2.4.3. Möglichkeiten der Waldbaulichen Kontrolle der Klebastbildung: Unterschied zwischen den Versionen
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Die mechanische Entfernung von Wasserreisern erweist sich als völlig illusorisch, es sei denn, | Die mechanische Entfernung von Wasserreisern erweist sich als völlig illusorisch, es sei denn, | ||
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Erfolg. Die Förderung von kräftigen, vitalen Bäumen mit gut entwickelten Kronen durch | Erfolg. Die Förderung von kräftigen, vitalen Bäumen mit gut entwickelten Kronen durch [[hatPflegemassnahme::Durchforstung|Durchforstungseingriffe]] versichert ein guter physiologischer Zustand und ein ausgeglichener | ||
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schlafenden Knospen. Das ist der Grund, warum beim Qualitätswaldbau mit klebastanfälligen | schlafenden Knospen. Das ist der Grund, warum beim Qualitätswaldbau mit klebastanfälligen | ||
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Begleitbaumarten erwünscht. Dies wird unter anderem aus Gründen der ökologischen Diversität | Begleitbaumarten erwünscht. Dies wird unter anderem aus Gründen der ökologischen [[Diversität]] und zur Vermeidung von allelopathischen Problemen während der Verjüngungsphase angestrebt. | ||
und zur Vermeidung von allelopathischen Problemen während der Verjüngungsphase angestrebt. | Diese Begleitbaumarten sollen dabei vorzugsweise in untergeordneter [[Soziale Stellung nach Kraft|sozialer | ||
Diese Begleitbaumarten sollen dabei vorzugsweise in untergeordneter sozialer | Stellung]], im Unterholz bis in der Mittelschicht bleiben. Wenn der [[Nebenbestand]] aus [[hatFunktion des Nebenbestandes::Bodenverbesserung|boden- und | ||
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Dies kann besonders auf Standorten mit reduzierter Nährstoffversorgung sehr nützlich sein. | Dies kann besonders auf Standorten mit reduzierter Nährstoffversorgung sehr nützlich sein. | ||
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nach Scheffer und Ulrich (1960) | nach Scheffer und Ulrich (1960)[[Referenz::Scheffer und Ulrich;1960;Scheffer, P., Ulrich, B., 1960: Lehrbuch der Agrikulturchemie und Bodenkunde. Bd. I: | ||
Morphologie, Biologie, Chemie und Dynamik des Humus. 2. Aufl., Stuttgart, 266 S. |]]<ref name="Scheffer und Ulrich">, P., Ulrich, B., 1960: Lehrbuch der Agrikulturchemie und Bodenkunde. Bd. I: | |||
Morphologie, Biologie, Chemie und Dynamik des Humus. 2. Aufl., Stuttgart, 266 S.</ref>; in: | Morphologie, Biologie, Chemie und Dynamik des Humus. 2. Aufl., Stuttgart, 266 S.</ref>; in: | ||
Ellenberg (1963) | Ellenberg (1963)[[Referenz::Ellenberg;1963;Ellenberg, H., 1963: Vegetation Mitteleuropa mit den Alpen. Ulmer, Stuttgart, 943 p. | ]]<ref>Ellenberg, H., 1963: Vegetation Mitteleuropa mit den Alpen. Ulmer, Stuttgart, 943 p.</ref> | ||
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In einem anderen Fall, nämlich demjenigen, wo der Hauptbestand aus Lichtbaumarten besteht, | In einem anderen Fall, nämlich demjenigen, wo der [[Hauptbestand|Hauptbestand]] aus [[hatSchattentoleranz::Lichtbaumart|Lichtbaumarten]] besteht, | ||
welche während der Phase des starken Wachstums eine Lichtkrone benötigen, die praktisch | welche während der Phase des starken Wachstums eine [[Lichtkrone|Lichtkrone]] benötigen, die praktisch | ||
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ausgenutzt. Somit bleibt genügend Platz und Licht für eine ergänzende, zusätzliche Produktion | ausgenutzt. Somit bleibt genügend Platz und Licht für eine ergänzende, [[hatFunktion des Nebenbestandes::Additive Produktion|zusätzliche Produktion]] | ||
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Fall. Um in einem solchen Fall die negativen Einwirkungen der Nebenbaumarten durch | Einwachsen im Kronenraum zu vermeiden, ist es wünschenswert, dass der [[Nebenbestand]] mit | ||
