Totastverlierern]] werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die [[Astreinigung]] erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]<ref>Gelinsky, H., 1933: Die [[Astreinigung]] der [[hatBaumart::Buche|Rotbuche]]. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.</ref>. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[hatBaumart::Buche]], [[hatBaumart::Eiche]] und die meisten anderen [[hatHolzart::Laubholz|Laubhölzer]] sowie die [[hatBaumart::Lärche]].  [[hatAstreinigung::Totastverlierer]] weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche [[Astreinigung]] aus.  


Im Gegensatz dazu verbleiben bei den Totasterhaltern die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den [[hatAstreinigung::Totasterhalter|Totasterhaltern]] die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  [[hatHolzart::Nadelholz|Koniferen]], namentlich [[hatBaumart::Fichte]], [[hatBaumart::Tanne]], [[hatBaumart::Föhre]], [[hatBaumart::Douglasie]] sowie folgende [[hatHolzart::Laubholz|Laubholzarten]]: [[hatBaumart::Kirschbaum]], [[hatBaumart::Pappel]] und [[hatBaumart::Roteiche]]. Die [[hatPflegemassnahme::Wertastung|Wertastung]] gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.


==Referenzen==
Wie Butin und Kowalski (1983,1986)[[Referenz::Butin und Kowalski;1983;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.| ]]<ref>Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche [[Astreinigung]] und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der [[hatBaumart::Buche]] (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.</ref>[[Referenz::Butin und Kowalski;1986;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.
<references/>
 
Wie Butin und Kowalski (1983,1986)[[Referenz::Butin und Kowalski;1983;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.| ]]<ref>Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.</ref>[[Referenz::Butin und Kowalski;1986;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.| ]]<ref>Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.| ]]<ref>Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.</ref> gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der [[Baumart::Eiche]] die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.
III. Die Pilzflora von [[hatBaumart::Ahorn]], [[hatBaumart::Erle]], [[hatBaumart::Birke]], [[hatBaumart::Hagebuche]] und [[hatBaumart::Esche]]. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.</ref> gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der [[hatBaumart::Eiche]] die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.


Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen Astreinigung. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche Astreinigung aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.
Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen [[Astreinigung]]. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche [[Astreinigung]] aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.


==Referenzen==
==Referenzen==
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[[Category: Totastverlierer]]
[[Category: Totastverlierer]]
[[Category: Totasterhalter]]
[[Category: Totasterhalter]]
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Aktuelle Version vom 28. Februar 2017, 16:13 Uhr

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Als wichtigster und häufigster Fehler von Hölzern ist neben einer schlechten Form und einer mangelnden Geradschaftigkeit der Stammachse die Astigkeit zu betrachten. Dies ist verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)<ref>Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.</ref> 94 % der Fehler von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von Douglasie dieser Ursache zuzuschreiben. Die Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die Vitalität und für das Wachstum eines Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden Krone entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine genügend frühe Astreinigung des unteren Teils des Schaftes.

Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der natürlichen Astreinigung der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die Astigkeit tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache der Holzentwertung dar


Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und toten Ästen unterscheiden. Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte Grünäste, welche fest mit dem umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel) gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die Föhre und die Douglasie. Im bereits abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-, Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von selbst in geschnittenem Holz herausfallen und damit Löcher hinterlassen und deshalb schon vorsorglich vom Tischler oder Schreiner entfernt werden müssen.


Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach <ref>Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.</ref> zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten (Abb. 2.16), nämlich:

Abb. 2.16: Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die Totasterhalter und die Totastverlierer. <ref>Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.</ref><ref>Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg & Berlin, 352 S.</ref>

Bei den Totastverlierern werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert<ref>Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.</ref>. Zu dieser Kategorie gehören namentlich Buche, Eiche und die meisten anderen Laubhölzer sowie die Lärche. Totastverlierer weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus.

Im Gegensatz dazu verbleiben bei den Totasterhaltern die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten Koniferen, namentlich Fichte, Tanne, Föhre, Douglasie sowie folgende Laubholzarten: Kirschbaum, Pappel und Roteiche. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.

Wie Butin und Kowalski (1983,1986)<ref>Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.</ref><ref>Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.</ref> gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der Eiche die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.

Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen Astreinigung. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche Astreinigung aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.

Referenzen

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