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	<title>Wiki Waldmanagement - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-09-01T12:36:25Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=3.1.3_Entwicklungskriterien&amp;diff=3802</id>
		<title>3.1.3 Entwicklungskriterien</title>
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		<updated>2017-02-06T17:36:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Sofern es sich nicht um Bestände mit ungleichförmiger, stufiger Struktur handelt, gehört das&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Alter&#039;&#039;&#039; eines Bestandes zu den typologisch und waldbaulich bedeutendsten Kriterien. Das&lt;br /&gt;
Bestandesalter steht in engem Zusammenhang mit der Dynamik der Entwicklung (oder&lt;br /&gt;
Sylvigenese) eines Bestandes und den entsprechenden waldbaulichen Eingriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil es schwierig ist, bei stehenden Bäumen das genaue Bestandesalter zu bestimmen, ist es&lt;br /&gt;
angebracht, die Entwicklungsstufen der Bestände durch die Dimensionen der Bäume, genauer&lt;br /&gt;
gesagt durch deren &#039;&#039;&#039;Durchmesser&#039;&#039;&#039; gegeneinander abzugrenzen. Dazu verwenden wir den&lt;br /&gt;
Begriff des &#039;&#039;&#039;Oberdurchmessers&#039;&#039;&#039; (Do oder ddom). Es handelt sich hierbei um den mittleren&lt;br /&gt;
Brusthöhendurchmesser der 100 dicksten Bäume (stärksten Stämme) pro Hektare. Es handelt&lt;br /&gt;
sich hier also um den mittleren BHD der stärksten Bäume, welcher jeweils im Umkreis von etwa&lt;br /&gt;
einer Are zu finden sind. Die &#039;&#039;&#039;Oberhöhe (hdom)&#039;&#039;&#039; wird in analoger Weise definiert. Der&lt;br /&gt;
Oberdurchmesser eines Bestandes ist relativ leicht zu erfassen und für den Hauptbestand&lt;br /&gt;
repräsentativer als der Mitteldurchmesser, der früher gebraucht wurde. Dies gilt insbesondere&lt;br /&gt;
für Bestände, welche einen Unterwuchs oder einen gut entwickelten Nebenbestand aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklungsstufen sind in Oberdurchmesserklassen von 10 cm Breite unterteilt. Die&lt;br /&gt;
Bäume, die offensichtlich nicht dem zu beschreibenden Kollektiv angehören, so z.B. die&lt;br /&gt;
Überhälter, die extrem Vorwüchsigen und die Bäume eines Vorbaues, werden für die&lt;br /&gt;
Berechnung des Oberdurchmessers nicht miteinbezogen. Im besonderen Fall von zweischichtigen&lt;br /&gt;
Beständen, wo beide Schichten für eine Hauptproduktion bestimmt sind, ist es&lt;br /&gt;
angebracht, den Oberdurchmesser für jede Schicht getrennt zu berechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir unterscheiden die folgenden Entwicklungsstufen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Ansamung&#039;&#039;&#039; (A) beinhaltet die &#039;&#039;&#039;Keimlinge&#039;&#039;&#039; (junge Bäume, welche die Keimblätter noch&lt;br /&gt;
tragen) und den &#039;&#039;&#039;Aufwuchs&#039;&#039;&#039; (d.h. junge Bäume oder Sämlinge, mit verholztem Stängel, die erst&lt;br /&gt;
wenige Jahre alt sind und eine Höhe von maximal etwa 20-30 cm aufweisen). Dieser Zustand&lt;br /&gt;
verkörpert die Phase der Installation des jungen Waldes. Während dieser Zeit investieren die&lt;br /&gt;
Bäume ihre gesamten Kräfte in die Entwicklung ihres Tiefenwurzelsystems, um ein allfälliges&lt;br /&gt;
Austrocknen zu verhindern. Diese Phase der Entwicklung ist auch durch eine noch starke&lt;br /&gt;
Konkurrenzierung der kleinen Bäumchen durch die Unkrautvegetation der Krautschicht&lt;br /&gt;
gekennzeichnet. Im forstlichen Sprachgebrauch werden auch verschiedene Formen der&lt;br /&gt;
Ansamung unterschieden, je nach der Verbreitungsart der Samen, nämlich einerseits den sog.&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Aufschlag&#039;&#039;&#039; für Baumarten mit schweren Samen ([[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Edelkastanie]], etc.) und&lt;br /&gt;
andererseits den &#039;&#039;&#039;Anflug&#039;&#039;&#039; für windverfrachtete Samen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Jungwuchs (J, K)&#039;&#039;&#039; besteht aus jungen Bäumen, welche normalerweise die Krautschicht&lt;br /&gt;
überragen, jedoch die Höhe von 1.3 m, auf welcher üblicherweise der Stammdurchmesser&lt;br /&gt;
gemessen wird, in der Regel noch nicht erreicht haben. Nach der Art der Vermehrung&lt;br /&gt;
unterscheidet man zwischen dem &#039;&#039;&#039;natürlichen Jungwuchs (J)&#039;&#039;&#039;, welcher aus natürlicher&lt;br /&gt;
Ansamung hochgewachsen ist und der Pflanzung bzw. &#039;&#039;&#039;Kultur (K)&#039;&#039;&#039;. Für den natürlichen&lt;br /&gt;
Jungwuchs sind eine sehr hohe Pflanzendichte und eine Variabilität im Alter und der Statur der&lt;br /&gt;
einzelnen Bäumchen kennzeichnende Merkmale. Oft vermag er die Fläche jedoch nur&lt;br /&gt;
unvollständig zu bedecken, was deshalb erlaubt künstliche Ausbesserungen oder Ergänzungspflanzungen&lt;br /&gt;
in Betracht zu ziehen. Die Kultur ist dadurch gekennzeichnet, dass der&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kronenschluss&#039;&#039;&#039;, d.h. der Moment, in dem sich die Kronen der Bäume berühren und somit ein&lt;br /&gt;
kompaktes Kollektiv bilden, noch nicht erreicht ist. Aufgrund der Statur und der Höhe der&lt;br /&gt;
Bäume ist dieser Entwicklungszustand noch stark durch den Wildverbiss und durch Fröste&lt;br /&gt;
gefährdet. Die Frostgefährdung ist auf reliefbedingten Standorten wie Talkesseln, Depressionen&lt;br /&gt;
oder Mulden sehr hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Dickung (D)&#039;&#039;&#039;. Ab dem Dickungsstadium grenzen sich die Entwicklungsstufen in Oberdurchmesser-&lt;br /&gt;
Klassen von jeweils 10 cm ab. Die Dickung stellt eine Jungbestockung mit einem&lt;br /&gt;
Oberdurchmesser von maximal 10 cm dar. Dies ist der Lebensabschnitt, bei dem der&lt;br /&gt;
Kronenschluss im allgemeinen erreicht wird und bei welchem der Wettbewerb im Innern des&lt;br /&gt;
Kollektives beginnt und somit zu einer sozialen Differenzierung (Hierarchie) führt. Als weitere&lt;br /&gt;
typische Eigenschaft der Dickungsstufe kann auch ihre Undurchdringlichkeit genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich Formen des Wettbewerbes unterscheidet man zwischen der &#039;&#039;&#039;interspezifischen Konkurrenz&#039;&#039;&#039;, d.h. der Konkurrenz im eigentlichen Sinne, die den Kampf zwischen den jungen&lt;br /&gt;
Bäumen und der nicht baumartigen Vegetation beschreibt, und der &#039;&#039;&#039;intraspezifischen Konkurrenz&#039;&#039;&#039; oder der Konkurrenz zwischen den forstlich erwünschten Bäumen, in der Regel&lt;br /&gt;
derselben Art, (siehe Abb. 3.3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:abb_3.3.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 3.3&#039;&#039;&#039;: Interspezifische und intraspezifische Konkurrenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Stangenholz (S1, S2)&#039;&#039;&#039;. Während der Entwicklungsstufe des Stangenholzes liegt der&lt;br /&gt;
Oberdurchmesser einer Bestockung zwischen 10 und 30 cm. Man unterscheidet &#039;&#039;&#039;schwaches&lt;br /&gt;
Stangenholz (S1)&#039;&#039;&#039;, mit einem Oberdurchmesser zwischen 10 und 20 cm und &#039;&#039;&#039;starkes&lt;br /&gt;
Stangenholz (S2)&#039;&#039;&#039; mit einem DO zwischen 20 und 30 cm. Dies ist die Lebensphase, in der die&lt;br /&gt;
Bäume das stärkste Streckungswachstum aufweisen. Als Folge davon findet hier auch die&lt;br /&gt;
schnellste Zunahme des Wettbewerbs statt, da der von den Bäumen benötigte Lebens- bzw.&lt;br /&gt;
Kronen-Raum exponentiell zur Baumhöhe ansteigt. Die logische Folge davon ist eine immer&lt;br /&gt;
deutlicher ausgeprägte soziale Ausdifferenzierung innerhalb des Kollektives, was den Beginn&lt;br /&gt;
des Phänomens der natürlichen [[Astreinigung]] darstellt sowie im Endeffekt zum Absterben bzw.&lt;br /&gt;
zum Ausscheiden der sozial niedrigsten Elemente Siehe Abb. 3.4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: abb_3.4.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 3.4:&#039;&#039;&#039; Soziale Differenzierung und ihre Folgen in der Entwicklungsstufe des Stangenholzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich Mortalität unterscheidet man zwischen dem &#039;&#039;&#039;natürlichen Ausscheiden ersten&lt;br /&gt;
Grades&#039;&#039;&#039;, durch das Ausscheiden der Bäume aufgrund äusserer (exogener) Einflüsse (Fröste,&lt;br /&gt;
Krankheiten) gegenüber dem &#039;&#039;&#039;natürlichen Ausscheiden des zweiten Grades&#039;&#039;&#039; unter dem Effekt&lt;br /&gt;
des Wettbewerbes. Letzterer wird umso grösser, je länger mit den künstlichen, regulierenden&lt;br /&gt;
Waldbaueingriffen zugewartet wird und je gemässigter und zurückhaltender sie ausfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wettbewerb bewirkt eine Erhöhung des &#039;&#039;&#039;Schlankheitsgrades&#039;&#039;&#039; der Stämme oder das &#039;&#039;&#039;h/d Verhältnis&#039;&#039;&#039;. Als Folge davon erhöht sich auch das Risiko von Schäden durch aufliegende&lt;br /&gt;
Schneelasten (Schneebruch- und Schneedruckschäden). Nach den Beobachtungen von Kodrik&lt;br /&gt;
(1970, 1972, 1982)[[Referenz::Kodrik;1970;Kodrik, J., 1970: Die Stabilität der Tanne gegen Schneebrüche. Lesnice Prace 49: 74-77.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kodrik, J., 1970: Die Stabilität der Tanne gegen Schneebrüche. Lesnice Prace 49: 74-77.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Kodrik;1972;Kodrik, J., 1972: Der Einfluss der bestandesbildenden Faktoren auf die Beschädigung der&lt;br /&gt;
Tannenbestände durch Schnee. Acta Fac. forest. Zvolen 14: 115-129.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kodrik, J., 1972: Der Einfluss der bestandesbildenden Faktoren auf die Beschädigung der&lt;br /&gt;
Tannenbestände durch Schnee. Acta Fac. forest. Zvolen 14: 115-129.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Kodrik;1982;Kodrik, J., 1982: Beurteilung dispositiver Eigenschaften von Kiefernbeständen gegenüber der&lt;br /&gt;
Intensität von Schneebruchschäden. Lesnictvi 28, 1: 43-57.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kodrik, J., 1982: Beurteilung dispositiver Eigenschaften von Kiefernbeständen gegenüber der&lt;br /&gt;
Intensität von Schneebruchschäden. Lesnictvi 28, 1: 43-57.&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Slowakei, lässt sich ein Maximum der Schneeschäden (Kronen- und Stammbrüche zusammengenommen) in den Altersklassen von 20-30 und 30-40 Jahre feststellen. Dabei fallen die Schäden in den gepflegten Beständen geringer aus als in unbehandelten. Bei korrekter Durchforstung betreffen sie ältere Entwicklungsstufen. Siehe dazu Abb. 3.5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: abb_3.5.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 3.5&#039;&#039;&#039;: Häufigkeit von Schneebruchschäden in Abhängigkeit des Bestandesalters (nach Altersklassen) und des Pflegezustandes. nach Kodrik, in: Rottmann (1985)[[Referenz::Rottmann;1985;Rottmann, M, 1985: Schneebruchschäden in Nadelholzbeständen. Sauerländer&#039;s Frankfurt, 159 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Rottmann, M, 1985: Schneebruchschäden in Nadelholzbeständen. Sauerländer&#039;s Frankfurt, 159 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterteilung in schwaches und starkes Stangenholz ist insbesondere aus pflegeorganisatorischen&lt;br /&gt;
Gründen wichtig. Im schwachen Stangenholz werden die Eingriffe zur&lt;br /&gt;
Stammzahlreduktion noch mit dem Gertel oder anderen manuellen Werkzeugen ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der Bezeichnung Jungwald versteht man die Gesamtheit aller Entwicklungsstufen vom&lt;br /&gt;
Jungwuchs bis zum Stangenholz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referezen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Baumholz (B1, B2, B3)&#039;&#039;&#039;. Ab einem Oberdurchmesser von 30 cm befindet sich eine&lt;br /&gt;
Bestockung in der Entwicklungsstufe des Baumholzes, welches man folgendermassen weiter&lt;br /&gt;
unterteilt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*schwaches Baumholz (B1): Oberdurchmesser zwischen 30 und 40 cm&lt;br /&gt;
*mittleres Baumholz (B2): Oberdurchmesser zwischen 40 und 50 cm&lt;br /&gt;
*starkes Baumholz (B3): Oberdurchmesser über 50 cm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauch des Durchmessers als Kriterium zur Bestimmung der Entwicklungsstufe hat vor&lt;br /&gt;
allem wirtschaftliche Gründe, da ja eine enge Beziehung zwischen der Dicke der Bäume und&lt;br /&gt;
den daraus anfallenden Sortimenten besteht. Die Grenze von 50 cm entspricht, für die&lt;br /&gt;
Nadelbäume, im grossen und ganzen dem Übergang zur obersten Stärkenklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Standorten mit schlechter Produktivität werden diese Dimensionen unter Umständen gar&lt;br /&gt;
nie erreicht. Folglich kann auf diesen Standorten, auch im Falle von physiologisch alten&lt;br /&gt;
Beständen, gar nicht mit eigentlichen starken Baumhölzern gemäss der obigen Definition&lt;br /&gt;
gerechnet werden. Andererseits hat aber auch die waldbauliche Behandlung selbst,&lt;br /&gt;
insbesondere der Durchforstungstätigkeit, einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklungsstufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:tabelle_3.6.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tabelle 3.6 :&#039;&#039;&#039; Abgrenzung der Entwicklungsstufen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entwicklungsstufe des Baumholzes liegen die hauptsächlichen Risiken in den&lt;br /&gt;
Sturmschäden. Sie können in Form von &#039;&#039;&#039;Windbrüchen&#039;&#039;&#039; (Stamm-, Kronen- oder Stockbrüchen)&lt;br /&gt;
oder &#039;&#039;&#039;Windwürfen&#039;&#039;&#039; vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entwicklungsstufe des Baumholzes liegen die hauptsächlichen Risiken in den&lt;br /&gt;
Sturmschäden. Sie können in Form von Windbrüchen (Stamm-, Kronen- oder Stockbrüchen)&lt;br /&gt;
oder Windwürfen vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle 3.6 fasst die gegenseitigen Abgrenzungen und hauptsächlichen Eigenschaften der&lt;br /&gt;
verschiedenen Entwicklungsstufen zusammen. Die für die Höhe und die Dauer jedes&lt;br /&gt;
Entwicklungszustandes angegebenen Werte sind nur von hinweisendem Wert. Strikt gültig sie&lt;br /&gt;
sind nur für [[Baumart::Fichte]] unter mittleren Produktions- und Bonitätsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Definition]]&lt;br /&gt;
[[Category:Typologie]]&lt;br /&gt;
[[Category:Grundeinheit und operative Einordnung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Entwicklungskriterien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baumkollektiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.2.1_Kronenschluss_und_Beginn_des_Wettbewerbes&amp;diff=3801</id>
		<title>2.2.1 Kronenschluss und Beginn des Wettbewerbes</title>
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		<updated>2017-02-06T17:36:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In der Regel bilden die Bäume eine kompakte Kronenschicht während der Dickungsphase. Der&lt;br /&gt;
sog. &#039;&#039;&#039;Kronenschluss&#039;&#039;&#039; wird dann erreicht. Er stellt ein entscheidendes Ereignis dar, da er den&lt;br /&gt;
Beginn des kollektiven Lebens einerseits, aber auch den &#039;&#039;&#039;Beginn des Wettbewerbes&#039;&#039;&#039; im&lt;br /&gt;
Kronenbereich andererseits anzeigt. Mit zunehmenden Höhen brauchen die Bäume immer&lt;br /&gt;
grössere Kronen und entsprechende Standräume. Bis zum Zeitpunkt des Kronenkontaktes&lt;br /&gt;
müssen sich die Jungbäume einer Pflanzung lediglich gegen die Konkurrenz der Schlagflora&lt;br /&gt;
durchsetzen. Sie konzentrieren ihre Kräfte auf die Entwicklung ihres Wurzelsystems. Das&lt;br /&gt;
Erreichen des Kronenschlusses ist als eher günstig als nachteilig zu betrachten. Mit der&lt;br /&gt;
Entstehung eines geschlossenen Kronenschirmes wird verhindert, dass die Sonnenstrahlung&lt;br /&gt;
direkt auf den Boden gelangt, und es wird ein Mikroklima geschaffen, das eine auf die Pflanzen&lt;br /&gt;
und die biologische Aktivität günstig wirkende Luftfeuchtigkeit erzeugt. Zahlreiche Beobachtungen&lt;br /&gt;
zeigen, dass die Jungbäume nach Erreichen des Kronenschlusses schneller wachsen&lt;br /&gt;
als breitständige vergleichbare Pflanzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Kronenschluss beginnt aber der Wettbewerb zwischen den Individuen. Er nimmt umso&lt;br /&gt;
stärker zu, je schneller der Höhenzuwachs ist. Der Wettbewerb ist am stärksten, wenn der&lt;br /&gt;
Höhenzuwachs kulminiert, was in etwa in der Entwicklungsstufe des Stangenholzes der Fall ist.&lt;br /&gt;
Der Wettbewerb und allenfalls genetisch bedingte Wuchsunterschiede führen zu einer sozialen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Differenzierung&#039;&#039;&#039; innerhalb des Kollektives. Sie fällt umso ausgeprägter aus, je stärker der&lt;br /&gt;
Wettbewerb ist und je länger dieser schon andauert. Diejenigen Individuen, die schon zu&lt;br /&gt;
Beginn der einsetzenden Konkurrenz eine deutlich [[Herrschend|herrschende]] [[Soziale Stellung nach Kraft|soziale Stellung]] haben,&lt;br /&gt;
belegen auch die besseren Plätze im ungleichen Kampf um das Licht. Sie haben auch grössere&lt;br /&gt;
Chancen, [[Herrschend|herrschend]] zu bleiben. Sie verhindern damit, dass die weniger begünstigten&lt;br /&gt;
Konkurrenten sie einholen können. Die [[Herrschend|herrschenden]] Bäume müssen aber hinsichtlich ihrer&lt;br /&gt;
Stamm- und Holzqualität nicht gezwungenermassen die bestveranlagten sein. Möglicherweise&lt;br /&gt;
gilt das auch für die potentielle Wuchsleistung[[Referenz::Delvaux;1981;Delvaux, J., 1981: Différenciation sociale. Schweiz. Z. Forstwes. 132, 9: 733-749.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Delvaux, J., 1981: Différenciation sociale. Schweiz. Z. Forstwes. 132, 9: 733-749.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorteile des Wettbewerbs==&lt;br /&gt;
Der Wettbewerb hat aber nicht nur Nachteile. Die Einfassung eines Baumes durch benachbarte&lt;br /&gt;
Mitstreiter hat in erster Linie günstige Auswirkungen, insbesondere auf den Prozess der&lt;br /&gt;
natürlichen [[Astreinigung]]. Der Wettbewerb hält also die Stärke der Äste in Grenzen und hindert&lt;br /&gt;
12 Skript Waldbau I Prinzipien der Waldnutzung&lt;br /&gt;
das Astwerk daran, sich allzu kräftig zu entwickeln. Im Bereich 1 der Abbildung 2.5, wo der&lt;br /&gt;
Wettbewerb gering ausfällt, ist seine Wirkung eher als vorteilhaft zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Wettbewerb]]&lt;br /&gt;
[[Category: Astreinigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.3.4_Dauerzwiesel_oder_vor%C3%BCbergehende_Zwiesel&amp;diff=3800</id>
		<title>2.3.4 Dauerzwiesel oder vorübergehende Zwiesel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://students.siwawa.org/index.php?title=2.3.4_Dauerzwiesel_oder_vor%C3%BCbergehende_Zwiesel&amp;diff=3800"/>
		<updated>2017-02-06T17:33:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei der Zwieselbeurteilung ist die Frage der Erhaltung oder Rückbildung eines Zwiesels von&lt;br /&gt;
Bedeutung. Nicht jeder Zwiesel führt zur permanenten Verzweigung der Stammachse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil davon bildet sich zurück.&lt;br /&gt;
Ningre, (1997)[[Referenz::Ningre;1997;Ningre, F., 1997: Une définition raisonnée de la fourche. Rev. For. Fr. 49: 32-40.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ningre&amp;quot;&amp;gt;Ningre, F., 1997: Une définition raisonnée de la fourche. Rev. For. Fr. 49: 32-40.&amp;lt;/ref&amp;gt; definiert den Zwiesel so, wenn der kürzere Ast mindestens die Hälfte des grösseren erreicht (siehe  [[Bild::Abb 2.14.png|Abb. 2.14]]). Die Rückbildung früherer Zwiesel ist noch ungenügend geklärt. Dabei spielen auch die Probleme der [[Astreinigung]] eine Rolle (siehe auch Nicolini (1996)[[Referenz::Nicolini;1996;Nicolini, E., 1996: Développement architectural et installation de la fourche chez le hêtre européen. Forêt Entreprise 110: 37-46.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Nicolini, E., 1996: Développement architectural et installation de la fourche chez le hêtre européen. Forêt Entreprise 110: 37-46.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.14.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.14&#039;&#039;&#039;: Verschiedene Ausprägung&lt;br /&gt;
von Zwieseln an jungen&lt;br /&gt;
[[Baumart::Buche|Buchen]] und ihre Bedeutung für&lt;br /&gt;
eine klare Definition des Zwiesels.&lt;br /&gt;
(nach Ningre (1997)[[Referenz::Ningre;1997;Ningre, F., 1997: Une définition raisonnée de la fourche. Rev. For. Fr. 49: 32-40.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ningre&amp;quot;&amp;gt;Ningre, F., 1997: Une définition raisonnée de la fourche. Rev. For. Fr. 49: 32-40.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Zwieselbildung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigungg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.4.1_Die_Astbildung_und_Reinigung&amp;diff=3799</id>
		<title>2.4.1 Die Astbildung und Reinigung</title>
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		<updated>2017-02-06T17:32:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als wichtigster und häufigster Fehler von Hölzern ist neben einer schlechten Form und einer&lt;br /&gt;
[[Mangelnde Geradschaftigkeit|mangelnden Geradschaftigkeit]] der Stammachse die [[Astigkeit]] zu betrachten. Dies ist&lt;br /&gt;
verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und&lt;br /&gt;
Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)[[Referenz::Pechmenn und Courtois;1970;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von&lt;br /&gt;
Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.&amp;lt;/ref&amp;gt; 94 % der Fehler&lt;br /&gt;
von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von [[Baumart::Douglasie]] dieser Ursache zuzuschreiben. Die&lt;br /&gt;
Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die Vitalität und für das Wachstum eines&lt;br /&gt;
Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als&lt;br /&gt;
notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen&lt;br /&gt;
Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden Krone&lt;br /&gt;
entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine&lt;br /&gt;
genügend frühe [[Astreinigung]] des unteren Teils des Schaftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der&lt;br /&gt;
natürlichen [[Astreinigung]] der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung&lt;br /&gt;
darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die [[Astigkeit]] tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache&lt;br /&gt;
der Holzentwertung dar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und toten Ästen unterscheiden.&lt;br /&gt;
Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte Grünäste, welche fest mit dem&lt;br /&gt;
umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für&lt;br /&gt;
bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel)&lt;br /&gt;
gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die [[Baumart::Föhre]] und die [[Baumart::Douglasie]]. Im bereits&lt;br /&gt;
abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-,&lt;br /&gt;
Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von&lt;br /&gt;
selbst in geschnittenem Holz herausfallen und damit Löcher hinterlassen und deshalb schon&lt;br /&gt;
vorsorglich vom Tischler oder Schreiner entfernt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen [[Astreinigung]] bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die [[Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
*die [[Totasterhalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.16.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.16&#039;&#039;&#039;: Die zwei Typen der [[Astreinigung]] bei den Bäumen: die [[Totasterhalter]] und die [[Totastverlierer]]. &lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Totastverlierer|Totastverlierern]] werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die [[Astreinigung]] erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die [[Astreinigung]] der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gelinsky, H., 1933: Die [[Astreinigung]] der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  [[Totastverlierer]] weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche [[Astreinigung]] aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den [[Totasterhalter|Totasterhaltern]] die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Butin und Kowalski (1983,1986)[[Referenz::Butin und Kowalski;1983;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Butin und Kowalski;1986;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.&amp;lt;/ref&amp;gt; gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der [[Baumart::Eiche]] die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen [[Astreinigung]]. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche [[Astreinigung]] aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Astigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Category: Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totast]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totasterhalter]]&lt;br /&gt;
[[Category: Mangelnde Geradschaftigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=4.3.1_Die_Erziehung&amp;diff=3798</id>
		<title>4.3.1 Die Erziehung</title>
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		<updated>2017-02-06T17:30:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Unter Erziehung versteht man, die begünstigenden Einflüsse von der Umgebung zu benutzen bzw. zu fördern, damit die guten Veranlagungen der Individuen sich entfalten können bzw. die schlechten Eigenschaften in Grenzen gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein isoliert stehender Baum entwickelt in der Regel ein grobes Astwerk und hat oft die Tendenz, sich allzu breitzumachen. Die Belassung der Bäume in einem mehr oder weniger dichten Kollektiv erlaubt die Bildung einer sog. Waldform, welche eine effiziente Raumausnützung durch Bildung einer nicht allzu ausladenden Krone (sog. Apfelbaumtyp) erlaubt. Dies führt auch zur Bildung von relativ feinen Ästen, welche unter günstigen Umständen eine weitgehende, spätere, natürliche [[Astreinigung]] erlauben. Die erzieherischen Massnahmen spielen v.a. in derjenigen Phase eine sehr wichtige Rolle, in welcher der Hauptteil der Stammachse der Bäume gebildet wird. Dies ist in der Dickungsstufe der Fall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss zwischen einer &#039;&#039;&#039;kollektiven&#039;&#039;&#039; und einer &#039;&#039;&#039;individuellen Erziehung&#039;&#039;&#039; unterscheiden (siehe Abb. 4.17): Die &#039;&#039;&#039;kollektive&#039;&#039;&#039; Erziehung beruht auf dem Prinzip der Erreichung von günstiger Wirkung durch die Gestaltung der Bestockung als Kollektiv. Im Falle der &#039;&#039;&#039;individuellen Erziehung&#039;&#039;&#039; beziehen sich die Massnahmen auf ausgewählte Bäume, z.B. die Zukunftsträger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.17.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.17: Die zwei Formen der Erziehung: die individuelle und die kollektive.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist bei gezielter Begünstigung gewünschter Eigenschaften der Auslesebäume der Fall, z.B. bei der künstlichen &#039;&#039;&#039;Wertastung&#039;&#039;&#039; oder der Förderung eines Nebenbestandes. Obwohl letzterer grundsätzlich flächig erfolgt, dient er auch dazu, die Stämme der Auslesebäume einzupacken und zu schützen. Die individuelle Erziehung ist also eng mit einer positiven Auslese verbunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel erfolgt die Erziehung durch die Regelung des Wettbewerbes. In der Phase der Schaffung der für die Wertschöpfung wichtigen untersten 10 m Schaftteiles (also bis Ende der Dickung) strebt man eher eine genügend hohe Bestockungsdichte an. Man kann von einer &#039;&#039;&#039;Kompressionsphase&#039;&#039;&#039; sprechen. Bei gemischter Bestockung ist es wichtig, darauf zu achten, dass wettbewerbsschwächere Baumarten entsprechend gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter technischen Erziehungsmassnahmen sind Schaftkorrekturen in der Frühjugend vorzustellen (sog. Kronenschnitt) und die bezüglich Wertschöpfung bei den totasterhaltenden Baumarten (im wesentlichen den Koniferen) weitaus wirksamste Massnahme der künstlichen &#039;&#039;&#039;Wertastung&#039;&#039;&#039;. Diese Massnahme wird weiter unten detailliert dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kronenschnitt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Kronenschnitt (oder Formschnitt) versteht man den direkten Eingriff, um die Form von sehr jungen Bäumen (d.h. in direkt erreichbarer Höhe) zu verbessern im Sinne der Bildung einer durchgehenden Achse (Hubert und Courraud, 1987)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hubert und Courraud;1987;Hubert, M., Courraud, R., 1987: Elagage et taille de formation des arbres forestiers. Inst. p. le dévelop. forest., Paris, 292 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert, M., Courraud, R., 1987: Elagage et taille de formation des arbres forestiers. Inst. p. le dévelop. forest., Paris, 292 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dies geschieht durch die Entfernung von Zwieseln, durch die Korrektur von Fehlern an der Baumspitze (besonders am Endtrieb) oder durch die Entfernung von grossen, zu dominanten Seitenästen, deren Durchmesser 2,5 cm übersteigt. Der Kronenschnitt ist verwandt mit Techniken der Baumgärtnerei. Im Waldbau wird er hauptsächlich in der frühen Dickungsstufe, mit der Absicht, die Entwicklung einer durchgehenden Achse zu begünstigen, durchgeführt. Da solche Eingriffe hauptsächlich aus der Entfernung von dominanten Zwieseln bestehen, spricht man in diesem Zusammenhang oft auch von &#039;&#039;&#039;Entzwieselung&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zweckmässigkeit solcher Eingriffe gehen die Meinungen auseinander. Bei Baumarten, bei welcher die Zwieseltendenzen erblich bedingt sind ([[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]] z.B.) resultiert aus dem Kronenschnitt die virtuelle Verbesserung der Form, aber nicht des Genotyps. In diesem Sinne ist ein solcher Eingriff grundsätzlich abzulehnen (Schädelin, 1934)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schädelin;1934;Schädelin, W., 1934: Die Durchforstung als Auslese- und Veredlungsbetrieb höchster Wertleistung. Haupt, Bern &amp;amp; Leipzig, 96 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schädelin, W., 1934: Die Durchforstung als Auslese- und Veredlungsbetrieb höchster Wertleistung. Haupt, Bern &amp;amp; Leipzig, 96 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
ausser für ganz spezielle Fälle, wo extrem wenige brauchbare Kandidaten vorhanden sind. Die Entzwieselung (bzw. Entgabelung), bei welcher der kürzere Ast unmittelbar am Stamm entfernt wird, kann vor allem bei [[Baumart::Esche]], [[Baumart::Linde]] und [[Baumart::Ulme]], die zum Teil äusserst ausgiebig verzwieseln, als allenfalls gerechtfertigte Massnahme bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Falle von Pflanzungen mit weiten Pflanzabständen wird der Kronenschnitt angebracht, insbesondere bei Baumarten, welche dazu tendieren dicke, kräftige Äste zu bilden, namentlich beim Kirschbaum im Sinne einer vorgezogenen Wertastung. Diese Eingriffsart darf aber nicht mit einer Vorastung um die Bewegungsfreiheit in einer Dickung zu gewährleisten, verwechselt werden, wie sie vor allem in Nadelholzdickungen ausgeführt wird. Bei einer solchen Vorastung werden die Bäume nicht gezielt individuell, sondern eher systematisch oder gar schematisch (z.B. alle Bäume oder je 2 Pflanzreihen) bis auf eine Höhe von 2 bis 2,5 m aufgeastet. Für eine Auswahl der Elitebäume ist es zu diesem Zeitpunkt i.d.R. noch zu früh. Aus heutiger Sicht der hohen Arbeitskosten ist eine solche Massnahme ohnehin nicht mehr zu rechtfertigen.&lt;br /&gt;
Der Kronenschnitt kommt systematisch zur Anwendung in einer speziellen Form individueller Wertholzerziehung in Hecken, entlang von Flurwegen oder Gewässern, wie sie in gewissen Regionen Frankreichs (z.B. Picardie) zur Anwendung kommt, insbesondere als winterliche Beschäftigung in landwirtschaftlichen Betrieben unter der Bezeichnung des &#039;&#039;&#039;baumweisen Waldbaus&#039;&#039;&#039; (sylviculture d’arbres). Es geht dabei darum, mit intensiver Pflege praktisch einzeln stehende Werthölzer ([[Baumart::Nussbaum]], [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Esche]], [[Baumart::Roteiche]] u.a.m.) auf einer minimalsten vom Boden erreichbaren Stammhöhe von 3 bis maximal 4 m regelrecht mit der Schere(allenfalls gestielte Flachschere) auszuschaffen und nachher praktisch allein wachsen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kronenschnitt erfolgt im allgemeinen mit gestielten oder ungestielten Baumscheren mit einer flachen Schneide. Die Abtrennung der Äste bzw. der Kronenteile soll direkt am Astansatz, d.h. unmittelbar am Stamm erfolgen. Um eine rasche und günstige Überwallung zu ermöglichen, muss darauf geachtet werden, dass die Rinde vorsichtig angeschnitten wird. Bei den Laubbäumen wird der Eingriff vorzugsweise zwischen Ende Juli und Anfang August ausgeführt, da zu diesem Zeitpunkt das Risiko der nachträglichen Bildung von Wasserreisern am wenigsten hoch ist (Wignall et al. 1987)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Wignall et al.;1987;Wignall, T.A., Browning, G., Mackenzie, K.A.D., 1987: The physiology of epicormic bud emergence in pedunculate oak (Quercus robur L.); Response to partial notch girdling in thinned and unthinned stands. Forestry 60, 1: 45-56.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Wignall, T.A., Browning, G., Mackenzie, K.A.D., 1987: The physiology of epicormic bud emergence in pedunculate oak (Quercus robur L.); Response to partial notch girdling in thinned and unthinned stands. Forestry 60, 1: 45-56.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Er kann aber auch zu anderen Jahreszeiten erfolgen. Zeitpunkte, in denen die proleptischen Triebe gebildet werden, die Periode, in der der Saft aufsteigt sowie Frostperioden sind dabei aber zu meiden. Gipfeltriebe, die zufällig bzw. aufgrund exogener Einflüsse beschädigt wurden, sind bis auf die Höhe eines Ersatzastes oder oberhalb einer kräftigen, gut entwickelten Achselknospe (Seitenknospe) zurückzuschneiden. Dicke und schwere Seitenäste sind in zwei Schnitten zu entfernen: Um ein Aufreissen der Rinde am Stamm zu vermeiden, wird der Ast zuerst in einem Abstand von 30 - 40 cm vomStamm abgetrennt. Anschliessend wird der noch verbleibende Aststummel an seinem Ansatz sauber abgeschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Schneiden von Bäumen besteht auch eine gewisse Infektionsgefahr. Diese bezieht sich namentlich auf Krankheiten wie den Bakterien-Krebs der Pappel (Xanthomonas populi Ridé &amp;amp; Ridé), den [[Baumart::Esche|Eschenkrebs]] (&#039;&#039;Pseudomonas syringae subsp. savastonoi pv. fraxini Janse&#039;&#039;), den [[Baumart::Buche|Buchenkrebs]] (&#039;&#039;Nectria ditissima Tul.&#039;&#039;) oder auch die Phomopsis-Krankheit der [[Baumart::Douglasie]] (&#039;&#039;Phomopsis pseudotsugae Wilson&#039;&#039;). Es ist deshalb empfehlenswert, die Werkzeuge regelmässig zu desinfizieren, was z.B. mit Alkohol erfolgen kann. Bei gravierendem Befall ist das befallene Astmaterial zu verbrennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Eingriff, der jedoch nicht einen erzieherischen, sondern einen phytosanitären Charakter aufweist, ist die Entfernung von Ästen, welche erste Anzeichen eines Krebsbefalles aufweisen (z.B. in Form von kugelförmigen Anschwellungen). Dies ist besonders beim [[Baumart::Lärche|Lärchenkrebs]] (&#039;&#039;Lachnellula willkommii Dennis&#039;&#039;) und beim Hexenbesen bzw. Astkrebs des [[Baumart::Tanne|Tannenkrebses]] (&#039;&#039;Melampsorella caryophyllacearum Schroeter&#039;&#039;) von praktischer Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erziehung durch Schatten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Erziehung durch Einpacken durch Nachbarn im Bestand, bzw. direkten Korrekturen, besteht die Möglichkeit, die Beschattung als erzieherischen Faktor zu berücksichtigen. Diese Form der Erziehung kommt im Plenterwald weitestgehend zur Anwendung. Bei Lichtbaumarten und Baumarten mit sympodischen Tendenzen ([[Baumart::Buche]]) wirkt die Beschattung in der Regel ungünstig, zuerst durch starke Reduzierung des Wuchses, aber auch durch Förderung von Kurztrieben, was, wenn die Beschattung lang dauert, zum Verlust des aufrechten Wuchses oder zum Schrägwuchs (sog. Plagiotropie, siehe Abb. 4.18) führt. Eine mässige Beschattung von empfindlichen Baumarten (z.B. [[Baumart::Buche]]) führt in der Phase, in der die Schaftformbildung von Bedeutung ist (Jungwuchs-Dickung), zur Ausprägung einer guten Schaftachse und feinem Geäst und ist somit trotz eduzierung des Höhenwuchses, zumindest in dieser Phase, zu empfehlen. So zeigen Morel und Planchais (2000)[[Referenz::Morel und Planchais;2000;:Morel und Planchais;2000Morel, P.-J., Planchais, I., 2000: Plantation de hêtre sous abri; une technique à préconiser. Bull. Techn. ONF, No 39, Jaqnv. 2000:7-19.;| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Morel, P.-J., Planchais, I., 2000: Plantation de hêtre sous abri; une technique à préconiser. Bull. Techn. ONF, No 39, Jaqnv. 2000:7-19.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
dass die weitständige Pflanzung von [[Baumart::Buche|Buchen]] in Bestandesgassen (relativer Lichtgenuss von 50 bis 60 %) einen guten Kompromiss zwischen Form und Wachstum aufweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Koniferen reduziert der Schatten wohl die Höhenwuchsleistung, aber keineswegs die Fähigkeit, aufrecht zu wachsen. Schattenertragende Jungkoniferen ([[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]]) können während erheblich langer Dauer die Beschattung ertragen (Schütz, 1969) [[Referenz::Schütz;1969;Schütz, J.-Ph., 1969: Etude des phénomènes de la croissance en hauteur et en diamètre du sapin (Abies alba Mill.) et de l&#039;épicéa (Picea abies Karst.) dans deux peuplements jardinés et une forêt vierge. Beih. Z. Schweiz. Forstver. 44, 115 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz, J.-Ph., 1969: Etude des phénomènes de la croissance en hauteur et en diamètre du sapin (Abies alba Mill.) et de l&#039;épicéa (Picea abies Karst.) dans deux peuplements jardinés et une forêt vierge. Beih. Z. Schweiz. Forstver. 44, 115 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bewirkt die Beschattung eine deutliche Reduzierung des Dickenwachstums der Äste. Das ist der Grund, warum Plenterjungbäume, auch wenn sie vereinzelt vorkommen, dünne Äste entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.18.png|350px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.18: Plagiotroper Wuchs mit Verlust des aufrechten Wuchses bei zu stark und zu lang beschatteten [[Baumart::Buche|Buchen]].&#039;&#039;&#039; (nach Kurth, 1946)[[Referenz::Kurth;1946;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Prinzip der Zurückhaltung der Astentwicklung kann auch für eine Halblichtbaumart wie die [[Baumart::Föhre]], die auf guten Standorten gerne grobastig wird, angewendet werden (Schöpf, 1954)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schöpf;1954;Schöpf, J., 1954: Untersuchungen über Astbildung und Astreinigung der Selber Kiefer. Forstw. Cbl. 73: 275-290.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schöpf, J., 1954: Untersuchungen über Astbildung und Astreinigung der Selber Kiefer. Forstw. Cbl. 73: 275-290.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Die [[Baumart::Waldföhre]]erweist sich hinsichtlich der Beschattung in der Jugend noch als ziemlich tolerant. Die Erziehung der [[Baumart::Föhre]] am Halbschatten wird sowohl in der Schweiz (Vögeli, 1961)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Vögeli;1961;Vögeli, H., 1961: Die Schattenerziehung der Föhre. Schweiz. Z. Forstwes. 112, 5/6: 350-363.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vögeli, H., 1961: Die Schattenerziehung der Föhre. Schweiz. Z. Forstwes. 112, 5/6: 350-363.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
wie auch im Ausland (Beninde, 1943)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Beninde;1943;Beninde, 1943: Die Behandlung natürlich verjüngter Kiefer unter Schirm. Deutsch. Forstwirtsch. 25, 105/106: 435-437.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Beninde, 1943: Die Behandlung natürlich verjüngter Kiefer unter Schirm. Deutsch. Forstwirtsch. 25, 105/106: 435-437.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
schon seit langem mit Erfolg praktiziert. Sie verlangt aber ziemlich viel waldbauliches Fingerspitzengefühl und Geduld. Die Überschirmung der Folgegeneration kann 20 bis 30 oder sogar noch mehr Jahre andauern. Um dabei aber dem Anstieg der Lichtbedürfnisse mit zunehmendem Alter der [[Baumart::Föhre|Föhren]] Rechnung zu tragen, muss die Dichte der Überschirmung nach und nach reduziert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwierigkeit bei der Schattenerziehung besteht darin, dass durch die Beschattung wohl feine Äste gebildet werden, aber leider auch überschlanke Stammformen. Die Schattenerziehung führt zu einer Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber Schneeschäden. Dies istinsbesondere bei der vollständigen Entfernung des Altbestandes problematisch. Immerhin hat sich die Schattenerziehung für eine zur Grobastigkeit neigenden Baumart wie der [[Baumart::Föhre]] und trotz der damit verbundenen Schwierigkeit als erfolgreichere Methode zur Eindämmung des Astbildung als diejenige der Förderung überdichter Bestockungen bewährt. Wie die&lt;br /&gt;
Untersuchungen von Abetz (1970)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Abetz;1970;Abetz, P., 1970: Bestandesdichte und Astdurchmesser bei der Rheintalkiefer. Allg. Forst- u. J.-Ztg. 141, 12: 233-238.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Abetz, P., 1970: Bestandesdichte und Astdurchmesser bei der Rheintalkiefer. Allg. Forst- u. J.-Ztg. 141, 12: 233-238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
und später auch von Ganther (1983)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Ganther;1983;Ganther, S., 1983: Untersuchung über die Wuchsdynamik, Nachbarschaft, soziologische Umsetzung und Qualitätsentwicklung in natürlich verjüngten Föhren- Jungwäldern in der Gemeinde Glattfelden. Schweiz. Z. Forstwes. 134, 11: 905-914.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ganther, S., 1983: Untersuchung über die Wuchsdynamik, Nachbarschaft, soziologische Umsetzung und Qualitätsentwicklung in natürlich verjüngten Föhren- Jungwäldern in der Gemeinde Glattfelden. Schweiz. Z. Forstwes. 134, 11: 905-914.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
in sehr dichten [[Baumart::Föhre|Föhrendickungen]] gezeigt haben, besteht ab einer gewissen Dichte von ungefähr 15’000 Pflanzen pro Hektare kein Zusammenhang mehr zwischen der Anzahl Bäume und dem Durchmesser ihrer Äste. Hingegen muss man bei so hohen Bestockungsdichten mit entsprechenden Stabilitätsproblemen rechnen, weil die zu stark bedrängten Individuen zu sehr&lt;br /&gt;
hohen Schlankheitsgrad tendieren, gekrümmte Stammformen bilden, wie wenn sie nicht einmal mehr in der Lage wären, ihr eigenes Gewicht zu ertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenz==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Die Nutzungsprinzipien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Pflegeeffekte]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Erziehung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baumkollektiv]]&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baum]]&lt;br /&gt;
[[Category:Definition]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=4.3.2_Die_Auslese&amp;diff=3797</id>
		<title>4.3.2 Die Auslese</title>