Einwachsen im Kronenraum zu vermeiden, ist es wünschenswert, dass der Nebenbestand mit | |||
einer genügend zeitlichen Verschiebung begründet wird, egal ob er sich natürlich installiert oder | einer genügend zeitlichen Verschiebung begründet wird, egal ob er sich natürlich installiert oder | ||
ob er künstlich eingebracht wird. Geeignete Baumarten sind dabei: [[ | ob er künstlich eingebracht wird. Geeignete Baumarten sind dabei: [[hatBaumart::Buche]], [[hatBaumart::Hagebuche]], [[hatBaumart::Linde]] oder anderen [[hatSchattentoleranz::Schattenbaumart|schattenertragenden Baumarten]]. [[hatVerweis::Linde| ]] [[hatVerweis::Hagebuche| ]] [[hatVerweis::Buche| ]] | ||
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Ein Nebenbestand mit erzieherischer Funktion ist angebracht für den Schutz gegen Entwicklung | Ein [[hatFunktion des Nebenbestandes::Erziehung|Nebenbestand mit erzieherischer Funktion]] ist angebracht für den Schutz gegen Entwicklung von unerwünschten [[hatHolzfehler::Klebast|Klebästen]]. Im Fall einer empfindlichen Baumart soll der [[Nebenbestand]], die Schaftachsen der Elitebäume des [[Hauptbestand|Hauptbestandes]] gut einpacken. In solchen Fall ist der [[Nebenbestand|Nebenbestand]] ein wesentlicher Bestandteil des Produktionskonzeptes. Es ist empfehlenswert, | ||
von unerwünschten Klebästen. Im Fall einer empfindlichen Baumart soll der Nebenbestand, die | ihm schon von Beginn der Gründung des [[Hauptbestand|Hauptbestandes]] einzubringen bzw. während der | ||
Schaftachsen der Elitebäume des Hauptbestandes gut einpacken. In solchen Fall ist der | |||
Nebenbestand ein wesentlicher Bestandteil des Produktionskonzeptes. Es ist empfehlenswert, | |||
ihm schon von Beginn der Gründung des Hauptbestandes einzubringen bzw. während der | |||
ganzen Phase der Pflegeeingriffe die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Dies gilt | ganzen Phase der Pflegeeingriffe die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Dies gilt | ||
hauptsächlich für das Waldbauziel der [[ | hauptsächlich für das Waldbauziel der [[hatBaumart::Eiche|Eichen]]-Qualitätsholzproduktion, aber auch für andere | ||
Baumarten wie etwa [[ | Baumarten wie etwa [[hatBaumart::Ulme]] und [[hatBaumart::Linde]]. | ||
Das Problem eines solchen Nebenbestandes mit erzieherischer Funktion besteht darin, dass er | Das Problem eines solchen [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] mit [[Erziehung|erzieherischer Funktion]] besteht darin, dass er | ||
einerseits dem Hauptbestand immer untergeordnet und auf den Wuchsraum unterhalb der | einerseits dem [[Hauptbestand]] immer untergeordnet und auf den Wuchsraum unterhalb der | ||
Kronenschicht der Hauptbaumarten begrenzt bleibt, trotzdem aber praktisch während der | Kronenschicht der Hauptbaumarten begrenzt bleibt, trotzdem aber praktisch während der | ||
ganzen Produktionsdauer genügend dicht sein muss, um die Erfüllung seiner Funktion | ganzen Produktionsdauer genügend dicht sein muss, um die Erfüllung seiner Funktion | ||
gewährleisten zu können. Dazu ist notwendig, dass die Baumarten, welchen diese Rolleübertragen wird, einerseits den Schatten gut ertragen, sich aber andererseits auch nicht zu | gewährleisten zu können. Dazu ist notwendig, dass die Baumarten, welchen diese Rolleübertragen wird, einerseits den Schatten gut ertragen, sich aber andererseits auch nicht zu | ||
schnell entwickeln, da sonst das Risiko besteht, dass sie in die Kronen der Eichen in der | schnell entwickeln, da sonst das Risiko besteht, dass sie in die Kronen der Eichen in der | ||
Hauptschicht einwachsen. Ferner müssen die Baumarten des Nebenbestandes sich auch | Hauptschicht einwachsen. Ferner müssen die Baumarten des [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] sich auch | ||
