Stangenholz: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 29. Dezember 2014, 17:51 Uhr

Das Stangenholz (S1, S2). Während der Entwicklungsstufe des Stangenholzes liegt der Oberdurchmesser einer Bestockung zwischen 10 und 30 cm. Man unterscheidet schwaches Stangenholz (S1), mit einem Oberdurchmesser zwischen 10 und 20 cm und starkes Stangenholz (S2) mit einem DO zwischen 20 und 30 cm. Dies ist die Lebensphase, in der die Bäume das stärkste Streckungswachstum aufweisen. Als Folge davon findet hier auch die schnellste Zunahme des Wettbewerbs statt, da der von den Bäumen benötigte Lebens- bzw. Kronen-Raum exponentiell zur Baumhöhe ansteigt. Die logische Folge davon ist eine immer deutlicher ausgeprägte soziale Ausdifferenzierung innerhalb des Kollektives, was den Beginn des Phänomens der natürlichen Astreinigung darstellt sowie im Endeffekt zum Absterben bzw. zum Ausscheiden der sozial niedrigsten Elemente Siehe Abb. 3.4.

Abb. 3.4: Soziale Differenzierung und ihre Folgen in der Entwicklungsstufe des Stangenholzes.

Bezüglich Mortalität unterscheidet man zwischen dem natürlichen Ausscheiden ersten Grades, durch das Ausscheiden der Bäume aufgrund äusserer (exogener) Einflüsse (Fröste, Krankheiten) gegenüber dem natürlichen Ausscheiden des zweiten Grades unter dem Effekt des Wettbewerbes. Letzterer wird umso grösser, je länger mit den künstlichen, regulierenden Waldbaueingriffen zugewartet wird und je gemässigter und zurückhaltender sie ausfallen.

Der Wettbewerb bewirkt eine Erhöhung des Schlankheitsgrades der Stämme oder das h/d Verhältnis. Als Folge davon erhöht sich auch das Risiko von Schäden durch aufliegende Schneelasten (Schneebruch- und Schneedruckschäden). Nach den Beobachtungen von Kodrik (1970, 1972, 1982)<ref>Kodrik, J., 1970: Die Stabilität der Tanne gegen Schneebrüche. Lesnice Prace 49: 74-77.</ref><ref>Kodrik, J., 1972: Der Einfluss der bestandesbildenden Faktoren auf die Beschädigung der Tannenbestände durch Schnee. Acta Fac. forest. Zvolen 14: 115-129.</ref><ref>Kodrik, J., 1982: Beurteilung dispositiver Eigenschaften von Kiefernbeständen gegenüber der Intensität von Schneebruchschäden. Lesnictvi 28, 1: 43-57.</ref> in der Slowakei, lässt sich ein Maximum der Schneeschäden (Kronen- und Stammbrüche zusammengenommen) in den Altersklassen von 20-30 und 30-40 Jahre feststellen. Dabei fallen die Schäden in den gepflegten Beständen geringer aus als in unbehandelten. Bei korrekter Durchforstung betreffen sie ältere Entwicklungsstufen. Siehe dazu Abb. 3.5.

Abb. 3.5: Häufigkeit von Schneebruchschäden in Abhängigkeit des Bestandesalters (nach Altersklassen) und des Pflegezustandes. nach Kodrik, in: Rottmann (1985)<ref>Rottmann, M, 1985: Schneebruchschäden in Nadelholzbeständen. Sauerländer's Frankfurt, 159 S.</ref>

Die Unterteilung in schwaches und starkes Stangenholz ist insbesondere aus pflegeorganisatorischen Gründen wichtig. Im schwachen Stangenholz werden die Eingriffe zur Stammzahlreduktion noch mit dem Gertel oder anderen manuellen Werkzeugen ausgeführt.

Unter der Bezeichnung Jungwald versteht man die Gesamtheit aller Entwicklungsstufen vom Jungwuchs bis zum Stangenholz.

Referezen

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