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		<updated>2017-02-06T17:29:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Konzentration der Produktion auf die bestveranlagten Individuen eines Kollektivs stellt eine der bedeutendsten wertschöpfende Möglichkeit dar. Man konzentriert sich dabei auf diejenigen Bäume mit den besten Stammqualität, ein gutes Wachstum und eine hohe Vitalität. Damit weist die eigentliche &#039;&#039;&#039;Auslese&#039;&#039;&#039; eine der am stärksten begünstigende Wirkung aller Pflegemassnahmen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der Auslese leitet sich von der grossen genetisch bedingten individuellen Vielfältigkeit der Formen und des Wuchses innerhalb einer Nachkommenschaft. Diese Vielfalt verleiht den natürlichen Beständen einen grossen ökologischen Vorteil, nämlich eine gute Anpassungsfähigkeit gegenüber verschiedenen Störungen und Risiken, welche einen Bestand während seiner ganzen Lebensdauer heimsuchen können. Waldbauliche Auslese ist grundsätzlich eine &#039;&#039;&#039;phänotypische Auslese&#039;&#039;&#039;, d.h. nach dem Erscheinungsbild, welches das Ergebnis der Veranlagung und seine Expressivität im Kontext der wirkenden Umgebungsfaktoren&lt;br /&gt;
ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Waldbauer benutzt nun die natürliche Formmannigfaltigkeit gezielt zur Erreichung der Ziele einer bestmöglichen Wertschöpfung. Dies ist bezüglich der Erhaltung des genetischen Pools unproblematisch, sofern die Wahlkriterien auf genügenden adaptiven Genen basieren. Die früher kontroversierte Frage, ob die Pflegeeingriffe die genetische Struktur einengen, ist mittlerweile geklärt, zumindest für den Charakter Wachstumsfreudigkeit, deren Förderung wie Lauber et al. (1997)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Lauber et al.;1997;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.).&lt;br /&gt;
Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bzw. Geburek et al. (1993)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Geburek et al.;1993;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
gezeigt haben, zu keiner genetischen Verarmung führt, weil Wuchskraft mit Heterozygotenanteil korreliert ist, so dass die zu fördernden Anwärter auch diejenigen mit der günstigen Rekombinationschancen der Gene sind. In der Natur übrigens sind es auch diese Heterozygoten, in der Regel die kräftigsten Bäume,&lt;br /&gt;
welche sich durchsetzen. Dabei gibt es offensichtlich gewisse Ausnahmen ([[Baumart::Weisstanne]], nach Hussendörfer, 2001)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer;2001;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba&lt;br /&gt;
Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ob es auch für die Stammqualität gilt, ist noch nicht genügend geklärt. Hinweise deuten darauf hin, dass Phänomene wie rhythmisches Wachstum auch mit Überhang an Heterozygoten verbunden ist (Hussendörfer et al.,1996)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer et al.;1996;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. , 147:785-802.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z.Forstwes. , 147:785-802.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann die Auslese nach negativen oder positiven Gesichtspunkten erfolgen. Die &#039;&#039;&#039;negative Auslese&#039;&#039;&#039; erfolgt, indem man hauptsächlich die schlechtveranlagten Individuen eliminiert. Bei einer &#039;&#039;&#039;positiven Auslese&#039;&#039;&#039; hingegen begünstigt und fördert man gezielt die bestveranlagten und bestausgebildeten Individuen eines Kollektivs (siehe dazu Abb. 4.19). Die positive Auslese ist auch wirksamer als die negative Auslese. Sie erlaubt eine bessereKonzentration der Pflege und dies ist bezüglich der Kosten günstig. In den noch sehr jungen Beständen jedoch, wenn die Qualitätseigenschaften im allgemeinen noch nicht genügend stark ausgeprägt sind, während hingegen die Mängel und die fehlerhaften Eigenschaften noch immer leichter zu erkennen sind, weist die negative Auslese Vorteile auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.19.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.19: Die zwei Grundformen der Auslese: die positive und die negative Auslese.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auslesekriterien richten sich nach den Produktionszielen. Es kann grundsätzlich sowohl Stammqualitätseigenschaften wie &#039;&#039;&#039;Wuchsleistung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Stabilität&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Gesundheit&#039;&#039;&#039; sein. Weil die Natur selbst nach Wuchseigenschaften differenziert, ist die mit waldbaulichen Massnahmen zu verbindende Auslese meistens für die Erreichung einer hohen Wertschöpfung angebracht, allenfalls für die Förderung von Stabilitätseigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Auslese richtet sich nach der Einschätzung der natürlichen unplanbaren Störungsrisiken (sog. &#039;&#039;&#039;stockastische Faktoren&#039;&#039;&#039;, wie Frost, Bruch usw.) sowie der Ausprägung der auszuwählenden Eigenschaften. Das Ziel besteht darin, eine gute Wertschöpfung in der Schaffung eines qualitativ wertvollen unteren Schafts von ca. 10 m zu erreichen. Eine der Kernfrage dabei ist, wie früh die Auslese erfolgen soll. Sind die unvorsehbaren &#039;&#039;&#039;Risiken hoch&#039;&#039;&#039; (z.B. infolge traumatischer Verzwieselung), soll eher zugewartet werden, bis die untersten 10 m gebildet sind. So erfolgt die Auslese im Normalfall erst richtig in der &#039;&#039;&#039;Stangenholzphase&#039;&#039;&#039;, wenn eine genügend interessante Schaftlänge ausgebildet ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die &#039;&#039;&#039;Risiken klein&#039;&#039;&#039; für Baumarten, deren Eigenschaften weniger abhängig von den Umweltereignissen sind (d.h. auch mehr aus der Veranlagung hervorkommen) und die Ausprägung von Qualitätsunterschiede gross, soll eher &#039;&#039;&#039;früh ausgelesen&#039;&#039;&#039; werden, so dass die guten Anwärter mehr Durchsetzungschancen erhalten im Konkurrenzkampf. Dies ist der Fall für Baumarten mit grossen genetisch veranlagten Qualitätsunterschieden sowie früh erkennbaren Eigenschaften (wie z.B. bei [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]]). Dann kann die Auslese früher, nämlich in der &#039;&#039;&#039;Dickungsphase&#039;&#039;&#039;, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Akquisition der Formeigenschaften und die Reaktion der Bestockungen auf den Kollektivwettbewerb unterschiedlich sind, unterscheidet man bezüglich Zeitpunkt und Schwerpunkte der Auslese die folgenden drei grossen Kategorien von Baumarten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Nadelbäume&#039;&#039;&#039;, bei welchen Probleme der Stabilität und [[Astreinigung]] im Vordergrund stehen&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Laubbaumarten mit obligatorischer [[Monopode|monopodischer]]&#039;&#039;&#039; Schaftachsenbildung, die aber eine Neigung zu traumatischer Verzwieselung vorweisen, also etwa [[Baumart::Esche]]/[[Baumart::Ahorn]], die sonst eine gute Selbstdifferenzierung haben. Bei dieser Gruppe steht die Bildung eines genügend langen Schaftes von etwa 10 m (evt. mehr) im Vordergrund&lt;br /&gt;
*Die Baumarten mit &#039;&#039;&#039;[[Sympode|sympodischen]] Tendenzen&#039;&#039;&#039;, also [[Baumart::Buche]]/[[Baumart::Eiche]]/[[Baumart::Linde]], bei welchen die frühzeitige Auslese nach dem Phänotyp der Wipfelschäftigkeit entscheidend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Qualitätskriterien&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hiebsreife liegt der grösste Anteil des Holzwertes im unteren Stammteil. Dies gilt in ausgesprochener Weise für Laubhölzer. Wie Abb. 4.20 zeigt, sind die Wertrelationen zwischen Stammholz (als Rundholz oder Nutzholz verwertbare untere Stammteil) und Wert bei Koniferen und Laubholz ähnlich. Circa 90 % des Wertes wird vom unteren Stammteil produziert. Für den unternehmerischen Erfolg interessiert uns heute nur dieser Teil, da die Industriesortimente kaum kostendeckend gewonnen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterschied zwischen Nadelhölzern und Laubhölzern liegt im restlichen schlecht verwertbaren Anteil an Koppelprodukten (Industrie- oder Energieholz). Dieser Teil macht massenmässig etwa 15 bis 20 %, bei Koniferen 30 bis unter Umständen 50 % der anfallenden Masse bei Laubhölzern aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Bäume, die nur mittlere oder gar schlechte Qualität erreichen, lohnen sich teurere wertschöpfende Waldbaumassnahmen nicht, wenn einmal die Phase der Auslesemöglichkeiten verpasst wurde. Darum ist es einerseits relevant zu wissen, welche die gewünschten Qualitäts eigenschaften sind und andererseits, welche von der waldbaulichen Behandlung beeinflusst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.20.png|750px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.20: Verteilung von Volumen und Wert in einem hiebsreifen Nadel- bzw. Laubbaum. (nach Bachmann, 1990)&#039;&#039;&#039;[[Referenz::Bachmann;1990;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich unterscheiden wir bezüglich Qualitätskriterien zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*phänischen Eigenschaften (also äusserlich sichtbaren). Es geht hier primär um die&lt;br /&gt;
Schaffung des untersten Schaftteils sowie um die [[Astreinigung]],&lt;br /&gt;
*innere Eigenschaften (Holzbeschaffung),&lt;br /&gt;
*unerträgliche Fehler, die sobald erkennbar als negative Auslesekriterien gelten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiss ist es zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich zu versichern, dass die heute geltenden Qualitätskriterien der Holzsortimente bis zum Zeitpunkt ihrer Ernte und ihres Verkaufs in 80 bis&lt;br /&gt;
100 Jahren noch die gleichen sein werden. Es gibt aber trotzdem allgemeingültige Holzeigenschaften, welche generell für Qualitätsholz einigermassen auch langfristig gültig bleiben. Das gilt zum Beispiel für die Regelmässigkeit des Holzkörperbaus (Jahrringe, zentrischer Wuchs, gerade Faser, Astfreiheit usw.) oder für die Erreichung von genügenden Dimensionen. Wobei dieser letzte Punkt beginnt für Koniferen umstritten zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Auslese kann man sich grundsätzlich in erster Linie auf solche allgemein gültigen Eigenschaften stützen. Daneben gibt es aber auch Qualitätskriterien, die sich je nach dem Stand des technologischen Fortschritts und je nach den wechselnden Modeströmungen und Bedürfnissen der Konsumenten verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemein anzustrebenden Stammqualitätseigenschaften für das Kollektiv der Wertträger sind die folgenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein unterstes Stammstück mit einer Länge von mindestens 10 m (allenfalls mehr)&lt;br /&gt;
*BHD von mindestens 60 cm (bei Nadelhölzern mässiger Qualität in Zukunft evtl. weniger)&lt;br /&gt;
*gerade und lotrechte Schaftachse&lt;br /&gt;
*ein runder Stammquerschnitt&lt;br /&gt;
*ab Entwicklungsstufe des schwachen Stangenholzes astfrei&lt;br /&gt;
*weder bedeutende Fehler, Krankheiten oder irgendwelche Verletzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der [[Astigkeit]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Astfreies Holz – ist das überhaupt erste anzustrebende Qualitätskriterium. Weil die Baumartengruppen bezüglich natürlicher [[Astreinigung]] auch unterschiedliche Reaktionsmuster aufweisen, muss man auch die Werteigenschaften unterschiedlich gewichten. Die Erreichung des Zieles, einen grossen Anteil an astfreiem Holz zu produzieren, ist in sehr hohem Mass von der Lebensdauer der Äste abhängig und von der Zeit, um die Astabbruchstellen zu überwallen. Nach Schulz (1961)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1961;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sollte für eine Produktion von Holz mit Spitzenqualität ein einwandfreies unterstes Stammstück angestrebt werden, das mindestens 50 % astfreies Holz enthält. Um dieses Ziel zu erreichen, darf der zentrale astige Kern des Stammes einen Drittel des gesamten Durchmessers nicht übersteigen. Das bedeutet, dass bei den Auslesebäumen die Äste&lt;br /&gt;
zumindest bis auf eine Höhe von vier Metern verschwunden sein bzw. entfernt werden müssen, was bei Nadelbäumen bei einem Brusthöhendurchmesser (BHD) von 12 cm, bei Laubbäumen bei einem BHD von 15 cm der Fall zu sein bzw. zu geschehen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beobachtungen von Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
über die Lebensdauer von Ästen und die Überwachsungsdauer von Astabbruchstellen bei der [[Baumart::Buche]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Waldföhre]] und der [[Baumart::Fichte]] zeigen, dass bei [[Baumart::Buche]] und [[Baumart::Eiche]], aufgrund einer Lebensdauer und einer anschliessenden Überwachsungsdauer der Äste von je etwa 10 Jahren, das oben formulierte Postulat bezüglich der Qualität auf natürliche Weise erfüllbar ist. Bei der [[Baumart::Föhre]] dagegen, welche die Äste etwa 15 - 25 Jahre lang behält und zusätzlich noch etwa 30 - 40 Jahre für derer Überwachsung benötigt, ist dieses Kriterium nicht mehr erfüllbar. In diesem Fall kann nur durch eine künstliche Asteliminierung das Ziel erreicht werden. Bei der [[Baumart::Fichte]], welche die abgestorbenen Äste noch länger als die [[Baumart::Föhre]] behält, erlaubt die natürliche [[Astreinigung]] niemals den gewünschten Anteil an astfreiem Holz zu produzieren. Somit steht fest dass bei [[Totasterhalter]] die Wertastung die wichtigste Wertschöpfungsmassnahme überhaupt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Andere Fehler: Drehwuchs und Holzrisse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Drehwüchsigkeit stellt einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar, den es frühzeitig zu erkennen gilt. Dabei ist das grösste Problem, dass der Drehsinn der Holzfasern im Laufe des Lebens eines Baumes wechseln kann. Eine Drehwüchsigkeit, die auf die Jugendphase eines Baumes beschränkt ist, betrifft nur den zentralen Teil des Stammes und ist nicht als so schwerwiegend zu betrachten. Im Vergleich dazu ist eine Drehwüchsigkeit, die sich über das ganze Leben eines Baumes hinzieht, insbesondere wenn sie immer denselben Drehsinn aufweist, als schwerwiegenderen Fehler einzustufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass sich die Drehwüchsigkeit von aussen, z.B. anhand des Rindenbildes, gut erkennen lässt, trügt. Die Rinde ist ein Abbild des Jugendkambiums. Inzwischen hat sich der Drehsinn korrigieren können, ohne dass man es von aussen merkt. Eine Drehwüchsigkeit istdann als schwerwiegend zu betrachten, wenn auch der Faserverlauf der äusseren Holzpartien gedreht ist. Sofern man nicht bereit ist, einen Baum absichtlich zu verletzen, lässt sich diese Erscheinung erst an geschlagenem Holz wirklich überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kann ein Drehwuchs von 10 - 15 cm/m’ für eine Klassierung als normale Qualität zulässig sein und ein Drehwuchs von 6 - 8 cm/m’ für eine Klassierung als fehlerfreie Qualität taxiert werden. Drehwuchs hat ebenfalls Auswirkungen auf verschiedene Arten von Holzrissen (siehe Abb. 4.21) Unterschiedliche Risse haben auch nicht die gleiche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.21.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.21: Verschiedene Holzrisse.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind z.B. kleine Herzrisse und kleine Risse an der Peripherie durch-aus noch als tolerierbare [[Holzfehler]] zu bezeichnen. Frostrisse treten beson-ders bei der [[Baumart::Tanne]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Ulme]], der [[Baumart::Edelkastanie]], dem [[Baumart::Nussbaum]], und etwas weniger auch beim [[Baumart::Kirschbaum]], der [[Baumart::Esche]] und sogar auch der [[Baumart::Buche]] auf. Frostrisse können, sogar wenn sie relativ stark geöffnet sind, wie übrigens auch die Trockenrisse bei der [[Baumart::Fichte]], noch für eine Klassierung als normale Qualität toleriert werden, wenn die Spaltfläche des Risses vollkommen gerade bzw. eben ist. Wenn sich die Spaltfläche des Risses aber auch nur leicht dreht, so stellt dieser einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar. Sternförmige Risse und Ringschälen sind, selbst wenn sie sich nur in der Kernzone befinden, als ins Gewicht fallende [[Holzfehler]] zu betrachten. Mit Ausnahme einer&lt;br /&gt;
richtigen Baumartenwahl hat man kaum Möglichkeiten, diese Erscheinung wirksam zu beeinflussen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Krankheiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zur [[Astigkeit]] sind die Folgeschäden von Krankheiten und Verletzungen von sekundärer Bedeutung. Es ist jedoch offensichtlich, dass für Qualitätsholz ein gerades, zentriert gewachsenes und nicht zu abholziges unteres Schaftstück auf einer Länge von mindestens 10 m vorhanden sein muss. Während das Kriterium der Abholzigkeit nicht so bedeutend ist, sind Kriterien wie Reaktionsholz (oder Druckholz, sog. [[Baumart::Buche|Buchsholz]]), Verletzungen oder schwerwiegende Krankheiten wie Fäulen, Schleimfluss oder Krebsen erschwerend. Noch entscheidender als die eigentliche Art eines [[Holzfehlers]] ist seine Lage im Stamm bzw. im Holzkörper. Wie man auf einem Stammquerschnitt sehen kann (siehe Abb. 4.22), unterscheidet man diesbezüglich drei Zonen unterschiedlicher Bedeutung. Die in der Kernzone vorkommenden [[Holzfehler]] (wie etwa Mondringe oder Verletzungen) haben keine allzu schwerwiegenden Konsequenzen, sofern sie nicht allzu breit ist. Dies gilt ebenfalls für die Randzone (3), da dieser Teil des Stammes bei der Verarbeitung v.a. Abfälle wie etwa Schwarten liefert. Dies ist der Grund, warum das Auftreten von Klebästen, (etwa bei [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Ulme]], [[Baumart::Linde]] und [[Baumart::Tanne]]) nicht als katastrophal zu betrachten ist, sofern es nicht um alte Klebäste geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.22.png|200px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.22: Zonen unterschiedlicher Bedeutung der [[Holzfehler]]:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 1 auftretende Fehler haben volumenmässig keine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 2 sind die Konsequenzen schwerwiegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 3, welches meistens Abfallholz gibt, sind die Konsequenzen geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewichtung der Qualitätsmerkmale für die Baumartengruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist also möglich, die Hauptqualitätsmerkmale nach den drei Holzartengruppen, die wir bei der Diskussion der Akquisition der Schafteigenschaften gebildet haben, zu gewichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Koniferen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die [[Astigkeit]] steht im Vordergrund. Dieser Faktor kann nur effizient durch eine rechtzeitige künstliche Wertastung gesteuert werden. Andere Eigenschaften sind Vermeidung von Fäulen. Sie sind schwierig vorauszusehen und stehen in Zusammenhang mit Nutzungsfolgen (siehe dazu die Diskussion im Abschnitt [[Phase der Auslese]]). Drehwüchsigkeit ist teilweise früherkennbar und gilt als wichtiges Merkmal einer negativen Auslese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Baumart::Esche]] und andere [[Monopode|monopodisch]] aufgebaute Baumarten mit traumatischen Verzwieselungsrisiken&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Im wesentlichen geht es um Vermeidung von tiefem Zwiesel (tiefer als 10 m) und Vermeidung von altersbedingter Farbkernbildung durch intensive Kronenbefreiung ab Stangenholzstufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Sympode|Sympodisch neigende]] Baumarten ([[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Schaffung eines unverzwieselten Schaftes von zirka 10 m steht in Vordergrund. Die Hauptmassnahme ist also eine frühzeitige Auslese nach diesem Kriterium. Weitere Eigenschaften in Zusammenhang mit Jahrringbildung und Produktionszeit wurden am Fallbeispiel der [[Baumart::Buche]] in Absatz [[Die Produktionsfaktoren: Zeit]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Problem der Reserven&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn im Sinne der Risikoabwägung die definitive Auslese erst dann sinnvollerweise erfolgt, wenn eine genügend hohe Stammachse gebildet ist (10 m), besteht auch später die Gefahr von stockastischen (unfreiwilligen) Ausfällen. Dieses Dilemma kann in der Praxis dadurch gelöst werden, indem man nicht nur die Wertträger des Endkollektivs auswählt, sondern eine gewisse Anzahl zusätzlicher Anwärter (sog. Reservisten). Heute strebt man aus Gründen der Kostenwirksamkeit eher das Prinzip des Ersatzes an, d.h. erst, wenn Bäume nicht mehr taugen, sie als Auslesebäume an Ort zu ersetzen. Früher galt das Prinzip der Ausscheidung eines Mehrfaches an Auslesebäumen als schlussendlich nötig. Wir werden diese Frage im wesentlichen im Abschnitt [[Perverse Wirkungen der Eingriffe]] in Zusammenhang mit der Frage der Raumausnützungsgeometrie angehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Holzfehler]]&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Die Nutzungsprinzipien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Pflegeeffekte]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Auslese]]&lt;br /&gt;
[[Category:Definition]]&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baumkollektiv]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=4.3.2_Die_Auslese&amp;diff=3796</id>
		<title>4.3.2 Die Auslese</title>
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		<updated>2017-02-06T17:27:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Konzentration der Produktion auf die bestveranlagten Individuen eines Kollektivs stellt eine der bedeutendsten wertschöpfende Möglichkeit dar. Man konzentriert sich dabei auf diejenigen Bäume mit den besten Stammqualität, ein gutes Wachstum und eine hohe Vitalität. Damit weist die eigentliche &#039;&#039;&#039;Auslese&#039;&#039;&#039; eine der am stärksten begünstigende Wirkung aller Pflegemassnahmen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der Auslese leitet sich von der grossen genetisch bedingten individuellen Vielfältigkeit der Formen und des Wuchses innerhalb einer Nachkommenschaft. Diese Vielfalt verleiht den natürlichen Beständen einen grossen ökologischen Vorteil, nämlich eine gute Anpassungsfähigkeit gegenüber verschiedenen Störungen und Risiken, welche einen Bestand während seiner ganzen Lebensdauer heimsuchen können. Waldbauliche Auslese ist grundsätzlich eine &#039;&#039;&#039;phänotypische Auslese&#039;&#039;&#039;, d.h. nach dem Erscheinungsbild, welches das Ergebnis der Veranlagung und seine Expressivität im Kontext der wirkenden Umgebungsfaktoren&lt;br /&gt;
ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Waldbauer benutzt nun die natürliche Formmannigfaltigkeit gezielt zur Erreichung der Ziele einer bestmöglichen Wertschöpfung. Dies ist bezüglich der Erhaltung des genetischen Pools unproblematisch, sofern die Wahlkriterien auf genügenden adaptiven Genen basieren. Die früher kontroversierte Frage, ob die Pflegeeingriffe die genetische Struktur einengen, ist mittlerweile geklärt, zumindest für den Charakter Wachstumsfreudigkeit, deren Förderung wie Lauber et al. (1997)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Lauber et al.;1997;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.).&lt;br /&gt;
Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bzw. Geburek et al. (1993)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Geburek et al.;1993;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
gezeigt haben, zu keiner genetischen Verarmung führt, weil Wuchskraft mit Heterozygotenanteil korreliert ist, so dass die zu fördernden Anwärter auch diejenigen mit der günstigen Rekombinationschancen der Gene sind. In der Natur übrigens sind es auch diese Heterozygoten, in der Regel die kräftigsten Bäume,&lt;br /&gt;
welche sich durchsetzen. Dabei gibt es offensichtlich gewisse Ausnahmen ([[Baumart::Weisstanne]], nach Hussendörfer, 2001)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer;2001;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba&lt;br /&gt;
Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ob es auch für die Stammqualität gilt, ist noch nicht genügend geklärt. Hinweise deuten darauf hin, dass Phänomene wie rhythmisches Wachstum auch mit Überhang an Heterozygoten verbunden ist (Hussendörfer et al.,1996)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer et al.;1996;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. , 147:785-802.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z.Forstwes. , 147:785-802.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann die Auslese nach negativen oder positiven Gesichtspunkten erfolgen. Die &#039;&#039;&#039;negative Auslese&#039;&#039;&#039; erfolgt, indem man hauptsächlich die schlechtveranlagten Individuen eliminiert. Bei einer &#039;&#039;&#039;positiven Auslese&#039;&#039;&#039; hingegen begünstigt und fördert man gezielt die bestveranlagten und bestausgebildeten Individuen eines Kollektivs (siehe dazu Abb. 4.19). Die positive Auslese ist auch wirksamer als die negative Auslese. Sie erlaubt eine bessereKonzentration der Pflege und dies ist bezüglich der Kosten günstig. In den noch sehr jungen Beständen jedoch, wenn die Qualitätseigenschaften im allgemeinen noch nicht genügend stark ausgeprägt sind, während hingegen die Mängel und die fehlerhaften Eigenschaften noch immer leichter zu erkennen sind, weist die negative Auslese Vorteile auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.19.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.19: Die zwei Grundformen der Auslese: die positive und die negative Auslese.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auslesekriterien richten sich nach den Produktionszielen. Es kann grundsätzlich sowohl Stammqualitätseigenschaften wie &#039;&#039;&#039;Wuchsleistung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Stabilität&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Gesundheit&#039;&#039;&#039; sein. Weil die Natur selbst nach Wuchseigenschaften differenziert, ist die mit waldbaulichen Massnahmen zu verbindende Auslese meistens für die Erreichung einer hohen Wertschöpfung angebracht, allenfalls für die Förderung von Stabilitätseigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Auslese richtet sich nach der Einschätzung der natürlichen unplanbaren Störungsrisiken (sog. &#039;&#039;&#039;stockastische Faktoren&#039;&#039;&#039;, wie Frost, Bruch usw.) sowie der Ausprägung der auszuwählenden Eigenschaften. Das Ziel besteht darin, eine gute Wertschöpfung in der Schaffung eines qualitativ wertvollen unteren Schafts von ca. 10 m zu erreichen. Eine der Kernfrage dabei ist, wie früh die Auslese erfolgen soll. Sind die unvorsehbaren &#039;&#039;&#039;Risiken hoch&#039;&#039;&#039; (z.B. infolge traumatischer Verzwieselung), soll eher zugewartet werden, bis die untersten 10 m gebildet sind. So erfolgt die Auslese im Normalfall erst richtig in der &#039;&#039;&#039;Stangenholzphase&#039;&#039;&#039;, wenn eine genügend interessante Schaftlänge ausgebildet ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die &#039;&#039;&#039;Risiken klein&#039;&#039;&#039; für Baumarten, deren Eigenschaften weniger abhängig von den Umweltereignissen sind (d.h. auch mehr aus der Veranlagung hervorkommen) und die Ausprägung von Qualitätsunterschiede gross, soll eher &#039;&#039;&#039;früh ausgelesen&#039;&#039;&#039; werden, so dass die guten Anwärter mehr Durchsetzungschancen erhalten im Konkurrenzkampf. Dies ist der Fall für Baumarten mit grossen genetisch veranlagten Qualitätsunterschieden sowie früh erkennbaren Eigenschaften (wie z.B. bei [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]]). Dann kann die Auslese früher, nämlich in der &#039;&#039;&#039;Dickungsphase&#039;&#039;&#039;, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Akquisition der Formeigenschaften und die Reaktion der Bestockungen auf den Kollektivwettbewerb unterschiedlich sind, unterscheidet man bezüglich Zeitpunkt und Schwerpunkte der Auslese die folgenden drei grossen Kategorien von Baumarten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Nadelbäume&#039;&#039;&#039;, bei welchen Probleme der Stabilität und Astreinigung im Vordergrund stehen&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Laubbaumarten mit obligatorischer [[Monopode|monopodischer]]&#039;&#039;&#039; Schaftachsenbildung, die aber eine Neigung zu traumatischer Verzwieselung vorweisen, also etwa [[Baumart::Esche]]/[[Baumart::Ahorn]], die sonst eine gute Selbstdifferenzierung haben. Bei dieser Gruppe steht die Bildung eines genügend langen Schaftes von etwa 10 m (evt. mehr) im Vordergrund&lt;br /&gt;
*Die Baumarten mit &#039;&#039;&#039;[[Sympode|sympodischen]] Tendenzen&#039;&#039;&#039;, also [[Baumart::Buche]]/[[Baumart::Eiche]]/[[Baumart::Linde]], bei welchen die frühzeitige Auslese nach dem Phänotyp der Wipfelschäftigkeit entscheidend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Qualitätskriterien&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hiebsreife liegt der grösste Anteil des Holzwertes im unteren Stammteil. Dies gilt in ausgesprochener Weise für Laubhölzer. Wie Abb. 4.20 zeigt, sind die Wertrelationen zwischen Stammholz (als Rundholz oder Nutzholz verwertbare untere Stammteil) und Wert bei Koniferen und Laubholz ähnlich. Circa 90 % des Wertes wird vom unteren Stammteil produziert. Für den unternehmerischen Erfolg interessiert uns heute nur dieser Teil, da die Industriesortimente kaum kostendeckend gewonnen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterschied zwischen Nadelhölzern und Laubhölzern liegt im restlichen schlecht verwertbaren Anteil an Koppelprodukten (Industrie- oder Energieholz). Dieser Teil macht massenmässig etwa 15 bis 20 %, bei Koniferen 30 bis unter Umständen 50 % der anfallenden Masse bei Laubhölzern aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Bäume, die nur mittlere oder gar schlechte Qualität erreichen, lohnen sich teurere wertschöpfende Waldbaumassnahmen nicht, wenn einmal die Phase der Auslesemöglichkeiten verpasst wurde. Darum ist es einerseits relevant zu wissen, welche die gewünschten Qualitäts eigenschaften sind und andererseits, welche von der waldbaulichen Behandlung beeinflusst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.20.png|750px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.20: Verteilung von Volumen und Wert in einem hiebsreifen Nadel- bzw. Laubbaum. (nach Bachmann, 1990)&#039;&#039;&#039;[[Referenz::Bachmann;1990;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich unterscheiden wir bezüglich Qualitätskriterien zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*phänischen Eigenschaften (also äusserlich sichtbaren). Es geht hier primär um die&lt;br /&gt;
Schaffung des untersten Schaftteils sowie um die Astreinigung,&lt;br /&gt;
*innere Eigenschaften (Holzbeschaffung),&lt;br /&gt;
*unerträgliche Fehler, die sobald erkennbar als negative Auslesekriterien gelten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiss ist es zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich zu versichern, dass die heute geltenden Qualitätskriterien der Holzsortimente bis zum Zeitpunkt ihrer Ernte und ihres Verkaufs in 80 bis&lt;br /&gt;
100 Jahren noch die gleichen sein werden. Es gibt aber trotzdem allgemeingültige Holzeigenschaften, welche generell für Qualitätsholz einigermassen auch langfristig gültig bleiben. Das gilt zum Beispiel für die Regelmässigkeit des Holzkörperbaus (Jahrringe, zentrischer Wuchs, gerade Faser, Astfreiheit usw.) oder für die Erreichung von genügenden Dimensionen. Wobei dieser letzte Punkt beginnt für Koniferen umstritten zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Auslese kann man sich grundsätzlich in erster Linie auf solche allgemein gültigen Eigenschaften stützen. Daneben gibt es aber auch Qualitätskriterien, die sich je nach dem Stand des technologischen Fortschritts und je nach den wechselnden Modeströmungen und Bedürfnissen der Konsumenten verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemein anzustrebenden Stammqualitätseigenschaften für das Kollektiv der Wertträger sind die folgenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein unterstes Stammstück mit einer Länge von mindestens 10 m (allenfalls mehr)&lt;br /&gt;
*BHD von mindestens 60 cm (bei Nadelhölzern mässiger Qualität in Zukunft evtl. weniger)&lt;br /&gt;
*gerade und lotrechte Schaftachse&lt;br /&gt;
*ein runder Stammquerschnitt&lt;br /&gt;
*ab Entwicklungsstufe des schwachen Stangenholzes astfrei&lt;br /&gt;
*weder bedeutende Fehler, Krankheiten oder irgendwelche Verletzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der [[Astigkeit]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Astfreies Holz – ist das überhaupt erste anzustrebende Qualitätskriterium. Weil die Baumartengruppen bezüglich natürlicher Astreinigung auch unterschiedliche Reaktionsmuster aufweisen, muss man auch die Werteigenschaften unterschiedlich gewichten. Die Erreichung des Zieles, einen grossen Anteil an astfreiem Holz zu produzieren, ist in sehr hohem Mass von der Lebensdauer der Äste abhängig und von der Zeit, um die Astabbruchstellen zu überwallen. Nach Schulz (1961)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1961;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sollte für eine Produktion von Holz mit Spitzenqualität ein einwandfreies unterstes Stammstück angestrebt werden, das mindestens 50 % astfreies Holz enthält. Um dieses Ziel zu erreichen, darf der zentrale astige Kern des Stammes einen Drittel des gesamten Durchmessers nicht übersteigen. Das bedeutet, dass bei den Auslesebäumen die Äste&lt;br /&gt;
zumindest bis auf eine Höhe von vier Metern verschwunden sein bzw. entfernt werden müssen, was bei Nadelbäumen bei einem Brusthöhendurchmesser (BHD) von 12 cm, bei Laubbäumen bei einem BHD von 15 cm der Fall zu sein bzw. zu geschehen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beobachtungen von Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
über die Lebensdauer von Ästen und die Überwachsungsdauer von Astabbruchstellen bei der [[Baumart::Buche]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Waldföhre]] und der [[Baumart::Fichte]] zeigen, dass bei [[Baumart::Buche]] und [[Baumart::Eiche]], aufgrund einer Lebensdauer und einer anschliessenden Überwachsungsdauer der Äste von je etwa 10 Jahren, das oben formulierte Postulat bezüglich der Qualität auf natürliche Weise erfüllbar ist. Bei der [[Baumart::Föhre]] dagegen, welche die Äste etwa 15 - 25 Jahre lang behält und zusätzlich noch etwa 30 - 40 Jahre für derer Überwachsung benötigt, ist dieses Kriterium nicht mehr erfüllbar. In diesem Fall kann nur durch eine künstliche Asteliminierung das Ziel erreicht werden. Bei der [[Baumart::Fichte]], welche die abgestorbenen Äste noch länger als die [[Baumart::Föhre]] behält, erlaubt die natürliche Astreinigung niemals den gewünschten Anteil an astfreiem Holz zu produzieren. Somit steht fest dass bei [[Totasterhalter]] die Wertastung die wichtigste Wertschöpfungsmassnahme überhaupt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Andere Fehler: Drehwuchs und Holzrisse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Drehwüchsigkeit stellt einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar, den es frühzeitig zu erkennen gilt. Dabei ist das grösste Problem, dass der Drehsinn der Holzfasern im Laufe des Lebens eines Baumes wechseln kann. Eine Drehwüchsigkeit, die auf die Jugendphase eines Baumes beschränkt ist, betrifft nur den zentralen Teil des Stammes und ist nicht als so schwerwiegend zu betrachten. Im Vergleich dazu ist eine Drehwüchsigkeit, die sich über das ganze Leben eines Baumes hinzieht, insbesondere wenn sie immer denselben Drehsinn aufweist, als schwerwiegenderen Fehler einzustufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass sich die Drehwüchsigkeit von aussen, z.B. anhand des Rindenbildes, gut erkennen lässt, trügt. Die Rinde ist ein Abbild des Jugendkambiums. Inzwischen hat sich der Drehsinn korrigieren können, ohne dass man es von aussen merkt. Eine Drehwüchsigkeit istdann als schwerwiegend zu betrachten, wenn auch der Faserverlauf der äusseren Holzpartien gedreht ist. Sofern man nicht bereit ist, einen Baum absichtlich zu verletzen, lässt sich diese Erscheinung erst an geschlagenem Holz wirklich überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kann ein Drehwuchs von 10 - 15 cm/m’ für eine Klassierung als normale Qualität zulässig sein und ein Drehwuchs von 6 - 8 cm/m’ für eine Klassierung als fehlerfreie Qualität taxiert werden. Drehwuchs hat ebenfalls Auswirkungen auf verschiedene Arten von Holzrissen (siehe Abb. 4.21) Unterschiedliche Risse haben auch nicht die gleiche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.21.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.21: Verschiedene Holzrisse.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind z.B. kleine Herzrisse und kleine Risse an der Peripherie durch-aus noch als tolerierbare [[Holzfehler]] zu bezeichnen. Frostrisse treten beson-ders bei der [[Baumart::Tanne]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Ulme]], der [[Baumart::Edelkastanie]], dem [[Baumart::Nussbaum]], und etwas weniger auch beim [[Baumart::Kirschbaum]], der [[Baumart::Esche]] und sogar auch der [[Baumart::Buche]] auf. Frostrisse können, sogar wenn sie relativ stark geöffnet sind, wie übrigens auch die Trockenrisse bei der [[Baumart::Fichte]], noch für eine Klassierung als normale Qualität toleriert werden, wenn die Spaltfläche des Risses vollkommen gerade bzw. eben ist. Wenn sich die Spaltfläche des Risses aber auch nur leicht dreht, so stellt dieser einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar. Sternförmige Risse und Ringschälen sind, selbst wenn sie sich nur in der Kernzone befinden, als ins Gewicht fallende [[Holzfehler]] zu betrachten. Mit Ausnahme einer&lt;br /&gt;
richtigen Baumartenwahl hat man kaum Möglichkeiten, diese Erscheinung wirksam zu beeinflussen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Krankheiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zur [[Astigkeit]] sind die Folgeschäden von Krankheiten und Verletzungen von sekundärer Bedeutung. Es ist jedoch offensichtlich, dass für Qualitätsholz ein gerades, zentriert gewachsenes und nicht zu abholziges unteres Schaftstück auf einer Länge von mindestens 10 m vorhanden sein muss. Während das Kriterium der Abholzigkeit nicht so bedeutend ist, sind Kriterien wie Reaktionsholz (oder Druckholz, sog. [[Baumart::Buche|Buchsholz]]), Verletzungen oder schwerwiegende Krankheiten wie Fäulen, Schleimfluss oder Krebsen erschwerend. Noch entscheidender als die eigentliche Art eines [[Holzfehlers]] ist seine Lage im Stamm bzw. im Holzkörper. Wie man auf einem Stammquerschnitt sehen kann (siehe Abb. 4.22), unterscheidet man diesbezüglich drei Zonen unterschiedlicher Bedeutung. Die in der Kernzone vorkommenden [[Holzfehler]] (wie etwa Mondringe oder Verletzungen) haben keine allzu schwerwiegenden Konsequenzen, sofern sie nicht allzu breit ist. Dies gilt ebenfalls für die Randzone (3), da dieser Teil des Stammes bei der Verarbeitung v.a. Abfälle wie etwa Schwarten liefert. Dies ist der Grund, warum das Auftreten von Klebästen, (etwa bei [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Ulme]], [[Baumart::Linde]] und [[Baumart::Tanne]]) nicht als katastrophal zu betrachten ist, sofern es nicht um alte Klebäste geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.22.png|200px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.22: Zonen unterschiedlicher Bedeutung der [[Holzfehler]]:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 1 auftretende Fehler haben volumenmässig keine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 2 sind die Konsequenzen schwerwiegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 3, welches meistens Abfallholz gibt, sind die Konsequenzen geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewichtung der Qualitätsmerkmale für die Baumartengruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist also möglich, die Hauptqualitätsmerkmale nach den drei Holzartengruppen, die wir bei der Diskussion der Akquisition der Schafteigenschaften gebildet haben, zu gewichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Koniferen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die [[Astigkeit]] steht im Vordergrund. Dieser Faktor kann nur effizient durch eine rechtzeitige künstliche Wertastung gesteuert werden. Andere Eigenschaften sind Vermeidung von Fäulen. Sie sind schwierig vorauszusehen und stehen in Zusammenhang mit Nutzungsfolgen (siehe dazu die Diskussion im Abschnitt [[Phase der Auslese]]). Drehwüchsigkeit ist teilweise früherkennbar und gilt als wichtiges Merkmal einer negativen Auslese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Baumart::Esche]] und andere [[Monopode|monopodisch]] aufgebaute Baumarten mit traumatischen Verzwieselungsrisiken&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Im wesentlichen geht es um Vermeidung von tiefem Zwiesel (tiefer als 10 m) und Vermeidung von altersbedingter Farbkernbildung durch intensive Kronenbefreiung ab Stangenholzstufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Sympode|Sympodisch neigende]] Baumarten ([[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Schaffung eines unverzwieselten Schaftes von zirka 10 m steht in Vordergrund. Die Hauptmassnahme ist also eine frühzeitige Auslese nach diesem Kriterium. Weitere Eigenschaften in Zusammenhang mit Jahrringbildung und Produktionszeit wurden am Fallbeispiel der [[Baumart::Buche]] in Absatz [[Die Produktionsfaktoren: Zeit]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Problem der Reserven&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn im Sinne der Risikoabwägung die definitive Auslese erst dann sinnvollerweise erfolgt, wenn eine genügend hohe Stammachse gebildet ist (10 m), besteht auch später die Gefahr von stockastischen (unfreiwilligen) Ausfällen. Dieses Dilemma kann in der Praxis dadurch gelöst werden, indem man nicht nur die Wertträger des Endkollektivs auswählt, sondern eine gewisse Anzahl zusätzlicher Anwärter (sog. Reservisten). Heute strebt man aus Gründen der Kostenwirksamkeit eher das Prinzip des Ersatzes an, d.h. erst, wenn Bäume nicht mehr taugen, sie als Auslesebäume an Ort zu ersetzen. Früher galt das Prinzip der Ausscheidung eines Mehrfaches an Auslesebäumen als schlussendlich nötig. Wir werden diese Frage im wesentlichen im Abschnitt [[Perverse Wirkungen der Eingriffe]] in Zusammenhang mit der Frage der Raumausnützungsgeometrie angehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Holzfehler]]&lt;br /&gt;
[[Category:Astigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Die Nutzungsprinzipien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Pflegeeffekte]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Auslese]]&lt;br /&gt;
[[Category:Definition]]&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baumkollektiv]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.4.1_Die_Astbildung_und_Reinigung&amp;diff=3795</id>
		<title>2.4.1 Die Astbildung und Reinigung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://students.siwawa.org/index.php?title=2.4.1_Die_Astbildung_und_Reinigung&amp;diff=3795"/>
		<updated>2017-02-06T17:26:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als wichtigster und häufigster Fehler von Hölzern ist neben einer schlechten Form und einer&lt;br /&gt;
[[Mangelnde Geradschaftigkeit|mangelnden Geradschaftigkeit]] der Stammachse die [[Astigkeit]] zu betrachten. Dies ist&lt;br /&gt;
verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und&lt;br /&gt;
Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)[[Referenz::Pechmenn und Courtois;1970;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von&lt;br /&gt;
Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.&amp;lt;/ref&amp;gt; 94 % der Fehler&lt;br /&gt;
von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von [[Baumart::Douglasie]] dieser Ursache zuzuschreiben. Die&lt;br /&gt;
Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die Vitalität und für das Wachstum eines&lt;br /&gt;
Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als&lt;br /&gt;
notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen&lt;br /&gt;
Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden Krone&lt;br /&gt;
entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine&lt;br /&gt;
genügend frühe Astreinigung des unteren Teils des Schaftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der&lt;br /&gt;
natürlichen Astreinigung der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung&lt;br /&gt;
darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die [[Astigkeit]] tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache&lt;br /&gt;
der Holzentwertung dar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und toten Ästen unterscheiden.&lt;br /&gt;
Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte Grünäste, welche fest mit dem&lt;br /&gt;
umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für&lt;br /&gt;
bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel)&lt;br /&gt;
gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die [[Baumart::Föhre]] und die [[Baumart::Douglasie]]. Im bereits&lt;br /&gt;
abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-,&lt;br /&gt;
Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von&lt;br /&gt;
selbst in geschnittenem Holz herausfallen und damit Löcher hinterlassen und deshalb schon&lt;br /&gt;
vorsorglich vom Tischler oder Schreiner entfernt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die [[Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
*die [[Totasterhalter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.16.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.16&#039;&#039;&#039;: Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die [[Totasterhalter]] und die [[Totastverlierer]]. &lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Totastverlierer|Totastverlierern]] werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  [[Totastverlierer]] weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den [[Totasterhalter|Totasterhaltern]] die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Butin und Kowalski (1983,1986)[[Referenz::Butin und Kowalski;1983;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Butin und Kowalski;1986;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.&amp;lt;/ref&amp;gt; gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der [[Baumart::Eiche]] die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen Astreinigung. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche Astreinigung aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Astigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Category: Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totast]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totasterhalter]]&lt;br /&gt;
[[Category: Mangelnde Geradschaftigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<title>2.4.1 Die Astbildung und Reinigung</title>
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		<updated>2017-02-06T17:21:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als wichtigster und häufigster Fehler von Hölzern ist neben einer schlechten Form und einer&lt;br /&gt;
[[Mangelnde Geradschaftigkeit|mangelnden Geradschaftigkeit]] der Stammachse die [[Astigkeit]] zu betrachten. Dies ist&lt;br /&gt;
verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und&lt;br /&gt;
Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)[[Referenz::Pechmenn und Courtois;1970;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von&lt;br /&gt;
Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.&amp;lt;/ref&amp;gt; 94 % der Fehler&lt;br /&gt;
von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von [[Baumart::Douglasie]] dieser Ursache zuzuschreiben. Die&lt;br /&gt;
Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die Vitalität und für das Wachstum eines&lt;br /&gt;
Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als&lt;br /&gt;
notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen&lt;br /&gt;
Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden Krone&lt;br /&gt;
entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine&lt;br /&gt;
genügend frühe Astreinigung des unteren Teils des Schaftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der&lt;br /&gt;
natürlichen Astreinigung der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung&lt;br /&gt;
darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die [[Astigkeit]] tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache&lt;br /&gt;
der Holzentwertung dar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und toten Ästen unterscheiden.&lt;br /&gt;
Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte Grünäste, welche fest mit dem&lt;br /&gt;
umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für&lt;br /&gt;
bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel)&lt;br /&gt;
gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die [[Baumart::Föhre]] und die [[Baumart::Douglasie]]. Im bereits&lt;br /&gt;
abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-,&lt;br /&gt;
Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von&lt;br /&gt;
selbst in geschnittenem Holz herausfallen und damit Löcher hinterlassen und deshalb schon&lt;br /&gt;
vorsorglich vom Tischler oder Schreiner entfernt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die Totastverlierer&lt;br /&gt;
*die Totasterhalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.16.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.16&#039;&#039;&#039;: Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die Totasterhalter und die Totastverlierer. &lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Totastverlierern werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  Totastverlierer weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den Totasterhaltern die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Butin und Kowalski (1983,1986)[[Referenz::Butin und Kowalski;1983;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Butin und Kowalski;1986;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.&amp;lt;/ref&amp;gt; gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der [[Baumart::Eiche]] die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen Astreinigung. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche Astreinigung aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Astigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Category: Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totast]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totasterhalter]]&lt;br /&gt;
[[Category: Mangelnde Geradschaftigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.4.2_Die_Reiteration_oder_Bildung_einer_sekundare_Krone&amp;diff=3793</id>
		<title>2.4.2 Die Reiteration oder Bildung einer sekundare Krone</title>
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		<updated>2017-02-06T17:19:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Bildung von Klebästen ist u.a. ein angeborener Mechanismus bei den Gehölzpflanzen zur Wiederherstellung bzw. Erneuerung des Blattwerkes. Das Phänomen ist als sog. Reiteration nach Hallé Oldemann et al (1978) [[Referenz::Hallé Oldemann et al.;1978;Halle, F., Oldeman, R.A.A., Tomlison, P.B., 1978: Tropical trees and forests: an architectural&lt;br /&gt;
analysis. Springer, Heidelberg, 441 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Halle, F., Oldeman, R.A.A., Tomlison, P.B., 1978: Tropical trees and forests: an architectural&lt;br /&gt;
analysis. Springer, Heidelberg, 441 p.&amp;lt;/ref&amp;gt; benannt. Die ähigkeit erlaubt es, dass geschädigte Bäume ein neues Geäst (sog. Sekundärkrone) bilden und gehört somit zum natürlichen Anpassungssystem der Bäume.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Äste können funktionell aus zwei morphogenetisch unterschiedlichen Formen von Knospen entstehen, nämlich von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*proventiven Knospen (oder schlafenden Knospen). Das sind solche, die seit der Triebbildung vorhanden sind und unter hormoneller Einwirkung in voller Dormanz stehen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*adventiven Knospen oder neu gebildeten. [[Bild::Abb 2.17|Abb. 2.17]] zeigt die Eigenschaften der Proventivknospen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie stets mit der Markröhre verbunden sind. Diese Verbindung ist aber nicht funktionell, sondern nur als Spur seit der Entstehung der Knospe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: Abb_2.17.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.17&#039;&#039;&#039;: Die verschiedenen Formen von Proventivknospen oder schlafenden Knospen.&lt;br /&gt;
[[Referenz::Mathey;1929Mathey, A.,. 1929 : Traité théorique et pratique des taillis. Vilaire, Le Mans. 353 S.;| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mathey, A.,. 1929 : Traité théorique et pratique des taillis. Vilaire, Le Mans. 353 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn sich eine Proventivknospe als [[Klebast]] entfaltet, bleibt diese Spur unverändert. [[Referenz::Fontaine et al.;1998;Fontaine, F., Druelle, J.-M., Clément, Chr., Burrus, M., Andran, J.-Cl., 1998: Ontogeny of proventious epicormic buds in Quercus petraea; I. In the 5 years following initiation. Trees 13: 54-62.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fontaine&amp;quot;&amp;gt;Fontaine, F., Druelle, J.-M., Clément, Chr., Burrus, M., Andran, J.-Cl., 1998: Ontogeny of proventious epicormic buds in Quercus petraea; I. In the 5 years following initiation. Trees 13: 54-62.&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigen, dass es unterschiedliche Formen von Proventivknospen gibt (siehe [[Bild::Abb 2.18|Abb. 2.18]]), nämlich solche mit Blattanlagen und solche ohne (kleine runde). Bei [[Baumart::Eiche|Jungeichen]] ist das Verhältnis von Primärknospen (mit Blattanlagen) zu sekundären (runden) nach Fontaine et al (2001)[[Referenz::Fontaine et al.;2001;Fontaine, F., Colin, F., Jarret, P., Druelle, J.-L., 2001: Evolution of the epicormic potential on 17- year-old Quercus petraea trees: first results. Ann. For. Sci. 58: 583-592.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fontaine, F., Colin, F., Jarret, P., Druelle, J.-L., 2001: Evolution of the epicormic potential on 17- year-old Quercus petraea trees: first results. Ann. For. Sci. 58: 583-592.&amp;lt;/ref&amp;gt; in etwa 1/3 zu 2/3. Im Unterschied dazu ist diese Verbindung bei den Adventivknospen, welche erst nachträglich, z.B. durch Wundgewebe, neu gebildet werden, nicht vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bildung von neuen Ersatztrieben (Wasserreiser), treiben im Normalfall Proventivknospen unter hormoneller Aufhebung ihrer physiologischen Ruhe (Dormanz) aus. Dies erfolgt im Normalfall, d.h. wenn keine Knospenbeschädigung besteht, unter Lichteinwirkung. Ansonsten können neuen Knospen (Adventivknospen) aus dem Kallusgewebe entstehen. Wir nennen solche neugebildete junge Triebe Wasserreiser, und Klebäste, wenn sie sich zu verholzten Ästen weiterentwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: Abb_2.18.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.18&#039;&#039;&#039;: Unterschiedliche Formen der Knospen bei den Jahrestrieben der [[Baumart::Eiche]] nach Fontaine et al (1998)[[Referenz::Fontaine et al.;1998;Fontaine, F., Druelle, J.-M., Clément, Chr., Burrus, M., Andran, J.-Cl., 1998: Ontogeny of proventious epicormic buds in Quercus petraea; I. In the 5 years following initiation. Trees 13: 54-62| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fontaine&amp;quot;&amp;gt;Fontaine, F., Druelle, J.-M., Clément, Chr., Burrus, M., Andran, J.-Cl., 1998: Ontogeny of proventious epicormic buds in Quercus petraea; I. In the 5 years following initiation. Trees 13: 54-62.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Proventivknospen bilden sich zur Zeit der Sprossbildung (siehe [[Bild::Abb. 2.18|Abb 2.18]]). Sie können während vielen Jahren in absoluter Dormanz bestehen. Durch das Dickenwachstum werden sie aber nach und nach überwachsen. Auch wenn sie relativ rasch von der Rinde bedeckt werden und somit äusserlich nicht mehr sichtbar sind (siehe [[Bild::Abb 2.17|Abb. 2.17]]), vermögen sie doch eine gewisse Zeit lang zwischen Rinde und Holz mit dem Dickenwachstum mitzuwachsen, ohne deswegen austreiben zu müssen. Irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, wo sie gänzlich in den Holzkörper einwachsen. Die Dormanz wird von Hormonen (Auxine) gesteuert, die von den apikalen Meristemen ausgeschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schlafenden Knospen sind als eine Art Reserve zu betrachten, mit der ein Baum z.B. auf einen traumatischen Blatt- oder gar Kronenverlust reagieren kann. Je nach Baumart können die schlafenden Knospen mehr oder weniger lange Zeit am Leben, d.h. funktionsfähig bleiben. Während z.B. bei der [[Baumart::Fichte]] und der [[Baumart::Lärche]] diese Lebensdauer nur einige Jahre beträgt, liegt sie bei der Birke immerhin schon bei ungefähr 20 Jahren. Die schlafenden Knospen der [[Baumart::Eiche]] dagegen können z.T. sogar noch nach 75 Jahren austreiben[[Referenz::Roussel;1976;| ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hormon Indolacetylsäure, welches von den Meristemen gebildet wird und sich in der ganzen Pflanze verteilt, ist für die Aufrechterhaltung der Dormanz der schlafenden Knospen verantwortlich. Wenn nun die Konzentration dieses Hormons unter einen gewissen Schwellenwert sinkt, wird die Dormanz aufgehoben und die Knospen können austreiben und zuerst einen Wasserreiser bilden, welcher erst, wenn er einmal verholzt bzw. mehrjährig ist, als eigentlicher [[Klebast]] bezeichnet wird (siehe [[Bild::Abb_2.19.png|Abb. 2.19]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: Abb_2.19.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.19&#039;&#039;&#039;: Sekundärastbildung oder sog. Wasserreiser bzw. Klebäste als Phänomen der Reiteration der Bäume. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erklärungen im Text.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung solcher Äste, besonders, wenn sie auf erwachsenen Bäume vorkommen und das untere Stammstück (d.h. potentiell wertvollsten) betreffen, können zu einer Verschlechterung der Holzqualität und damit zu einer deutlichen Entwertung des Holzes führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man unterscheidet ferner zwischen den Wasserreisern und den Maserknollen. Letztere entstehen als Folge einer Wuchsstörung unter mikrobiellen Einwirkung. Es handelt sich um ein Büschel von neuen Ästen aus schlafenden Knospen, was auch als Knospensucht bezeichnet wird. Die von dieser Knospensucht befallenen Stammpartien können mit der Zeit beulenartig anschwellen, was zur Bildung der erwähnten &#039;&#039;&#039;Maserknollen&#039;&#039;&#039; oder auch Maserkröpfe im Holz führt. Diese Erscheinung wird u.a. hauptsächlich bei den [[Baumart::Eiche|Eichen]] beobachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildung von Wasserreisern als natürlicher Mechanismus zur Vergrösserung der Krone bzw. zur Neubildung von Kronenteilen entsteht als Folge einer Störung des Gleichgewichtes zwischen dem Wurzel- und dem Blattwerk eines Baumes. Sie tritt z.B. bei Bäumen auf, deren Gesundheitszustand sich verschlechtert (v.a. bei der [[Baumart::Tanne]]) oder deren Krone aus anderen Gründen ungenügend entwickelt ist. Dies ist vor allem in Beständen mit einer erhöhten Bestandesdichte der Fall. Man spricht in diesem Fall von &#039;&#039;&#039;Angstreisern&#039;&#039;&#039;, Roussel (1976)[[Referenz::Roussel;1976;| ]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dasselbe Phänomen kann aber aufgrund anderer Ursachen auftreten. Das Sonnenlicht führt zum Abbau der Indolacetylsäure. Durch die Reduktion der Hormonkonzentration kommt es zur Aufhebung der Dormanz der schlafenden Knospen. Deshalb kann man die Bildung von Wasserreisern häufig bzw. entlang der Stammachse von älteren Bäumen beobachten, welche plötzlich freigestellt wurden. Dabei treten die Wasserreiser vor allem auf jenen Bereichen der Stammoberfläche auf, wo die direkte Sonnenbestrahlung am stärksten ist. Dies ist besonders auf der SSO - exponierten Stammseite der Fall. Man spricht in diesem Fall von &#039;&#039;&#039;Lichtreisern&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genetische Unterschiede zwischen einzelnen Individuen und zwischen verschiedenen Populationen bewirken, dass der für die Bildung von Wasserreisern kritische Schwellenwert der Lichteinstrahlung (bzw. der Hormonkonzentration) beträchtlich differieren kann. Dies erklärt, warum gewisse Individuen eines Bestandes stärker von Wasserreisern befallen sind als andere Bäume, welche eigentlich unter denselben äusseren Bedingungen wachsen. Bei der Untersuchung der [[Klebast|Klebastbildung]] in ausgewachsenen Buchenbeständen in der Lichtungsphase, fanden Altherr und Unfried (1984)[[Referenz::Altherr und Unfried;1984;| ]], dass [[Baumart::Buche|Buchen]], welche vor der Bestandeslichtung schon kleine Klebäste aufwiesen, mit wesentlich mehr [[Klebast|Klebastbildung]] nach der Lichtung reagieren  als die klebastfreien Individuen. Dies deutet auf die postulierten genetischen Unterschiede hin und gleichzeitig eröffnet es ein Kriterium für die Auslese von verbleibenden [[Baumart::Buche|Buchen]] in der Lichtungsphase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die auf die Bildung von Klebästen am empfindlichsten Baumarten sind die [[Baumart::Eiche|Eichen]], wobei die Stieleiche anfälliger ist als die Traubeneiche, die [[Baumart::Ulm|Ulme]], die [[Baumart:Linde]], die [[Baumart::Tanne]] und etwas weniger auch die [[Baumart::Buche]] und die [[Baumart::Esche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Klebast]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Entwicklungs- und Bildungsprozesse]]&lt;br /&gt;
[[Category: Astblidung und Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category: Reiteration oder Bildung einer sekundare Krone]]&lt;br /&gt;
[[Category: Baum]]&lt;br /&gt;
[[Category: Definition]]&lt;br /&gt;
[[Category: Baumkollektiv]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=4.3.2_Die_Auslese&amp;diff=3792</id>
		<title>4.3.2 Die Auslese</title>
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		<updated>2017-02-06T17:16:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Konzentration der Produktion auf die bestveranlagten Individuen eines Kollektivs stellt eine der bedeutendsten wertschöpfende Möglichkeit dar. Man konzentriert sich dabei auf diejenigen Bäume mit den besten Stammqualität, ein gutes Wachstum und eine hohe Vitalität. Damit weist die eigentliche &#039;&#039;&#039;Auslese&#039;&#039;&#039; eine der am stärksten begünstigende Wirkung aller Pflegemassnahmen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der Auslese leitet sich von der grossen genetisch bedingten individuellen Vielfältigkeit der Formen und des Wuchses innerhalb einer Nachkommenschaft. Diese Vielfalt verleiht den natürlichen Beständen einen grossen ökologischen Vorteil, nämlich eine gute Anpassungsfähigkeit gegenüber verschiedenen Störungen und Risiken, welche einen Bestand während seiner ganzen Lebensdauer heimsuchen können. Waldbauliche Auslese ist grundsätzlich eine &#039;&#039;&#039;phänotypische Auslese&#039;&#039;&#039;, d.h. nach dem Erscheinungsbild, welches das Ergebnis der Veranlagung und seine Expressivität im Kontext der wirkenden Umgebungsfaktoren&lt;br /&gt;
ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Waldbauer benutzt nun die natürliche Formmannigfaltigkeit gezielt zur Erreichung der Ziele einer bestmöglichen Wertschöpfung. Dies ist bezüglich der Erhaltung des genetischen Pools unproblematisch, sofern die Wahlkriterien auf genügenden adaptiven Genen basieren. Die früher kontroversierte Frage, ob die Pflegeeingriffe die genetische Struktur einengen, ist mittlerweile geklärt, zumindest für den Charakter Wachstumsfreudigkeit, deren Förderung wie Lauber et al. (1997)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Lauber et al.;1997;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.).&lt;br /&gt;
Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bzw. Geburek et al. (1993)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Geburek et al.;1993;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
gezeigt haben, zu keiner genetischen Verarmung führt, weil Wuchskraft mit Heterozygotenanteil korreliert ist, so dass die zu fördernden Anwärter auch diejenigen mit der günstigen Rekombinationschancen der Gene sind. In der Natur übrigens sind es auch diese Heterozygoten, in der Regel die kräftigsten Bäume,&lt;br /&gt;
welche sich durchsetzen. Dabei gibt es offensichtlich gewisse Ausnahmen ([[Baumart::Weisstanne]], nach Hussendörfer, 2001)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer;2001;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba&lt;br /&gt;
Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ob es auch für die Stammqualität gilt, ist noch nicht genügend geklärt. Hinweise deuten darauf hin, dass Phänomene wie rhythmisches Wachstum auch mit Überhang an Heterozygoten verbunden ist (Hussendörfer et al.,1996)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer et al.;1996;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. , 147:785-802.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z.Forstwes. , 147:785-802.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann die Auslese nach negativen oder positiven Gesichtspunkten erfolgen. Die &#039;&#039;&#039;negative Auslese&#039;&#039;&#039; erfolgt, indem man hauptsächlich die schlechtveranlagten Individuen eliminiert. Bei einer &#039;&#039;&#039;positiven Auslese&#039;&#039;&#039; hingegen begünstigt und fördert man gezielt die bestveranlagten und bestausgebildeten Individuen eines Kollektivs (siehe dazu Abb. 4.19). Die positive Auslese ist auch wirksamer als die negative Auslese. Sie erlaubt eine bessereKonzentration der Pflege und dies ist bezüglich der Kosten günstig. In den noch sehr jungen Beständen jedoch, wenn die Qualitätseigenschaften im allgemeinen noch nicht genügend stark ausgeprägt sind, während hingegen die Mängel und die fehlerhaften Eigenschaften noch immer leichter zu erkennen sind, weist die negative Auslese Vorteile auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.19.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.19: Die zwei Grundformen der Auslese: die positive und die negative Auslese.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auslesekriterien richten sich nach den Produktionszielen. Es kann grundsätzlich sowohl Stammqualitätseigenschaften wie &#039;&#039;&#039;Wuchsleistung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Stabilität&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Gesundheit&#039;&#039;&#039; sein. Weil die Natur selbst nach Wuchseigenschaften differenziert, ist die mit waldbaulichen Massnahmen zu verbindende Auslese meistens für die Erreichung einer hohen Wertschöpfung angebracht, allenfalls für die Förderung von Stabilitätseigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Auslese richtet sich nach der Einschätzung der natürlichen unplanbaren Störungsrisiken (sog. &#039;&#039;&#039;stockastische Faktoren&#039;&#039;&#039;, wie Frost, Bruch usw.) sowie der Ausprägung der auszuwählenden Eigenschaften. Das Ziel besteht darin, eine gute Wertschöpfung in der Schaffung eines qualitativ wertvollen unteren Schafts von ca. 10 m zu erreichen. Eine der Kernfrage dabei ist, wie früh die Auslese erfolgen soll. Sind die unvorsehbaren &#039;&#039;&#039;Risiken hoch&#039;&#039;&#039; (z.B. infolge traumatischer Verzwieselung), soll eher zugewartet werden, bis die untersten 10 m gebildet sind. So erfolgt die Auslese im Normalfall erst richtig in der &#039;&#039;&#039;Stangenholzphase&#039;&#039;&#039;, wenn eine genügend interessante Schaftlänge ausgebildet ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die &#039;&#039;&#039;Risiken klein&#039;&#039;&#039; für Baumarten, deren Eigenschaften weniger abhängig von den Umweltereignissen sind (d.h. auch mehr aus der Veranlagung hervorkommen) und die Ausprägung von Qualitätsunterschiede gross, soll eher &#039;&#039;&#039;früh ausgelesen&#039;&#039;&#039; werden, so dass die guten Anwärter mehr Durchsetzungschancen erhalten im Konkurrenzkampf. Dies ist der Fall für Baumarten mit grossen genetisch veranlagten Qualitätsunterschieden sowie früh erkennbaren Eigenschaften (wie z.B. bei [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]]). Dann kann die Auslese früher, nämlich in der &#039;&#039;&#039;Dickungsphase&#039;&#039;&#039;, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Akquisition der Formeigenschaften und die Reaktion der Bestockungen auf den Kollektivwettbewerb unterschiedlich sind, unterscheidet man bezüglich Zeitpunkt und Schwerpunkte der Auslese die folgenden drei grossen Kategorien von Baumarten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Nadelbäume&#039;&#039;&#039;, bei welchen Probleme der Stabilität und Astreinigung im Vordergrund stehen&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Laubbaumarten mit obligatorischer [[Monopode|monopodischer]]&#039;&#039;&#039; Schaftachsenbildung, die aber eine Neigung zu traumatischer Verzwieselung vorweisen, also etwa [[Baumart::Esche]]/[[Baumart::Ahorn]], die sonst eine gute Selbstdifferenzierung haben. Bei dieser Gruppe steht die Bildung eines genügend langen Schaftes von etwa 10 m (evt. mehr) im Vordergrund&lt;br /&gt;
*Die Baumarten mit &#039;&#039;&#039;[[Sympode|sympodischen]] Tendenzen&#039;&#039;&#039;, also [[Baumart::Buche]]/[[Baumart::Eiche]]/[[Baumart::Linde]], bei welchen die frühzeitige Auslese nach dem Phänotyp der Wipfelschäftigkeit entscheidend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Qualitätskriterien&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hiebsreife liegt der grösste Anteil des Holzwertes im unteren Stammteil. Dies gilt in ausgesprochener Weise für Laubhölzer. Wie Abb. 4.20 zeigt, sind die Wertrelationen zwischen Stammholz (als Rundholz oder Nutzholz verwertbare untere Stammteil) und Wert bei Koniferen und Laubholz ähnlich. Circa 90 % des Wertes wird vom unteren Stammteil produziert. Für den unternehmerischen Erfolg interessiert uns heute nur dieser Teil, da die Industriesortimente kaum kostendeckend gewonnen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterschied zwischen Nadelhölzern und Laubhölzern liegt im restlichen schlecht verwertbaren Anteil an Koppelprodukten (Industrie- oder Energieholz). Dieser Teil macht massenmässig etwa 15 bis 20 %, bei Koniferen 30 bis unter Umständen 50 % der anfallenden Masse bei Laubhölzern aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Bäume, die nur mittlere oder gar schlechte Qualität erreichen, lohnen sich teurere wertschöpfende Waldbaumassnahmen nicht, wenn einmal die Phase der Auslesemöglichkeiten verpasst wurde. Darum ist es einerseits relevant zu wissen, welche die gewünschten Qualitäts eigenschaften sind und andererseits, welche von der waldbaulichen Behandlung beeinflusst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.20.png|750px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.20: Verteilung von Volumen und Wert in einem hiebsreifen Nadel- bzw. Laubbaum. (nach Bachmann, 1990)&#039;&#039;&#039;[[Referenz::Bachmann;1990;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich unterscheiden wir bezüglich Qualitätskriterien zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*phänischen Eigenschaften (also äusserlich sichtbaren). Es geht hier primär um die&lt;br /&gt;
Schaffung des untersten Schaftteils sowie um die Astreinigung,&lt;br /&gt;
*innere Eigenschaften (Holzbeschaffung),&lt;br /&gt;
*unerträgliche Fehler, die sobald erkennbar als negative Auslesekriterien gelten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiss ist es zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich zu versichern, dass die heute geltenden Qualitätskriterien der Holzsortimente bis zum Zeitpunkt ihrer Ernte und ihres Verkaufs in 80 bis&lt;br /&gt;
100 Jahren noch die gleichen sein werden. Es gibt aber trotzdem allgemeingültige Holzeigenschaften, welche generell für Qualitätsholz einigermassen auch langfristig gültig bleiben. Das gilt zum Beispiel für die Regelmässigkeit des Holzkörperbaus (Jahrringe, zentrischer Wuchs, gerade Faser, Astfreiheit usw.) oder für die Erreichung von genügenden Dimensionen. Wobei dieser letzte Punkt beginnt für Koniferen umstritten zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Auslese kann man sich grundsätzlich in erster Linie auf solche allgemein gültigen Eigenschaften stützen. Daneben gibt es aber auch Qualitätskriterien, die sich je nach dem Stand des technologischen Fortschritts und je nach den wechselnden Modeströmungen und Bedürfnissen der Konsumenten verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemein anzustrebenden Stammqualitätseigenschaften für das Kollektiv der Wertträger sind die folgenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein unterstes Stammstück mit einer Länge von mindestens 10 m (allenfalls mehr)&lt;br /&gt;
*BHD von mindestens 60 cm (bei Nadelhölzern mässiger Qualität in Zukunft evtl. weniger)&lt;br /&gt;
*gerade und lotrechte Schaftachse&lt;br /&gt;
*ein runder Stammquerschnitt&lt;br /&gt;
*ab Entwicklungsstufe des schwachen Stangenholzes astfrei&lt;br /&gt;
*weder bedeutende Fehler, Krankheiten oder irgendwelche Verletzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der [[Astigkeit]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Astfreies Holz – ist das überhaupt erste anzustrebende Qualitätskriterium. Weil die Baumartengruppen bezüglich natürlicher Astreinigung auch unterschiedliche Reaktionsmuster aufweisen, muss man auch die Werteigenschaften unterschiedlich gewichten. Die Erreichung des Zieles, einen grossen Anteil an astfreiem Holz zu produzieren, ist in sehr hohem Mass von der Lebensdauer der Äste abhängig und von der Zeit, um die Astabbruchstellen zu überwallen. Nach Schulz (1961)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1961;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sollte für eine Produktion von Holz mit Spitzenqualität ein einwandfreies unterstes Stammstück angestrebt werden, das mindestens 50 % astfreies Holz enthält. Um dieses Ziel zu erreichen, darf der zentrale astige Kern des Stammes einen Drittel des gesamten Durchmessers nicht übersteigen. Das bedeutet, dass bei den Auslesebäumen die Äste&lt;br /&gt;
zumindest bis auf eine Höhe von vier Metern verschwunden sein bzw. entfernt werden müssen, was bei Nadelbäumen bei einem Brusthöhendurchmesser (BHD) von 12 cm, bei Laubbäumen bei einem BHD von 15 cm der Fall zu sein bzw. zu geschehen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beobachtungen von Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
über die Lebensdauer von Ästen und die Überwachsungsdauer von Astabbruchstellen bei der [[Baumart::Buche]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Waldföhre]] und der [[Baumart::Fichte]] zeigen, dass bei [[Baumart::Buche]] und [[Baumart::Eiche]], aufgrund einer Lebensdauer und einer anschliessenden Überwachsungsdauer der Äste von je etwa 10 Jahren, das oben formulierte Postulat bezüglich der Qualität auf natürliche Weise erfüllbar ist. Bei der [[Baumart::Föhre]] dagegen, welche die Äste etwa 15 - 25 Jahre lang behält und zusätzlich noch etwa 30 - 40 Jahre für derer Überwachsung benötigt, ist dieses Kriterium nicht mehr erfüllbar. In diesem Fall kann nur durch eine künstliche Asteliminierung das Ziel erreicht werden. Bei der [[Baumart::Fichte]], welche die abgestorbenen Äste noch länger als die [[Baumart::Föhre]] behält, erlaubt die natürliche Astreinigung niemals den gewünschten Anteil an astfreiem Holz zu produzieren. Somit steht fest dass bei Totasterhalter die Wertastung die wichtigste Wertschöpfungsmassnahme überhaupt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Andere Fehler: Drehwuchs und Holzrisse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Drehwüchsigkeit stellt einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar, den es frühzeitig zu erkennen gilt. Dabei ist das grösste Problem, dass der Drehsinn der Holzfasern im Laufe des Lebens eines Baumes wechseln kann. Eine Drehwüchsigkeit, die auf die Jugendphase eines Baumes beschränkt ist, betrifft nur den zentralen Teil des Stammes und ist nicht als so schwerwiegend zu betrachten. Im Vergleich dazu ist eine Drehwüchsigkeit, die sich über das ganze Leben eines Baumes hinzieht, insbesondere wenn sie immer denselben Drehsinn aufweist, als schwerwiegenderen Fehler einzustufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass sich die Drehwüchsigkeit von aussen, z.B. anhand des Rindenbildes, gut erkennen lässt, trügt. Die Rinde ist ein Abbild des Jugendkambiums. Inzwischen hat sich der Drehsinn korrigieren können, ohne dass man es von aussen merkt. Eine Drehwüchsigkeit istdann als schwerwiegend zu betrachten, wenn auch der Faserverlauf der äusseren Holzpartien gedreht ist. Sofern man nicht bereit ist, einen Baum absichtlich zu verletzen, lässt sich diese Erscheinung erst an geschlagenem Holz wirklich überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kann ein Drehwuchs von 10 - 15 cm/m’ für eine Klassierung als normale Qualität zulässig sein und ein Drehwuchs von 6 - 8 cm/m’ für eine Klassierung als fehlerfreie Qualität taxiert werden. Drehwuchs hat ebenfalls Auswirkungen auf verschiedene Arten von Holzrissen (siehe Abb. 4.21) Unterschiedliche Risse haben auch nicht die gleiche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.21.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.21: Verschiedene Holzrisse.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind z.B. kleine Herzrisse und kleine Risse an der Peripherie durch-aus noch als tolerierbare [[Holzfehler]] zu bezeichnen. Frostrisse treten beson-ders bei der [[Baumart::Tanne]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Ulme]], der [[Baumart::Edelkastanie]], dem [[Baumart::Nussbaum]], und etwas weniger auch beim [[Baumart::Kirschbaum]], der [[Baumart::Esche]] und sogar auch der [[Baumart::Buche]] auf. Frostrisse können, sogar wenn sie relativ stark geöffnet sind, wie übrigens auch die Trockenrisse bei der [[Baumart::Fichte]], noch für eine Klassierung als normale Qualität toleriert werden, wenn die Spaltfläche des Risses vollkommen gerade bzw. eben ist. Wenn sich die Spaltfläche des Risses aber auch nur leicht dreht, so stellt dieser einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar. Sternförmige Risse und Ringschälen sind, selbst wenn sie sich nur in der Kernzone befinden, als ins Gewicht fallende [[Holzfehler]] zu betrachten. Mit Ausnahme einer&lt;br /&gt;
richtigen Baumartenwahl hat man kaum Möglichkeiten, diese Erscheinung wirksam zu beeinflussen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Krankheiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zur [[Astigkeit]] sind die Folgeschäden von Krankheiten und Verletzungen von sekundärer Bedeutung. Es ist jedoch offensichtlich, dass für Qualitätsholz ein gerades, zentriert gewachsenes und nicht zu abholziges unteres Schaftstück auf einer Länge von mindestens 10 m vorhanden sein muss. Während das Kriterium der Abholzigkeit nicht so bedeutend ist, sind Kriterien wie Reaktionsholz (oder Druckholz, sog. [[Baumart::Buche|Buchsholz]]), Verletzungen oder schwerwiegende Krankheiten wie Fäulen, Schleimfluss oder Krebsen erschwerend. Noch entscheidender als die eigentliche Art eines [[Holzfehlers]] ist seine Lage im Stamm bzw. im Holzkörper. Wie man auf einem Stammquerschnitt sehen kann (siehe Abb. 4.22), unterscheidet man diesbezüglich drei Zonen unterschiedlicher Bedeutung. Die in der Kernzone vorkommenden [[Holzfehler]] (wie etwa Mondringe oder Verletzungen) haben keine allzu schwerwiegenden Konsequenzen, sofern sie nicht allzu breit ist. Dies gilt ebenfalls für die Randzone (3), da dieser Teil des Stammes bei der Verarbeitung v.a. Abfälle wie etwa Schwarten liefert. Dies ist der Grund, warum das Auftreten von Klebästen, (etwa bei [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Ulme]], [[Baumart::Linde]] und [[Baumart::Tanne]]) nicht als katastrophal zu betrachten ist, sofern es nicht um alte Klebäste geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.22.png|200px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.22: Zonen unterschiedlicher Bedeutung der [[Holzfehler]]:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 1 auftretende Fehler haben volumenmässig keine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 2 sind die Konsequenzen schwerwiegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 3, welches meistens Abfallholz gibt, sind die Konsequenzen geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewichtung der Qualitätsmerkmale für die Baumartengruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist also möglich, die Hauptqualitätsmerkmale nach den drei Holzartengruppen, die wir bei der Diskussion der Akquisition der Schafteigenschaften gebildet haben, zu gewichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Koniferen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die [[Astigkeit]] steht im Vordergrund. Dieser Faktor kann nur effizient durch eine rechtzeitige künstliche Wertastung gesteuert werden. Andere Eigenschaften sind Vermeidung von Fäulen. Sie sind schwierig vorauszusehen und stehen in Zusammenhang mit Nutzungsfolgen (siehe dazu die Diskussion im Abschnitt [[Phase der Auslese]]). Drehwüchsigkeit ist teilweise früherkennbar und gilt als wichtiges Merkmal einer negativen Auslese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Baumart::Esche]] und andere [[Monopode|monopodisch]] aufgebaute Baumarten mit traumatischen Verzwieselungsrisiken&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Im wesentlichen geht es um Vermeidung von tiefem Zwiesel (tiefer als 10 m) und Vermeidung von altersbedingter Farbkernbildung durch intensive Kronenbefreiung ab Stangenholzstufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Sympode|Sympodisch neigende]] Baumarten ([[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Schaffung eines unverzwieselten Schaftes von zirka 10 m steht in Vordergrund. Die Hauptmassnahme ist also eine frühzeitige Auslese nach diesem Kriterium. Weitere Eigenschaften in Zusammenhang mit Jahrringbildung und Produktionszeit wurden am Fallbeispiel der [[Baumart::Buche]] in Absatz [[Die Produktionsfaktoren: Zeit]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Problem der Reserven&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn im Sinne der Risikoabwägung die definitive Auslese erst dann sinnvollerweise erfolgt, wenn eine genügend hohe Stammachse gebildet ist (10 m), besteht auch später die Gefahr von stockastischen (unfreiwilligen) Ausfällen. Dieses Dilemma kann in der Praxis dadurch gelöst werden, indem man nicht nur die Wertträger des Endkollektivs auswählt, sondern eine gewisse Anzahl zusätzlicher Anwärter (sog. Reservisten). Heute strebt man aus Gründen der Kostenwirksamkeit eher das Prinzip des Ersatzes an, d.h. erst, wenn Bäume nicht mehr taugen, sie als Auslesebäume an Ort zu ersetzen. Früher galt das Prinzip der Ausscheidung eines Mehrfaches an Auslesebäumen als schlussendlich nötig. Wir werden diese Frage im wesentlichen im Abschnitt [[Perverse Wirkungen der Eingriffe]] in Zusammenhang mit der Frage der Raumausnützungsgeometrie angehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Holzfehler]]&lt;br /&gt;
[[Category:Astigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Die Nutzungsprinzipien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Pflegeeffekte]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Auslese]]&lt;br /&gt;
[[Category:Definition]]&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baumkollektiv]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.4.1_Die_Astbildung_und_Reinigung&amp;diff=3791</id>
		<title>2.4.1 Die Astbildung und Reinigung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://students.siwawa.org/index.php?title=2.4.1_Die_Astbildung_und_Reinigung&amp;diff=3791"/>
		<updated>2017-02-06T17:15:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als wichtigster und häufigster Fehler von Hölzern ist neben einer schlechten Form und einer&lt;br /&gt;
mangelnden Geradschaftigkeit der Stammachse die [[Astigkeit]] zu betrachten. Dies ist&lt;br /&gt;
verständlich, weil sie eine schwerwiegende Störung in der Struktur des Holzes als Bau- und&lt;br /&gt;
Werkstoff verursacht. So sind z.B. nach von Pechmenn und Courtois (1970)[[Referenz::Pechmenn und Courtois;1970;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von&lt;br /&gt;
Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pechmenn, H., v. Courtois, H., 1970: Untersuchungen über die Holzeigenschaften von Douglasien aus linksrheinischen Anbaugebieten. Forstw. Cbl. 89: 210-228.&amp;lt;/ref&amp;gt; 94 % der Fehler&lt;br /&gt;
von untersuchtem Sägerei- und Furnierholz von [[Baumart::Douglasie]] dieser Ursache zuzuschreiben. Die&lt;br /&gt;
Äste sind aber biologisch für das Überleben, für die Vitalität und für das Wachstum eines&lt;br /&gt;
Baumes selbstverständlich notwendig. Sie müssen also aus der Sicht der Holzqualität als&lt;br /&gt;
notwendiges Übel betrachtet werden. Die Kunst bei der Waldpflege wird sein, den richtigen&lt;br /&gt;
Kompromiss zwischen einer für das Wachstum und die Gesundheit genügenden Krone&lt;br /&gt;
entwickeln zu lassen und (zumindest für Holzproduktion mit hoher Wertschöpfung) eine&lt;br /&gt;
genügend frühe Astreinigung des unteren Teils des Schaftes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Waldpflege interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie das Phänomen der&lt;br /&gt;
natürlichen Astreinigung der Bäume und die Möglichkeiten durch die waldbauliche Behandlung&lt;br /&gt;
darauf Einfluss zu nehmen. Wenn die [[Astigkeit]] tatsächlich die wichtigste und häufigste Ursache&lt;br /&gt;
der Holzentwertung dar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus holztechnologischer Sicht muss man zwischen lebenden und toten Ästen unterscheiden.&lt;br /&gt;
Lebende Äste hinterlassen im Holzkörper sogenannte Grünäste, welche fest mit dem&lt;br /&gt;
umgebenden Holz verwachsen sind. Solches Holz wird z.T. sogar nachgefragt, da es für&lt;br /&gt;
bestimmte Sortimente mit dekorativem Charakter (v.a. für Innenausbau oder auch Möbel)&lt;br /&gt;
gesucht werden kann. Dies gilt besonders für die Arve, die [[Baumart::Föhre]] und die [[Baumart::Douglasie]]. Im bereits&lt;br /&gt;
abgestorbenen Zustand eingewachsene Äste hinterlassen im Holz aber sogenannte Tot-,&lt;br /&gt;
Schwarz- oder Ausfalläste, die nur schlecht mit dem Holzkörper verwachsen sind, oft von&lt;br /&gt;
selbst in geschnittenem Holz herausfallen und damit Löcher hinterlassen und deshalb schon&lt;br /&gt;
vorsorglich vom Tischler oder Schreiner entfernt werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die Totastverlierer&lt;br /&gt;
*die Totasterhalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.16.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.16&#039;&#039;&#039;: Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die Totasterhalter und die Totastverlierer. &lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Totastverlierern werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  Totastverlierer weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den Totasterhaltern die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Butin und Kowalski (1983,1986)[[Referenz::Butin und Kowalski;1983;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1983: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen. I. Die Pilzflora der Buche (Fagus silvatica). Eur. J. for. Path. 13: 322-334.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Butin und Kowalski;1986;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Butin, H., Kowalski T., 1986: Die natürliche Astreinigung und ihre biologischen Voraussetzungen.&lt;br /&gt;