ausreichend verjüngen können, um eventuelle unvermeidliche bzw. unvorhergesehene Ausfälle | ausreichend verjüngen können, um eventuelle unvermeidliche bzw. unvorhergesehene [[Ausfall|Ausfälle]] ersetzen zu können. | ||
ersetzen zu können. | |||
Allein die [[ | Allein die [[hatBaumart::Winterlinde]], die [[hatBaumart::Hagebuche]] und die [[hatBaumart::Buche]] können gleichzeitig all diese einschränkenden Anforderungen erfüllen. Auch [[hatHolzart::Nadelholz|Nadelbäume]], namentlich [[hatBaumart::Tanne]] und [[hatBaumart::Fichte]], | ||
einschränkenden Anforderungen erfüllen. Auch Nadelbäume, namentlich [[ | |||
könnten diese Funktionen während einer gewissen Zeit erfüllen. Aus Gründen von | könnten diese Funktionen während einer gewissen Zeit erfüllen. Aus Gründen von | ||
Verjüngungsschwierigkeiten und insbesondere ihrer Tendenz, zu schnell von unten her in die | Verjüngungsschwierigkeiten und insbesondere ihrer Tendenz, zu schnell von unten her in die | ||
Hauptschicht einzuwachsen und dabei die Kronen der Wertträger zu durchdringen, sind sie | Hauptschicht einzuwachsen und dabei die Kronen der Wertträger zu durchdringen, sind sie | ||
nicht zu empfehlen. Ferner ist bei den Nadelbäumen das Risiko zu gross, dass sie in | nicht zu empfehlen. Ferner ist bei den [[hatHolzart::Nadelholz|Nadelbäumen]] das Risiko zu gross, dass sie in | ||
Trockenperioden stark in Mitleidenschaft gezogen werden oder gar ganz ausfallen und dadurch | Trockenperioden stark in Mitleidenschaft gezogen werden oder gar ganz ausfallen und dadurch | ||
ihre Funktion nicht mehr ganz erfüllen können. | ihre Funktion nicht mehr ganz erfüllen können. [[hatVerweis::Linde| ]] [[hatVerweis::Hagebuche| ]] [[hatVerweis::Buche| ]] | ||
Heute, aus der Sicht eines aktiven [[ | Heute, aus der Sicht eines aktiven [[hatBaumart::Eiche|Eichen]]waldbaus mit einer [[Umtriebszeit|Umtriebszeit]] von ungefähr 160 | ||
Jahren, empfiehlt man, im Falle der künstlichen Bestandesbegründung durch Pflanzung, die | Jahren, empfiehlt man, im Falle der künstlichen Bestandesbegründung durch [[Pflanzung]], die | ||
Begleitbaumart ebenfalls gleich zu Beginn, d.h. gleichzeitig mit den [[ | Begleitbaumart ebenfalls gleich zu Beginn, d.h. gleichzeitig mit den [[hatBaumart::Eiche|Eichen]] einzubringen. Die | ||
untergeordnete Baumart hat sehr oft die Neigung, schneller als die [[ | untergeordnete Baumart hat sehr oft die Neigung, schneller als die [[hatBaumart::Eiche]] zu wachsen. Deshalb | ||
ist es empfehlenswert, die Nebenbestandesbaumarten im Zuge der Jungwuchs- und allenfalls | ist es empfehlenswert, die [[Nebenbestand|Nebenbestandesbaumarten]] im Zuge der Jungwuchs- und allenfalls | ||
auch der Dickungspflege, wenn nötig sogar mehrere Male, zurückzuschneiden (bzw. zu | auch der [[hatPflegemassnahme::Dickungspflege]], wenn nötig sogar mehrere Male, zurückzuschneiden (bzw. zu | ||
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In natürlich entstandenen Jungwüchsen soll die Entwicklung der Begleitbaumarten ebenfalls | In natürlich entstandenen [[hatEntwicklungsstufe::Jungwuchs|Jungwüchsen]] soll die Entwicklung der Begleitbaumarten ebenfalls | ||
sehr früh begünstigt werden. Der Nebenbestand, der ja auf die Unterschicht beschränkt bleiben | sehr früh begünstigt werden. Der [[Nebenbestand]], der ja auf die [[hatSchicht::Unterschicht|Unterschicht]] beschränkt bleiben | ||
muss und sich nur langsam entwickeln darf, muss aber ab der Stufe der Stangenholzes | muss und sich nur langsam entwickeln darf, muss aber ab der Stufe der [[hatEntwicklungsstufe::Stangenholz|Stangenholzes]] genügend gut entwickelt sein. Da die [[hatBaumart::Eiche|Eichen]] aus erzieherischen Gründen in der Jugend, d.h. | ||