III. Die Pilzflora von Ahorn, Erle, Birke, Hagebuche und Esche. Eur. J. for. Path. 16, 3: 129-138.&amp;lt;/ref&amp;gt; gezeigt haben, sind diese Unterschiede auch auf verschiedene Arten der Zersetzung der Äste durch Pilze zurückzuführen. In diesem Prozess wirken zahlreiche, holzzersetzende Pilze, die auf verschiedene Art vorgehen. Die kleinen, noch nicht verkernten Äste werden von Basidiomyceten besiedelt. Sie verursachen dort eine Weissfäule, welche das Lignin zersetzt und sich im ganzen Ast ausbreitet. Dadurch wird die Stabilität eines toten Astes derart geschwächt, dass der ganze Ast aufgrund des Eigengewichts an seiner Basis, d.h. am Astansatz, abbrechen kann. Weil je nach Astdicke unterschiedliche Pilzarten involviert sind, hängt auch der Abbauprozess von der Dicke der jeweiligen Äste ab. So werden z.B. bei der [[Baumart::Eiche]] die noch nicht verkernten Äste mit einem Durchmesser von über 2 cm von anderen Mikroorganismen besiedelt als die ganz kleinen und dünnen Äste. Die Zersetzung dickerer Äste geht langsamer vor sich und hinterlässt letztlich meist einen Aststummel mit einer Länge von 30 cm bis 1 m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dicke der Äste spielt also eine entscheidende Rolle im Prozess der natürlichen Astreinigung. Dies gilt auch für diejenigen Baumarten, die normalerweise eine gute natürliche Astreinigung aufweisen. Die Förderung bzw. Aufrechterhaltung eines feinen Astwerkes in der Jugendphase durch eine genügend hohe Bestockungsdichte scheint hierzu ein wichtiger Faktor zu sein. Aus mehrerlei Hinsicht soll dabei eine Astdicke von 2 cm nicht überschritten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Astigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Category: Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totast]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
[[Category: Totasterhalter]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=4.3.2_Die_Auslese&amp;diff=3790</id>
		<title>4.3.2 Die Auslese</title>
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		<updated>2017-02-06T17:14:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Konzentration der Produktion auf die bestveranlagten Individuen eines Kollektivs stellt eine der bedeutendsten wertschöpfende Möglichkeit dar. Man konzentriert sich dabei auf diejenigen Bäume mit den besten Stammqualität, ein gutes Wachstum und eine hohe Vitalität. Damit weist die eigentliche &#039;&#039;&#039;Auslese&#039;&#039;&#039; eine der am stärksten begünstigende Wirkung aller Pflegemassnahmen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Prinzip der Auslese leitet sich von der grossen genetisch bedingten individuellen Vielfältigkeit der Formen und des Wuchses innerhalb einer Nachkommenschaft. Diese Vielfalt verleiht den natürlichen Beständen einen grossen ökologischen Vorteil, nämlich eine gute Anpassungsfähigkeit gegenüber verschiedenen Störungen und Risiken, welche einen Bestand während seiner ganzen Lebensdauer heimsuchen können. Waldbauliche Auslese ist grundsätzlich eine &#039;&#039;&#039;phänotypische Auslese&#039;&#039;&#039;, d.h. nach dem Erscheinungsbild, welches das Ergebnis der Veranlagung und seine Expressivität im Kontext der wirkenden Umgebungsfaktoren&lt;br /&gt;
ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Waldbauer benutzt nun die natürliche Formmannigfaltigkeit gezielt zur Erreichung der Ziele einer bestmöglichen Wertschöpfung. Dies ist bezüglich der Erhaltung des genetischen Pools unproblematisch, sofern die Wahlkriterien auf genügenden adaptiven Genen basieren. Die früher kontroversierte Frage, ob die Pflegeeingriffe die genetische Struktur einengen, ist mittlerweile geklärt, zumindest für den Charakter Wachstumsfreudigkeit, deren Förderung wie Lauber et al. (1997)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Lauber et al.;1997;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.).&lt;br /&gt;
Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lauber, U., Rotach, P., Hussendörfer, E., 1997: Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die genetische Strukturen eines Buchen-Jungbestandes (Fagus sylvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. 148, 11: 847-862.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
bzw. Geburek et al. (1993)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Geburek et al.;1993;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Geburek, Th., Thurner, G., 1993: Verändert sich der Genpool von Waldbeständen durch forstwirtschaftliche Massnahmen? Cbl. Ges. Forstwes. 110, 2:49-62.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
gezeigt haben, zu keiner genetischen Verarmung führt, weil Wuchskraft mit Heterozygotenanteil korreliert ist, so dass die zu fördernden Anwärter auch diejenigen mit der günstigen Rekombinationschancen der Gene sind. In der Natur übrigens sind es auch diese Heterozygoten, in der Regel die kräftigsten Bäume,&lt;br /&gt;
welche sich durchsetzen. Dabei gibt es offensichtlich gewisse Ausnahmen ([[Baumart::Weisstanne]], nach Hussendörfer, 2001)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer;2001;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba&lt;br /&gt;
Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., 2001: Beiträge zum Thema: Nachhaltigkeit genetischer Variation durch naturnahe Waldwirtschaft; dargestellt am Beispiel der Weisstanne (Abies alba Mill.). Habilitationsschrift, ETHZ, Zürich, 135 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ob es auch für die Stammqualität gilt, ist noch nicht genügend geklärt. Hinweise deuten darauf hin, dass Phänomene wie rhythmisches Wachstum auch mit Überhang an Heterozygoten verbunden ist (Hussendörfer et al.,1996)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Hussendörfer et al.;1996;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. , 147:785-802.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z.Forstwes. , 147:785-802.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich kann die Auslese nach negativen oder positiven Gesichtspunkten erfolgen. Die &#039;&#039;&#039;negative Auslese&#039;&#039;&#039; erfolgt, indem man hauptsächlich die schlechtveranlagten Individuen eliminiert. Bei einer &#039;&#039;&#039;positiven Auslese&#039;&#039;&#039; hingegen begünstigt und fördert man gezielt die bestveranlagten und bestausgebildeten Individuen eines Kollektivs (siehe dazu Abb. 4.19). Die positive Auslese ist auch wirksamer als die negative Auslese. Sie erlaubt eine bessereKonzentration der Pflege und dies ist bezüglich der Kosten günstig. In den noch sehr jungen Beständen jedoch, wenn die Qualitätseigenschaften im allgemeinen noch nicht genügend stark ausgeprägt sind, während hingegen die Mängel und die fehlerhaften Eigenschaften noch immer leichter zu erkennen sind, weist die negative Auslese Vorteile auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.19.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.19: Die zwei Grundformen der Auslese: die positive und die negative Auslese.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auslesekriterien richten sich nach den Produktionszielen. Es kann grundsätzlich sowohl Stammqualitätseigenschaften wie &#039;&#039;&#039;Wuchsleistung&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Stabilität&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Gesundheit&#039;&#039;&#039; sein. Weil die Natur selbst nach Wuchseigenschaften differenziert, ist die mit waldbaulichen Massnahmen zu verbindende Auslese meistens für die Erreichung einer hohen Wertschöpfung angebracht, allenfalls für die Förderung von Stabilitätseigenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Auslese richtet sich nach der Einschätzung der natürlichen unplanbaren Störungsrisiken (sog. &#039;&#039;&#039;stockastische Faktoren&#039;&#039;&#039;, wie Frost, Bruch usw.) sowie der Ausprägung der auszuwählenden Eigenschaften. Das Ziel besteht darin, eine gute Wertschöpfung in der Schaffung eines qualitativ wertvollen unteren Schafts von ca. 10 m zu erreichen. Eine der Kernfrage dabei ist, wie früh die Auslese erfolgen soll. Sind die unvorsehbaren &#039;&#039;&#039;Risiken hoch&#039;&#039;&#039; (z.B. infolge traumatischer Verzwieselung), soll eher zugewartet werden, bis die untersten 10 m gebildet sind. So erfolgt die Auslese im Normalfall erst richtig in der &#039;&#039;&#039;Stangenholzphase&#039;&#039;&#039;, wenn eine genügend interessante Schaftlänge ausgebildet ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind die &#039;&#039;&#039;Risiken klein&#039;&#039;&#039; für Baumarten, deren Eigenschaften weniger abhängig von den Umweltereignissen sind (d.h. auch mehr aus der Veranlagung hervorkommen) und die Ausprägung von Qualitätsunterschiede gross, soll eher &#039;&#039;&#039;früh ausgelesen&#039;&#039;&#039; werden, so dass die guten Anwärter mehr Durchsetzungschancen erhalten im Konkurrenzkampf. Dies ist der Fall für Baumarten mit grossen genetisch veranlagten Qualitätsunterschieden sowie früh erkennbaren Eigenschaften (wie z.B. bei [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]]). Dann kann die Auslese früher, nämlich in der &#039;&#039;&#039;Dickungsphase&#039;&#039;&#039;, erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Akquisition der Formeigenschaften und die Reaktion der Bestockungen auf den Kollektivwettbewerb unterschiedlich sind, unterscheidet man bezüglich Zeitpunkt und Schwerpunkte der Auslese die folgenden drei grossen Kategorien von Baumarten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Nadelbäume&#039;&#039;&#039;, bei welchen Probleme der Stabilität und Astreinigung im Vordergrund stehen&lt;br /&gt;
*Die &#039;&#039;&#039;Laubbaumarten mit obligatorischer [[Monopode|monopodischer]]&#039;&#039;&#039; Schaftachsenbildung, die aber eine Neigung zu traumatischer Verzwieselung vorweisen, also etwa [[Baumart::Esche]]/[[Baumart::Ahorn]], die sonst eine gute Selbstdifferenzierung haben. Bei dieser Gruppe steht die Bildung eines genügend langen Schaftes von etwa 10 m (evt. mehr) im Vordergrund&lt;br /&gt;
*Die Baumarten mit &#039;&#039;&#039;[[Sympode|sympodischen]] Tendenzen&#039;&#039;&#039;, also [[Baumart::Buche]]/[[Baumart::Eiche]]/[[Baumart::Linde]], bei welchen die frühzeitige Auslese nach dem Phänotyp der Wipfelschäftigkeit entscheidend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Qualitätskriterien&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hiebsreife liegt der grösste Anteil des Holzwertes im unteren Stammteil. Dies gilt in ausgesprochener Weise für Laubhölzer. Wie Abb. 4.20 zeigt, sind die Wertrelationen zwischen Stammholz (als Rundholz oder Nutzholz verwertbare untere Stammteil) und Wert bei Koniferen und Laubholz ähnlich. Circa 90 % des Wertes wird vom unteren Stammteil produziert. Für den unternehmerischen Erfolg interessiert uns heute nur dieser Teil, da die Industriesortimente kaum kostendeckend gewonnen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Unterschied zwischen Nadelhölzern und Laubhölzern liegt im restlichen schlecht verwertbaren Anteil an Koppelprodukten (Industrie- oder Energieholz). Dieser Teil macht massenmässig etwa 15 bis 20 %, bei Koniferen 30 bis unter Umständen 50 % der anfallenden Masse bei Laubhölzern aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Bäume, die nur mittlere oder gar schlechte Qualität erreichen, lohnen sich teurere wertschöpfende Waldbaumassnahmen nicht, wenn einmal die Phase der Auslesemöglichkeiten verpasst wurde. Darum ist es einerseits relevant zu wissen, welche die gewünschten Qualitäts eigenschaften sind und andererseits, welche von der waldbaulichen Behandlung beeinflusst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.20.png|750px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.20: Verteilung von Volumen und Wert in einem hiebsreifen Nadel- bzw. Laubbaum. (nach Bachmann, 1990)&#039;&#039;&#039;[[Referenz::Bachmann;1990;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Bachmann, P., 1990: Produktionssteigerung im Wald durch vermehrte Berücksichtigung des Wertzuwachses. Ber. Eidg. Forsch. Anst. Wald Schnee Landsch. Nr. 327, 73S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich unterscheiden wir bezüglich Qualitätskriterien zwischen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*phänischen Eigenschaften (also äusserlich sichtbaren). Es geht hier primär um die&lt;br /&gt;
Schaffung des untersten Schaftteils sowie um die Astreinigung,&lt;br /&gt;
*innere Eigenschaften (Holzbeschaffung),&lt;br /&gt;
*unerträgliche Fehler, die sobald erkennbar als negative Auslesekriterien gelten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewiss ist es zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich zu versichern, dass die heute geltenden Qualitätskriterien der Holzsortimente bis zum Zeitpunkt ihrer Ernte und ihres Verkaufs in 80 bis&lt;br /&gt;
100 Jahren noch die gleichen sein werden. Es gibt aber trotzdem allgemeingültige Holzeigenschaften, welche generell für Qualitätsholz einigermassen auch langfristig gültig bleiben. Das gilt zum Beispiel für die Regelmässigkeit des Holzkörperbaus (Jahrringe, zentrischer Wuchs, gerade Faser, Astfreiheit usw.) oder für die Erreichung von genügenden Dimensionen. Wobei dieser letzte Punkt beginnt für Koniferen umstritten zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Auslese kann man sich grundsätzlich in erster Linie auf solche allgemein gültigen Eigenschaften stützen. Daneben gibt es aber auch Qualitätskriterien, die sich je nach dem Stand des technologischen Fortschritts und je nach den wechselnden Modeströmungen und Bedürfnissen der Konsumenten verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemein anzustrebenden Stammqualitätseigenschaften für das Kollektiv der Wertträger sind die folgenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Ein unterstes Stammstück mit einer Länge von mindestens 10 m (allenfalls mehr)&lt;br /&gt;
*BHD von mindestens 60 cm (bei Nadelhölzern mässiger Qualität in Zukunft evtl. weniger)&lt;br /&gt;
*gerade und lotrechte Schaftachse&lt;br /&gt;
*ein runder Stammquerschnitt&lt;br /&gt;
*ab Entwicklungsstufe des schwachen Stangenholzes astfrei&lt;br /&gt;
*weder bedeutende Fehler, Krankheiten oder irgendwelche Verletzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bedeutung der Astigkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Astfreies Holz – ist das überhaupt erste anzustrebende Qualitätskriterium. Weil die Baumartengruppen bezüglich natürlicher Astreinigung auch unterschiedliche Reaktionsmuster aufweisen, muss man auch die Werteigenschaften unterschiedlich gewichten. Die Erreichung des Zieles, einen grossen Anteil an astfreiem Holz zu produzieren, ist in sehr hohem Mass von der Lebensdauer der Äste abhängig und von der Zeit, um die Astabbruchstellen zu überwallen. Nach Schulz (1961)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1961;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1961: Die Beurteilung der Qualitätsentwicklung junger Bäume. Forstarchiv 32, 5: 89-99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
sollte für eine Produktion von Holz mit Spitzenqualität ein einwandfreies unterstes Stammstück angestrebt werden, das mindestens 50 % astfreies Holz enthält. Um dieses Ziel zu erreichen, darf der zentrale astige Kern des Stammes einen Drittel des gesamten Durchmessers nicht übersteigen. Das bedeutet, dass bei den Auslesebäumen die Äste&lt;br /&gt;
zumindest bis auf eine Höhe von vier Metern verschwunden sein bzw. entfernt werden müssen, was bei Nadelbäumen bei einem Brusthöhendurchmesser (BHD) von 12 cm, bei Laubbäumen bei einem BHD von 15 cm der Fall zu sein bzw. zu geschehen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beobachtungen von Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
über die Lebensdauer von Ästen und die Überwachsungsdauer von Astabbruchstellen bei der [[Baumart::Buche]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Waldföhre]] und der [[Baumart::Fichte]] zeigen, dass bei [[Baumart::Buche]] und [[Baumart::Eiche]], aufgrund einer Lebensdauer und einer anschliessenden Überwachsungsdauer der Äste von je etwa 10 Jahren, das oben formulierte Postulat bezüglich der Qualität auf natürliche Weise erfüllbar ist. Bei der [[Baumart::Föhre]] dagegen, welche die Äste etwa 15 - 25 Jahre lang behält und zusätzlich noch etwa 30 - 40 Jahre für derer Überwachsung benötigt, ist dieses Kriterium nicht mehr erfüllbar. In diesem Fall kann nur durch eine künstliche Asteliminierung das Ziel erreicht werden. Bei der [[Baumart::Fichte]], welche die abgestorbenen Äste noch länger als die [[Baumart::Föhre]] behält, erlaubt die natürliche Astreinigung niemals den gewünschten Anteil an astfreiem Holz zu produzieren. Somit steht fest dass bei Totasterhalter die Wertastung die wichtigste Wertschöpfungsmassnahme überhaupt darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Andere Fehler: Drehwuchs und Holzrisse&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Drehwüchsigkeit stellt einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar, den es frühzeitig zu erkennen gilt. Dabei ist das grösste Problem, dass der Drehsinn der Holzfasern im Laufe des Lebens eines Baumes wechseln kann. Eine Drehwüchsigkeit, die auf die Jugendphase eines Baumes beschränkt ist, betrifft nur den zentralen Teil des Stammes und ist nicht als so schwerwiegend zu betrachten. Im Vergleich dazu ist eine Drehwüchsigkeit, die sich über das ganze Leben eines Baumes hinzieht, insbesondere wenn sie immer denselben Drehsinn aufweist, als schwerwiegenderen Fehler einzustufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung, dass sich die Drehwüchsigkeit von aussen, z.B. anhand des Rindenbildes, gut erkennen lässt, trügt. Die Rinde ist ein Abbild des Jugendkambiums. Inzwischen hat sich der Drehsinn korrigieren können, ohne dass man es von aussen merkt. Eine Drehwüchsigkeit istdann als schwerwiegend zu betrachten, wenn auch der Faserverlauf der äusseren Holzpartien gedreht ist. Sofern man nicht bereit ist, einen Baum absichtlich zu verletzen, lässt sich diese Erscheinung erst an geschlagenem Holz wirklich überprüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Schulz (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
kann ein Drehwuchs von 10 - 15 cm/m’ für eine Klassierung als normale Qualität zulässig sein und ein Drehwuchs von 6 - 8 cm/m’ für eine Klassierung als fehlerfreie Qualität taxiert werden. Drehwuchs hat ebenfalls Auswirkungen auf verschiedene Arten von Holzrissen (siehe Abb. 4.21) Unterschiedliche Risse haben auch nicht die gleiche Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.21.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.21: Verschiedene Holzrisse.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind z.B. kleine Herzrisse und kleine Risse an der Peripherie durch-aus noch als tolerierbare [[Holzfehler]] zu bezeichnen. Frostrisse treten beson-ders bei der [[Baumart::Tanne]], der [[Baumart::Eiche]], der [[Baumart::Ulme]], der [[Baumart::Edelkastanie]], dem [[Baumart::Nussbaum]], und etwas weniger auch beim [[Baumart::Kirschbaum]], der [[Baumart::Esche]] und sogar auch der [[Baumart::Buche]] auf. Frostrisse können, sogar wenn sie relativ stark geöffnet sind, wie übrigens auch die Trockenrisse bei der [[Baumart::Fichte]], noch für eine Klassierung als normale Qualität toleriert werden, wenn die Spaltfläche des Risses vollkommen gerade bzw. eben ist. Wenn sich die Spaltfläche des Risses aber auch nur leicht dreht, so stellt dieser einen schwerwiegenden [[Holzfehler]] dar. Sternförmige Risse und Ringschälen sind, selbst wenn sie sich nur in der Kernzone befinden, als ins Gewicht fallende [[Holzfehler]] zu betrachten. Mit Ausnahme einer&lt;br /&gt;
richtigen Baumartenwahl hat man kaum Möglichkeiten, diese Erscheinung wirksam zu beeinflussen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Krankheiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zur Astigkeit sind die Folgeschäden von Krankheiten und Verletzungen von sekundärer Bedeutung. Es ist jedoch offensichtlich, dass für Qualitätsholz ein gerades, zentriert gewachsenes und nicht zu abholziges unteres Schaftstück auf einer Länge von mindestens 10 m vorhanden sein muss. Während das Kriterium der Abholzigkeit nicht so bedeutend ist, sind Kriterien wie Reaktionsholz (oder Druckholz, sog. [[Baumart::Buche|Buchsholz]]), Verletzungen oder schwerwiegende Krankheiten wie Fäulen, Schleimfluss oder Krebsen erschwerend. Noch entscheidender als die eigentliche Art eines [[Holzfehlers]] ist seine Lage im Stamm bzw. im Holzkörper. Wie man auf einem Stammquerschnitt sehen kann (siehe Abb. 4.22), unterscheidet man diesbezüglich drei Zonen unterschiedlicher Bedeutung. Die in der Kernzone vorkommenden [[Holzfehler]] (wie etwa Mondringe oder Verletzungen) haben keine allzu schwerwiegenden Konsequenzen, sofern sie nicht allzu breit ist. Dies gilt ebenfalls für die Randzone (3), da dieser Teil des Stammes bei der Verarbeitung v.a. Abfälle wie etwa Schwarten liefert. Dies ist der Grund, warum das Auftreten von Klebästen, (etwa bei [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Ulme]], [[Baumart::Linde]] und [[Baumart::Tanne]]) nicht als katastrophal zu betrachten ist, sofern es nicht um alte Klebäste geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb4.22.png|200px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.22: Zonen unterschiedlicher Bedeutung der [[Holzfehler]]:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 1 auftretende Fehler haben volumenmässig keine Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 2 sind die Konsequenzen schwerwiegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zone 3, welches meistens Abfallholz gibt, sind die Konsequenzen geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gewichtung der Qualitätsmerkmale für die Baumartengruppen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist also möglich, die Hauptqualitätsmerkmale nach den drei Holzartengruppen, die wir bei der Diskussion der Akquisition der Schafteigenschaften gebildet haben, zu gewichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Koniferen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Astigkeit steht im Vordergrund. Dieser Faktor kann nur effizient durch eine rechtzeitige künstliche Wertastung gesteuert werden. Andere Eigenschaften sind Vermeidung von Fäulen. Sie sind schwierig vorauszusehen und stehen in Zusammenhang mit Nutzungsfolgen (siehe dazu die Diskussion im Abschnitt [[Phase der Auslese]]). Drehwüchsigkeit ist teilweise früherkennbar und gilt als wichtiges Merkmal einer negativen Auslese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Baumart::Esche]] und andere [[Monopode|monopodisch]] aufgebaute Baumarten mit traumatischen Verzwieselungsrisiken&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Im wesentlichen geht es um Vermeidung von tiefem Zwiesel (tiefer als 10 m) und Vermeidung von altersbedingter Farbkernbildung durch intensive Kronenbefreiung ab Stangenholzstufe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[[Sympode|Sympodisch neigende]] Baumarten ([[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]])&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Die Schaffung eines unverzwieselten Schaftes von zirka 10 m steht in Vordergrund. Die Hauptmassnahme ist also eine frühzeitige Auslese nach diesem Kriterium. Weitere Eigenschaften in Zusammenhang mit Jahrringbildung und Produktionszeit wurden am Fallbeispiel der [[Baumart::Buche]] in Absatz [[Die Produktionsfaktoren: Zeit]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Problem der Reserven&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn im Sinne der Risikoabwägung die definitive Auslese erst dann sinnvollerweise erfolgt, wenn eine genügend hohe Stammachse gebildet ist (10 m), besteht auch später die Gefahr von stockastischen (unfreiwilligen) Ausfällen. Dieses Dilemma kann in der Praxis dadurch gelöst werden, indem man nicht nur die Wertträger des Endkollektivs auswählt, sondern eine gewisse Anzahl zusätzlicher Anwärter (sog. Reservisten). Heute strebt man aus Gründen der Kostenwirksamkeit eher das Prinzip des Ersatzes an, d.h. erst, wenn Bäume nicht mehr taugen, sie als Auslesebäume an Ort zu ersetzen. Früher galt das Prinzip der Ausscheidung eines Mehrfaches an Auslesebäumen als schlussendlich nötig. Wir werden diese Frage im wesentlichen im Abschnitt [[Perverse Wirkungen der Eingriffe]] in Zusammenhang mit der Frage der Raumausnützungsgeometrie angehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Holzfehler]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Die Nutzungsprinzipien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Pflegeeffekte]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Auslese]]&lt;br /&gt;