genügend gut entwickelt sein. Da die [[ | auf jeden Fall während der [[hatEntwicklungsstufe::Dickung|Dickungsphase]], noch dicht gehalten werden müssen, soll gut auf | ||
auf jeden Fall während der Dickungsphase, noch dicht gehalten werden müssen, soll gut auf | die Regelung der [[Bestandesdichte|Bestockungsdichte]] geachtet werden. Man stellt jedenfalls eine gute | ||
die Regelung der Bestockungsdichte geachtet werden. Man stellt jedenfalls eine gute | Beziehung zwischen der Dichte des [[hatBaumart::Eiche|Eichen]][[Hauptbestand|hauptbestandes]], ausgedrückt in der Grundfläche, | ||
Beziehung zwischen der Dichte des | und dem Ausmass der Entwicklung des [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] fest (siehe Abb. 2.21). | ||
und dem Ausmass der Entwicklung des Nebenbestandes fest (siehe | |||
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'''Abb. 2.21''': Entwicklung des Nebenbestandes unter [[ | '''Abb. 2.21''': Entwicklung des [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] unter [[hatBaumart::Eiche|Eichen]]bestockungen in Abhängigkeit der Dichte der [[Hauptbestand|Hauptbestockung]] (gemessen an seiner Grundfläche). nach Schütz und Badoux (1979)[[Referenz::Schütz und Badoux;1979;Schütz, J.-Ph., Badoux, E., 1979: Production de jeunes peuplements de chênes en relation avec la station. Mitt. Eidg. Anst. forstl. VersWes. SS, 1: 5-141.| ]]<ref name="Badoux">Schütz, J.-Ph., Badoux, E., 1979: Production de jeunes peuplements de [[hatBaumart::Eiche|chênes]] en relation avec la station. Mitt. Eidg. Anst. forstl. VersWes. SS, 1: 5-141.</ref> | ||
Somit kann man für die Jugenderziehung vorschlagen, die [[ | Somit kann man für die Jugenderziehung vorschlagen, die [[hatBaumart::Eiche|Eichen]] vorläufig eher dicht zu | ||
behalten. Im Stangenholz dagegen, (wenn die Erziehung der [[ | behalten. Im [[hatEntwicklungsstufe::Stangenholz|Stangenholz]] dagegen, (wenn die [[Erziehung|Erziehung]] der [[hatBaumart::Eiche|Eichen]], d.h. die Bildung ihrer | ||
Schaftachsen, mehr oder weniger abgeschlossen ist, wird dann die Dichte der Bestockung | Schaftachsen, mehr oder weniger abgeschlossen ist, wird dann die [[Bestandesdichte|Dichte der Bestockung]] | ||
merklich reduziert, um dadurch die Entwicklung und die Entfaltung des Nebenbestandes zu | merklich reduziert, um dadurch die Entwicklung und die Entfaltung des [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] zu | ||
sichern. Letztendlich, ab dem starken Stangenholz, wenn sich der Nebenbestand soweit | sichern. Letztendlich, ab dem starken Stangenholz, wenn sich der [[Nebenbestand]] soweit | ||
entwickelt hat, dass er seine Funktion der Umhüllung der Stämme der Elitebäume erfüllen kann, | entwickelt hat, dass er seine Funktion der Umhüllung der Stämme der Elitebäume erfüllen kann, | ||
ist es empfehlenswert, die Stärke der Eingriffe wieder zu mässigen. Die Dichte von derart | ist es empfehlenswert, die Stärke der Eingriffe wieder zu mässigen. Die Dichte von derart | ||
gepflegten [[ | gepflegten [[hatBaumart::Eiche|Eichen]]beständen folgt damit in der Jugend einem modulierten Verlauf, wie er in der | ||
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'''Abb. 2.22''': Vorgeschlagene Bestockungsdichten bei der waldbaulichen Behandlung von [[ | '''Abb. 2.22''': Vorgeschlagene [[Bestandessichte|Bestockungsdichten]] bei der waldbaulichen Behandlung von [[hatBaumart::Eiche|Werteichen]], um die Entwicklung des [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] zu fördern. nach Schütz und Badoux (1979)[[Referenz::Schütz und Badoux;1979;Schütz, J.-Ph., Badoux, E., 1979: Production de jeunes peuplements de chênes en relation avec la station. Mitt. Eidg. Anst. forstl. VersWes. SS, 1: 5-141 | ]]<ref name="Badoux">Schütz, J.-Ph., Badoux, E., 1979: Production de jeunes peuplements de chênes en relation avec la station. Mitt. Eidg. Anst. forstl. VersWes. SS, 1: 5-141 </ref> | ||
Als Alternative besteht die Vorstellung, bei der Bestandesbegründung Samenbäume für den | Als Alternative besteht die Vorstellung, bei der Bestandesbegründung Samenbäume für den | ||
Nebenbestand der Hauptbaumart extensiv zu vermischen (in sehr vereinzelten Truppen), | [[Nebenbestand]] der Hauptbaumart extensiv zu vermischen (in sehr vereinzelten Truppen), | ||
welche später für eine natürliche Ansamung der Nebenbestandbaumarten sorgen sollen. Eine | welche später für eine natürliche [[hatEntwicklungsstufe::Ansamung]] der [[Nebenbestand|Nebenbestandbaumarten]] sorgen sollen. Eine | ||
weitere Alternative stellt die Methode der [[ | weitere Alternative stellt die Methode der [[hatBaumart::Eiche]] ab der [[hatEntwicklungsstufe::Dickung|Dickungsstufe]] in sozial gleichwertiger | ||
Mischung mit einer anderen Laubbaumart, vorzugsweise der Hagebuche, die der Gestaltung | Mischung mit einer anderen [[hatHolzart::Laubholz|Laubbaumart]], vorzugsweise der Hagebuche, die der Gestaltung | ||
des Wuchs- bzw. Kronenraumes dient, dar. Durch eine entsprechende Pflegepraxis sorgt man | des Wuchs- bzw. Kronenraumes dient, dar. Durch eine entsprechende Pflegepraxis sorgt man | ||
allerdings dafür, dass die Begleitbaumart nicht zu stark dominiert. Dabei strebt man an, eine | allerdings dafür, dass die Begleitbaumart nicht zu stark dominiert. Dabei strebt man an, eine | ||
Grundflächenhaltung des [[ | Grundflächenhaltung des [[hatBaumart::Eiche|Eichen]]bestandes von nur etwa 8 m2 / ha zu erreichen. | ||
Wie dem auch sei, die Anwesenheit eines gut entwickelten Nebenbestandes führt zu einer | Wie dem auch sei, die Anwesenheit eines gut entwickelten [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] führt zu einer | ||
Vereinfachung der Durchforstungseingriffe in den Entwicklungsstufen des Stangen- und | Vereinfachung der [[hatPflegemassnahme::Durchforstung|Durchforstungseingriffe]] in den [[hatEntwicklungsstufe|Entwicklungsstufen]] des Stangen- und | ||
Baumholzes. Die Anwesenheit eines Nebenbestandes erlaubt in der Tat eine viel feinere | Baumholzes. Die Anwesenheit eines [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] erlaubt in der Tat eine viel feinere | ||
Dosierung der Kronenbefreiungseingriffe. Um den Nebenbestand zu begründen, wählt man am | Dosierung der Kronenbefreiungseingriffe. Um den [[Nebenbestand]] zu begründen, wählt man am | ||
besten jene der erwähnten Arten, welche sich auf dem fraglichen Standort am wenigsten wohl | besten jene der erwähnten Arten, welche sich auf dem fraglichen Standort am wenigsten wohl | ||
fühlt und welche deshalb unter diesen Bedingungen auch keine allzustarke Wuchskraft ausübt. | fühlt und welche deshalb unter diesen Bedingungen auch keine allzustarke Wuchskraft ausübt. | ||
Die grösste Schwierigkeit bei der Nebenbestandespflege ist die Sicherung einer genügenden | Die grösste Schwierigkeit bei der [[Nebenbestand|Nebenbestandespflege]] ist die Sicherung einer genügenden | ||
Stabilität. Da die Nebenbestandesbäume im Halbschatten aufwachsen, haben sie die Tendenz, | [[Bestandesstabilität|Stabilität]]. Da die [[Nebenbestand|Nebenbestandesbäume]] im Halbschatten aufwachsen, haben sie die Tendenz, | ||
sehr zierlich und feinwüchsig zu bleiben und unter Schneefällen oder starken Gewitterregen zu | sehr zierlich und feinwüchsig zu bleiben und unter Schneefällen oder starken Gewitterregen zu | ||
leiden. Eine genügende Stabilität des Nebenbestandes erreicht man am besten, indem man | leiden. Eine genügende Stabilität des [[Nebenbestand|Nebenbestandes]] erreicht man am besten, indem man | ||
eine stufige Struktur anstrebt. Dazu kann man, neben anderen Massnahmen zur Stabilisierung, | eine [[hatBestandesschluss::Stufiger Bestandesschluss|stufige Struktur]] anstrebt. Dazu kann man, neben anderen Massnahmen zur Stabilisierung, | ||
auch das Köpfen bzw. ein Zurückschneiden der Krone der Nebenbestandesbäume ins Auge | auch das [[hatPflegemassnahme::Köpfen|Köpfen]] bzw. ein Zurückschneiden der Krone der [[nebenbestand|Nebenbestandesbäume]] ins Auge | ||
fassen. | fassen. | ||
==Referenzen== | |||
<references/> | |||
[[Category: Nebenbestand]] | [[Category: Nebenbestand]] | ||
[[Category: | [[Category: Funktion des Nebenbestandes]] | ||
[[Category: Klebast]] | |||
__SHOWFACTBOX__ | |||
Aktuelle Version vom 1. März 2017, 11:08 Uhr
Die mechanische Entfernung von Wasserreisern erweist sich als völlig illusorisch, es sei denn, sie sind noch nicht verholzt<ref name="Evans">Evans, J., 1983: Le contrôle des gourmands. Etat actuel des recherches en Grande-Bretagne. Rev. forest. Fr. 35, 5: 369-375.</ref>. In solchen Fällen bilden sich auf dem Wundgewebe von entfernten Wasserreisern Adventivknospen, welche meist wieder zur Bildung von neuen Wasserreisern bzw. Klebästen führen. Verschiedene andere technische Schutzmassnahmen, wie etwa das Überpinseln des Stammes mit Anstrichmitteln oder die Einwicklung der Stämme mit Polyäthylenfolien haben sich als erfolglos erwiesen<ref name="Evans">Evans, J., 1983: Le contrôle des gourmands. Etat actuel des recherches en Grande-Bretagne. Rev. forest. Fr. 35, 5: 369-375.</ref>.
Im Gegensatz zu diesen technischen Massnahmen versprechen waldbauliche Mittel mehr Erfolg. Die Förderung von kräftigen, vitalen Bäumen mit gut entwickelten Kronen durch Durchforstungseingriffe versichert ein guter physiologischer Zustand und ein ausgeglichener Hormonhaushalt der Bäume und garantiert somit die Aufrechterhaltung der Dormanz der schlafenden Knospen. Das ist der Grund, warum beim Qualitätswaldbau mit klebastanfälligen Baumarten (z.B. Eiche) kräftige Pflegeeingriffe ab Stangenholz zu empfehlen sind. Andererseits ist die Begründung bzw. Förderung eines erzieherischen Nebenbestandes die wirksamste Massnahme.
Eine weitere Form der Sicherstellung von klebastfreien Stämmen geht über die Förderung einer guten Umhüllung der Hauptstämme durch sozial untergeordnete Elemente einer Bestockung (oder Nebenbestand). Als Nebenbestand versteht man die sich im Unterwuchs einstellende und sozial untergeordnete Baumbestockung, welche sich von Beginn an oder wesentlich später einstellt. Je nach der Funktion des Nebenbestandes unterscheidet man zwischen Nebenbestand mit bodenpflegerischen, stammerzieherischen Funktionen oder die einer additiven Produktion.
Nebenbestand mit bodenverbessernder Funktion
In fast allen Bestandestypen ist die Anwesenheit im Unterstand von nützlichen, kommensalen Begleitbaumarten erwünscht. Dies wird unter anderem aus Gründen der ökologischen Diversität und zur Vermeidung von allelopathischen Problemen während der Verjüngungsphase angestrebt. Diese Begleitbaumarten sollen dabei vorzugsweise in untergeordneter sozialer Stellung, im Unterholz bis in der Mittelschicht bleiben. Wenn der Nebenbestand aus boden- und bestandesklimaverbessernden Baumarten zusammengesetzt ist, trägt er zur Schaffung der biologischen Aktivität des Standortes bei (siehe dazu Abb. 2.20).
Dies kann besonders auf Standorten mit reduzierter Nährstoffversorgung sehr nützlich sein. Günstig wirkend sind dabei Baumarten, deren Laubstreu schnell abgebaut wird, und welche zusätzlich den Halbschatten dauerhaft ertragen. Dies sind die Linde und die Hagebuche, auf vernässten Böden die Traubenkirsche und auf trockeneren Standorten die Elsbeere. Wenn sich ein solcher Nebenbestand einmal installiert hat, so bedarf er, mit Ausnahme der Lichtdosierung zur Sicherung einer ausreichenden Entwicklung, kaum mehr besonderer Aufmerksamkeiten.
Abb. 2.20: Abbaugeschwindigkeit der Streu der Hauptbaumarten.
nach Scheffer und Ulrich (1960)<ref name="Scheffer und Ulrich">, P., Ulrich, B., 1960: Lehrbuch der Agrikulturchemie und Bodenkunde. Bd. I: Morphologie, Biologie, Chemie und Dynamik des Humus. 2. Aufl., Stuttgart, 266 S.</ref>; in: Ellenberg (1963)<ref>Ellenberg, H., 1963: Vegetation Mitteleuropa mit den Alpen. Ulmer, Stuttgart, 943 p.</ref>
Nebenbestand mit additiver Produktion
In einem anderen Fall, nämlich demjenigen, wo der Hauptbestand aus Lichtbaumarten besteht, welche während der Phase des starken Wachstums eine Lichtkrone benötigen, die praktisch frei von seitlicher Konkurrenz sein muss, wird der vorhandene Wuchsraum nicht vollständig ausgenutzt. Somit bleibt genügend Platz und Licht für eine ergänzende, zusätzliche Produktion übrig. Dies ist z.B. unter der Lärche und in geringerem Ausmass auch unter der Waldföhre der Fall. Um in einem solchen Fall die negativen Einwirkungen der Nebenbaumarten durch Einwachsen im Kronenraum zu vermeiden, ist es wünschenswert, dass der Nebenbestand mit einer genügend zeitlichen Verschiebung begründet wird, egal ob er sich natürlich installiert oder ob er künstlich eingebracht wird. Geeignete Baumarten sind dabei: Buche, Hagebuche, Linde oder anderen schattenertragenden Baumarten.
Nebenbestand mit erzieherischer Funktion
Ein Nebenbestand mit erzieherischer Funktion ist angebracht für den Schutz gegen Entwicklung von unerwünschten Klebästen. Im Fall einer empfindlichen Baumart soll der Nebenbestand, die Schaftachsen der Elitebäume des Hauptbestandes gut einpacken. In solchen Fall ist der Nebenbestand ein wesentlicher Bestandteil des Produktionskonzeptes. Es ist empfehlenswert, ihm schon von Beginn der Gründung des Hauptbestandes einzubringen bzw. während der ganzen Phase der Pflegeeingriffe die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Dies gilt hauptsächlich für das Waldbauziel der Eichen-Qualitätsholzproduktion, aber auch für andere Baumarten wie etwa Ulme und Linde.
Das Problem eines solchen Nebenbestandes mit erzieherischer Funktion besteht darin, dass er einerseits dem Hauptbestand immer untergeordnet und auf den Wuchsraum unterhalb der Kronenschicht der Hauptbaumarten begrenzt bleibt, trotzdem aber praktisch während der ganzen Produktionsdauer genügend dicht sein muss, um die Erfüllung seiner Funktion gewährleisten zu können. Dazu ist notwendig, dass die Baumarten, welchen diese Rolleübertragen wird, einerseits den Schatten gut ertragen, sich aber andererseits auch nicht zu schnell entwickeln, da sonst das Risiko besteht, dass sie in die Kronen der Eichen in der Hauptschicht einwachsen. Ferner müssen die Baumarten des Nebenbestandes sich auch ausreichend verjüngen können, um eventuelle unvermeidliche bzw. unvorhergesehene Ausfälle ersetzen zu können.
Allein die Winterlinde, die Hagebuche und die Buche können gleichzeitig all diese einschränkenden Anforderungen erfüllen. Auch Nadelbäume, namentlich Tanne und Fichte, könnten diese Funktionen während einer gewissen Zeit erfüllen. Aus Gründen von Verjüngungsschwierigkeiten und insbesondere ihrer Tendenz, zu schnell von unten her in die Hauptschicht einzuwachsen und dabei die Kronen der Wertträger zu durchdringen, sind sie nicht zu empfehlen. Ferner ist bei den Nadelbäumen das Risiko zu gross, dass sie in Trockenperioden stark in Mitleidenschaft gezogen werden oder gar ganz ausfallen und dadurch ihre Funktion nicht mehr ganz erfüllen können.
Heute, aus der Sicht eines aktiven Eichenwaldbaus mit einer Umtriebszeit von ungefähr 160 Jahren, empfiehlt man, im Falle der künstlichen Bestandesbegründung durch Pflanzung, die Begleitbaumart ebenfalls gleich zu Beginn, d.h. gleichzeitig mit den Eichen einzubringen. Die untergeordnete Baumart hat sehr oft die Neigung, schneller als die Eiche zu wachsen. Deshalb ist es empfehlenswert, die Nebenbestandesbaumarten im Zuge der Jungwuchs- und allenfalls auch der Dickungspflege, wenn nötig sogar mehrere Male, zurückzuschneiden (bzw. zu köpfen).
In natürlich entstandenen Jungwüchsen soll die Entwicklung der Begleitbaumarten ebenfalls sehr früh begünstigt werden. Der Nebenbestand, der ja auf die Unterschicht beschränkt bleiben muss und sich nur langsam entwickeln darf, muss aber ab der Stufe der Stangenholzes genügend gut entwickelt sein. Da die Eichen aus erzieherischen Gründen in der Jugend, d.h. auf jeden Fall während der Dickungsphase, noch dicht gehalten werden müssen, soll gut auf die Regelung der Bestockungsdichte geachtet werden. Man stellt jedenfalls eine gute Beziehung zwischen der Dichte des Eichenhauptbestandes, ausgedrückt in der Grundfläche, und dem Ausmass der Entwicklung des Nebenbestandes fest (siehe Abb. 2.21).
Abb. 2.21: Entwicklung des Nebenbestandes unter Eichenbestockungen in Abhängigkeit der Dichte der Hauptbestockung (gemessen an seiner Grundfläche). nach Schütz und Badoux (1979)<ref name="Badoux">Schütz, J.-Ph., Badoux, E., 1979: Production de jeunes peuplements de chênes en relation avec la station. Mitt. Eidg. Anst. forstl. VersWes. SS, 1: 5-141.</ref>
Somit kann man für die Jugenderziehung vorschlagen, die Eichen vorläufig eher dicht zu behalten. Im Stangenholz dagegen, (wenn die Erziehung der Eichen, d.h. die Bildung ihrer Schaftachsen, mehr oder weniger abgeschlossen ist, wird dann die Dichte der Bestockung merklich reduziert, um dadurch die Entwicklung und die Entfaltung des Nebenbestandes zu sichern. Letztendlich, ab dem starken Stangenholz, wenn sich der Nebenbestand soweit entwickelt hat, dass er seine Funktion der Umhüllung der Stämme der Elitebäume erfüllen kann, ist es empfehlenswert, die Stärke der Eingriffe wieder zu mässigen. Die Dichte von derart gepflegten Eichenbeständen folgt damit in der Jugend einem modulierten Verlauf, wie er in der Abbildung 2.22 dargestellt ist.
Abb. 2.22: Vorgeschlagene Bestockungsdichten bei der waldbaulichen Behandlung von Werteichen, um die Entwicklung des Nebenbestandes zu fördern. nach Schütz und Badoux (1979)<ref name="Badoux">Schütz, J.-Ph., Badoux, E., 1979: Production de jeunes peuplements de chênes en relation avec la station. Mitt. Eidg. Anst. forstl. VersWes. SS, 1: 5-141 </ref>
Als Alternative besteht die Vorstellung, bei der Bestandesbegründung Samenbäume für den Nebenbestand der Hauptbaumart extensiv zu vermischen (in sehr vereinzelten Truppen), welche später für eine natürliche Ansamung der Nebenbestandbaumarten sorgen sollen. Eine weitere Alternative stellt die Methode der Eiche ab der Dickungsstufe in sozial gleichwertiger Mischung mit einer anderen Laubbaumart, vorzugsweise der Hagebuche, die der Gestaltung des Wuchs- bzw. Kronenraumes dient, dar. Durch eine entsprechende Pflegepraxis sorgt man allerdings dafür, dass die Begleitbaumart nicht zu stark dominiert. Dabei strebt man an, eine Grundflächenhaltung des Eichenbestandes von nur etwa 8 m2 / ha zu erreichen.
Wie dem auch sei, die Anwesenheit eines gut entwickelten Nebenbestandes führt zu einer Vereinfachung der Durchforstungseingriffe in den Entwicklungsstufen des Stangen- und Baumholzes. Die Anwesenheit eines Nebenbestandes erlaubt in der Tat eine viel feinere Dosierung der Kronenbefreiungseingriffe. Um den Nebenbestand zu begründen, wählt man am besten jene der erwähnten Arten, welche sich auf dem fraglichen Standort am wenigsten wohl fühlt und welche deshalb unter diesen Bedingungen auch keine allzustarke Wuchskraft ausübt.
Die grösste Schwierigkeit bei der Nebenbestandespflege ist die Sicherung einer genügenden Stabilität. Da die Nebenbestandesbäume im Halbschatten aufwachsen, haben sie die Tendenz, sehr zierlich und feinwüchsig zu bleiben und unter Schneefällen oder starken Gewitterregen zu leiden. Eine genügende Stabilität des Nebenbestandes erreicht man am besten, indem man eine stufige Struktur anstrebt. Dazu kann man, neben anderen Massnahmen zur Stabilisierung, auch das Köpfen bzw. ein Zurückschneiden der Krone der Nebenbestandesbäume ins Auge fassen.
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