[[Category:Definition]]&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baumkollektiv]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=4.2.1_Zeit&amp;diff=3789</id>
		<title>4.2.1 Zeit</title>
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		<updated>2017-02-06T17:12:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Auch wenn die Zeit eigentlich nichts kostet und somit als Produktionsfaktor nur ökonomisch von Bedeutung ist, wenn im Produktionsprozess in Form von wertschöpfenden Massnahmen (Arbeit) investiert wird, gehört die Zeit zu den meistanalysierten Einflussgrössen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die bisher geltenden Produktionskonzepte auf die Erreichung grösstmöglicher Wertleistung ausgerichtet waren (Schädelin’sche Konzeption), war die Zeit früher als massgebender Faktor angesehen, und zwar wegen ihrer Wirkung auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Auswahl und Förderung der Stamm- und Holzqualitätseigenschaften,&lt;br /&gt;
*Erreichung von gewünschten Enddimensionen (in etwa 60 cm BHD).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganzen Durchforstungkonzepte wurden entwickelt, um möglichst rasch die ökonomisch interessanten Enddimensionen zu erreichen. Heutzutage kann eine gewisse Kritik an der Schädelin‘schen Konzeption ausgeübt werden. Dabei richtet sich diese Kritik in Wirklichkeit nicht an die Art der Wertschöpfung selbst, sondern an die Vorstellung, dass der ganze Bestand, bzw. alle Bäume den gleichen Produktionszielen zugewiesen werden. Heute streben wir innerhalb der Bestockung eine Differenzierung zwischen Massenproduktion und Wertproduktion an. So entwickelt sich die Vorstellung der situativen Förderung, d.h. dass nur die besten und wertschöpfungstauglichen zu fördern sind. Der füllende Rest bleibt für die Massenproduktion. Es ist aber klar, dass die Erreichung der Wertvermehrungsziele innerhalb günstiger Zeiträume ihre ganze Bedeutung beibehält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Baumarten spielen hier offensichtlich eine entscheidende Rolle. Nicht nur weil sie unterschiedliche Wuchsgänge aufweisen, sondern weil je nach Baumartengruppe die wertbestimmenden Qualitätsfaktoren recht unterschiedlich sind. Zwischen den Baumarten bestehen also erhebliche Unterschiede in der Produktionsdauer, wenn man sie nach wirtschaftlichen Kriterien misst, wie dies in Tab. 4.1 ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Tab4.1.png|700px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tabelle 4.1 : Normale Produktionszeiträume der wichtigsten Baumarten (unter mittleren Produktionsbedingungen)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Baumart::Weide| ]][[Baumart::Pappel| ]][[Baumart::Aspe| ]][[Baumart::Kastanie| ]][[Baumart::Esche| ]][[Baumart::Kirschbaum| ]][[Baumart::Birke| ]][[Baumart::Weymouthsföhre| ]][[Baumart::Schwarzerle| ]]&lt;br /&gt;
[[Baumart::Roteiche| ]][[Baumart::Fichte| ]][[Baumart::Tanne| ]][[Baumart::Douglasie| ]][[Baumart::Bergahorn| ]][[Baumart::Hagebuche| ]][[Baumart::Buche| ]][[Baumart::Waldföhre| ]][[Baumart::Lärche| ]]&lt;br /&gt;
[[Baumart::Eiche| ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche zum Teil erheblichen Unterschiede lassen sich durch Faktoren erklären, die einen Einfluss auf die Alterungsphänomene und dementsprechend auf bestimmte technologische Eigenschaften (Verkernung, Empfindlichkeit gegenüber Fäulebefall) ausüben. Andererseits ist es naheliegend, dass Jahrringbreite und Produktionszeitraum in direktem Zusammenhang stehen, weil sich die Jahrringbreite auch sehr klar von der Waldbehandlung beeinflussen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei bestimmten Baumarten ([[Baumart::Esche]], [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Nussbaum]], [[Baumart::Roteiche]]) haben breite Jahrringe keine technologischen Nachteile zur Folge (Schulz, 1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Für solche ist man daran interessiert, unter Umständen eine aktive Steuerung durch Durchforstung vorzusehen, um möglichst rasch die Hiebsreife (sog. &#039;&#039;&#039;Umtriebszeit&#039;&#039;&#039;) zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei anderen besteht im allgemeinen eine enge Beziehung zwischen schmalen Jahrringen&lt;br /&gt;
einerseits und guten technologischen Eigenschaften andererseits, wie etwa einer geringeren&lt;br /&gt;
Härte (z.B. bei [[Baumart::Eiche]]). Auch sind schmale Jahrringe für einen feinen Holzaspekt z.B. bei&lt;br /&gt;
Messerfurniere gesucht. Im allgemeinen kann gesagt werden, dass bei diesen Baumartengruppe&lt;br /&gt;
schmale Jahrringe eine bessere Qualität und technologische Vorteile bedeuten. Feinere&lt;br /&gt;
Jahrringe stehen jedoch in Zusammenhang mit einer längeren Produktionsdauer und als Folge&lt;br /&gt;
davon auch mit grösseren Risiken (z.B. durch Fäulen). Wirtschaftlich betrachtet können deshalb&lt;br /&gt;
die Nachteile und Risiken einer höheren Produktionsdauer den Vorteil eines besseren Verkaufspreises&lt;br /&gt;
kompensieren oder sogar zunichte machen. Umgekehrt formuliert stellt sich dem&lt;br /&gt;
Waldbauer damit die Frage, wo die Grenze ist, ab welcher die Nachteile, die mit Qualitätseinbussen&lt;br /&gt;
durch breitere Jahrringe verbunden sind, die Vorteile einer kürzeren Produktionszeit&lt;br /&gt;
überschreiten. Diese Frage ist natürlich mit jener zu stellen, inwieweit die Jahrringbreite von der&lt;br /&gt;
waldbaulichen Behandlung beeinflussbar ist (z.B. durch Kontrolle der Bestockungsdichte), oder&lt;br /&gt;
ob sie im wesentlichen einer standörtlich gegebenen Grösse entsprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei allgemeiner Betrachtung kann man behaupten, dass für die Produktion von Qualitätsholz&lt;br /&gt;
weniger die Breite der Jahrringe, vielmehr ihre Regelmässigkeit entscheidend ist. So kann&lt;br /&gt;
man z.B. aus [[Baumart::Fichte|Fichten]], welche in einem Mittelwald herangewachsen sind und deshalb breite&lt;br /&gt;
Jahrringe aufweisen, hochwertiges Furnierholz produzieren; unter der Voraussetzung, dass das&lt;br /&gt;
Holz eine regelmässige Struktur aufweist und frei von Harztaschen ist (Olischläger, 1970)[[Referenz::Olischläger;1970;Olischläger, K., 1970: Untersuchungen über den Wertzuwachs von Fichten nach Aestung Diss.&lt;br /&gt;
Hann. Münden, 127 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Olischläger, K., 1970: Untersuchungen über den Wertzuwachs von Fichten nach Aestung Diss.Hann. Münden, 127 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Baumart::Eiche]] gehört zu den Baumarten, bei welchen eine feine Jahrringstruktur günstig wirkt. Allerdings ist das einstige Stereotyp der drei- oder vierhundertjährigen oder gar noch älteren Eiche mittlerweile nicht mehr so unbestritten, im wesentlichen wegen der Entwicklung von Fäulen. Auch in den bekanntesten Produktionsregionen von Werteichen in Frankreich (Bercé, Bellème oder Tronçais) oder Deutschland (Spessart und die Pfalz), rechnet man heute für dieseBaumart mit Produktionszeiträumen von unter 250 Jahren (Fleder, 1981) &lt;br /&gt;
[[Referenz::Fleder;1981;Fleder, W., 1981: Fourniereichenwirtschaft heute. Qualitätsansprüche, Produktionszeitraum und waldbauliche Folgerungen. Holz-Zentralbl. 107, 98: 1509-1511.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fleder, W., 1981: Fourniereichenwirtschaft heute. Qualitätsansprüche, Produktionszeitraum und waldbauliche Folgerungen. Holz-Zentralbl. 107, 98: 1509-1511.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Ausserdem erlaubt heute der technologische Fortschritt auch, Eichenfurniere zu produzieren mit Jahrringen von 2,5 mm Breite (Schulz, 1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
So formuliert Polge (1973)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Polge;1973;Polge, H., 1973: Qualité du bois et largeur d&#039;accroissement en Forêt de Tronçais. Rev. forest. Fr. 25, 5: 361-370.]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Polge&amp;quot;&amp;gt;Polge, H., 1973: Qualité du bois et largeur d&#039;accroissement en Forêt de Tronçais. Rev. forest. Fr. 25, 5: 361-370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
für Werteichen: „La dureté n’est plus comme autrefois un défaut rédhibitoire pour la fabrication des placages“. (Heute ist für die Herstellung von Eichenfurnieren die Härte, im Vergleich zu früher, nicht mehr ein entscheidendes Hindernis). Auf guten Standorten wie im Schweizerischen Mittelland, ist es ohne weiteres möglich, hochwertiges Eichenholz in Produktionszeiträumen von 160 Jahren mit einem viel aktiveren Waldbau vorzustellen (Kenk, 1980; Schütz, 1979)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Kenk;1980;Kenk, G., 1980: Pflegeprogramm &amp;quot;Werteiche&amp;quot;: Ueberlegungen zu einem Betriebszieltyp. MELU Stuttgart. Nr. EM-8-80: 89-116.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Kenk, G., 1980: Pflegeprogramm &amp;quot;Werteiche&amp;quot;: Ueberlegungen zu einem Betriebszieltyp. MELU Stuttgart. Nr. EM-8-80: 89-116.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Referenz::Schütz;1979;Schütz, J.-Ph., 1979: Le chêne est-il devenu l&#039;enfant pauvre de notre sylviculture? Schweiz. Z. Forstwes. 130, 12: 1047-1070.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schütz, J.-Ph., 1979: Le chêne est-il devenu l&#039;enfant pauvre de notre sylviculture? Schweiz. Z.Forstwes. 130, 12: 1047-1070.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dies gilt vor allem für die Stieleiche, welche sich als ausgezeichnete Art für gut wasserversorgte [[Baumart::Buche|Buchenstandorte]] eignet (Mühlhäusser, 1978)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Mühlhäusser;1978;Mühlhäusser G., 1978: Werteichen-Standorte in Baden-Württemberg. Allg. ForstZ. 33, 38: 1090-1093.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mühlhäusser G., 1978: Werteichen-Standorte in Baden-Württemberg. Allg. ForstZ. 33, 38: 1090-1093.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überdies, wie die Arbeiten von Polge (1973)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Polge;1973;Polge, H., 1973: Etat actuel des recherches sur la qualité du bois de hêtre. Bull. techn. Off. Nat. For. No. 4: 13-22.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Polge&amp;quot;&amp;gt;Polge, H., 1973: Etat actuel des recherches sur la qualité du bois de hêtre. Bull. techn. Off. Nat. For. No. 4: 13-22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
gezeigt haben, wird die Holzdichte, oder genauer gesagt die Leichtigkeit des Holzes, nicht allein durch die Jahrringbreite bestimmt. So findet man in der Tat innerhalb von Eichenpopulationen einzelne Individuen mit einem Holz, das zwar zwei, oder sogar drei Millimeter breite Jahrringe aufweist, aber trotzdem eine gute Holzdichte hat und ebenso leicht ist wie das Holz einer klassischen Furniereiche mit Jahrringen von 1 mm Breite (siehe dazu Abb. 4.2.). Diese bemerkenswerte Eigenschaft muss man auf die Fähigkeit einzelner Individuen zurückführen, jährlich eine zweite Reihe von Gefässen (Tracheen) bilden zu können. Die Kombination von breiten Jahrringen, d.h. relativ kurze Produktionszeit mit Qualitätsleistung, lässt von Eichen mit Furnierqualität bei einer Produktionsdauer von nur gerade 120 Jahren träumen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem der Jahrringbreite besteht in analoger Weise für die [[Baumart::Waldföhre]]. Bei dieser Baumart erwartet man auch vom Wertholz die Erfüllung von gewissen Feinheitskriterien. Aber trotzdem weist eine zu lange Produktionsdauer Nachteile im Zusammenhang mit dem Aufkommen von Fäulen auf, welche sich vor allem vom Wipfel des Baumes (sog. Kienzopf) oder von den Wurzeln her entwickeln und mit zunehmendem Alter immer grösser werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_4.2.png|450px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 4.2: Zusammenhang zwischen Rohdichte des Holzes und Jahrringbreite bei [[Baumart::Eiche|Eichen]]. (nach Polge, 1973)&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
[[Referenz::Polge;1973;Polge, H., 1973: Etat actuel des recherches sur la qualité du bois de hêtre. Bull. techn. Off. Nat. For. No. 4: 13-22.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Polge&amp;quot;&amp;gt;Polge, H., 1973: Etat actuel des recherches sur la qualité du bois de hêtre. Bull. techn. Off. Nat. For. No. 4: 13-22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was nun bei [[Baumart::Eiche]] und [[Baumart::Föhre]], zwei langlebigen Baumarten mit vollkommener Verkernung zutrifft, gilt aber nicht gezwungenermassen für alle anderen Baumarten. Ganz im Gegenteil: Es gibt einige Baumarten, bei denen die mit der Alterung verbundenen Nachteile derart erheblich sind, dass man möglichst kurze waldbauliche Produktionszeiträume anstrebt. Sie verlangen einen aktiven Waldbau, welcher erlaubt, Holz in angemessenen Dimensionen (BHD über 60 cm) in Zeiträumen von 80 - 90 Jahren zu produzieren. Dies ist z.B. der Fall bei der [[Baumart::Esche]], wegen ihrer Neigung zur Bildung eines ungünstigen fakultativen Farbkernes (auch Braunkern genannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Baumart::Kirschbaum]] und [[Baumart::Kastanie]] gehören zu den Baumarten mit kurzer Umtriebszeit. Im ersten Fall wegen dem Risiko von Fäulen und im zweiten ([[Baumart::Kastanie]]) wegen Ringschäle. Schlussendlich ist bei Baumarten wie [[Baumart::Nussbaum]] oder [[Baumart::Roteiche]] die Jahrringbreite mit keinen Nachteilen verbunden, so dass kurze Produktionszeiträume auch sinnvoll sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Fallbeispiel Buche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fall der [[Baumart::Buche]] ist es wert, besonders erwähnt zu werden: Es besteht eine enge und günstige Beziehung zwischen der Breite der Jahrringe und der Verringerung von Spannungen im Holz. Diese Spannungen sind im wesentlichen ein Phänomen der Alterung, weil sich mit zunehmendem Alter die Holzfasern immer mehr verkürzen, so dass im Zentrum des Stammes eine Druckzone entsteht, während sich an der Peripherie eine Zugzone bildet. Solche Spannungsunterschiede neigen dazu, sich beim Zuschnitt und weil [[Baumart::Buche|Buchenholz]] eine hohe Spaltbarkeit aufweist, auszugleichen. Es bilden sich dann oft bei Ablängen von liegenden Stämmen gravierende Schäden des Aufreissens. Dies gilt besonders für [[Baumart::Buche|Buchenholz]] aus Beständen, welche lange Zeit sehr dicht gehalten wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus besteht ein Zusammenhang zwischen breiten Jahrringen und Verringerung der Drehwüchsigkeit und Verbesserung der Schlagfestigkeit. So wurde eine klare Korrelation zwischen Kronendimensionen und hohen Holzspannungen von (Polge, 1973, 1980, 1981 und Ferrand, 1982)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Polge;1973;Polge, H., 1973: Etat actuel des recherches sur la qualité du bois de hêtre. Bull. techn. Off. Nat. For. No. 4: 13-22.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Polge, H., 1973: Etat actuel des recherches sur la qualité du bois de hêtre. Bull. techn. Off. Nat. For. No. 4: 13-22.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Polge;1980;| ]][[Referenz::Polge;1981;| ]][[Referenz::Ferrand;1982;Ferrand, J.-Ch., 1982: Etude des contraintes de croissance.1ère partie: méthode de mesure sur carottes de sondage. 2ème partie: variabilité en forêt des contraintes de croissance du hêtre (Fagus sylvatica L.). Ann. Sci. For., 39, 2: 109-142; 39, 3: 187-218.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ferrand, J.-Ch., 1982: Etude des contraintes de croissance.1ère partie: méthode de mesure sur carottes de sondage. 2ème partie: variabilité en forêt des contraintes de croissance du hêtre (Fagus sylvatica L.). Ann. Sci. For., 39, 2: 109-142; 39, 3: 187-218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
festgestellt, obwohl diese Autoren auch andere Faktoren wie Standort und Genetik auf die Bildung von Spannungen vermuten bzw. ausweisen. Allerdings konnten Lenz et al. (1959)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Lenz et al.;1959;Lenz, O., Strässler, H.J., 1959: Contribution à l&#039;étude de l&#039;éclatement des billes de hêtre (Fagus sylvatica, L.). Mitt. Schweiz. Anstalt forstl. Versuchswes., 35, 5: 369-411.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lenz, O., Strässler, H.J., 1959: Contribution à l&#039;étude de l&#039;éclatement des billes de hêtre (Fagus sylvatica, L.). Mitt. Schweiz. Anstalt forstl. Versuchswes., 35, 5: 369-411.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
in einer schweizerischen Studie über das Aufreissen von Buchenklötzen die These des positiven Einflusses der Kronengrösse nicht bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus ist bei der [[Baumart::Buche]] die Bildung eines fakultativen Farbkerns ein allgemein bekannter, sehr häufig auftretender [[Holzfehler]], der auch mit den Phänomenen der Alterung verbunden ist. In der Tat nimmt das Risiko der Farbkernentwicklung ab Alter 120 sehr deutlich zu (Knoke und Schulz-Wenderoth 2001)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Knoke und Schulz-Wenderoth;2001;Knoke, T., Schulz-Wenderoth, S., 2001: Ein Ansatz zur Beschreibung von Wahrscheinlichkeit und Ausmass der Farbkernbildung bei Buche (Fagus sylvatica L.). Forstwiss.&lt;br /&gt;
Cbl. 120: 154-172.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Knoke, T., Schulz-Wenderoth, S., 2001: Ein Ansatz zur Beschreibung von Wahrscheinlichkeit und Ausmass der Farbkernbildung bei Buche (Fagus sylvatica L.). Forstwiss. Cbl. 120: 154-172.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Qualitätsfaktoren gehören die Holzspannungen wahrscheinlich zu den schwerwiegendsten Fehlern mit den grössten ökonomischen Konsequenzen. Farbkernbildung ist für die Praxis die offensichtlichste und weitverbreitetste Erscheinung. Sie ist aber im Grunde nicht als echter Fehler anzusehen, weil es zu keinen Veränderungen der Holzeigenschaften führt (von Büren, 1997)&lt;br /&gt;
[[Referenz::von Büren;1997;Büren, S.v., 1997: Der Farbkern der Buche (Fagus sylvatica L.) in der Schweiz nördlich der Alpen. Untersuchungen über die Verbreitung, die Erkennung am stehenden&lt;br /&gt;
Baum und die ökonomischen Auswirkungen. Diss. ETH-Z, Zürich, 178 S.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Büren&amp;quot;&amp;gt;Büren, S.v., 1997: Der Farbkern der Buche (Fagus sylvatica L.) in der Schweiz nördlich der Alpen. Untersuchungen über die Verbreitung, die Erkennung am stehenden Baum und die ökonomischen Auswirkungen. Diss. ETH-Z, Zürich, 178 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Sie bringt wohl Deklassierungen und entsprechende Ertragsverminderungen. Ihre Bedeutung muss aber relativiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich Rotkernbildung und Kronenarchitektur bestehen widersprüchliche Aussagen. Praktische Beobachtungen, dass im Mittelwaldbetrieb erzogene grosse [[Baumart::Buche|Buchen]] auch völlig weiss bleiben, widersprechen anderen Feststellungen, dass [[Baumart::Buche|Mittelwaldbuchen]] besonders häufig verfärbt sind (Becker et al. 1989, Höwecke und Mahler, 1991)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Becker et al.;1989;Becker, D., Freist, H., Ollgard, M., 1989: Zielstärkennutzung und Buchenrotkern. Forst u. Holz 44, 1: 12-14.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Becker, D., Freist, H., Ollgard, M., 1989: Zielstärkennutzung und Buchenrotkern. Forst u. Holz 44, 1: 12-14.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Höwecke und Mahler;1991;Höwecke, B., Mahler, G., 1991 : Untersuchungen zur Farbverkernung bei der Rotbuche (Fagus sylvatica L) in Baden-Württemberg. Mitt. Forstl Versuchs- u. Forschungsanst. Baden Württemberg, Nr. 158 I, 106 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Höwecke, B., Mahler, G., 1991 : Untersuchungen zur Farbverkernung bei der Rotbuche (Fagus sylvatica L) in Baden-Württemberg. Mitt. Forstl Versuchs- u. Forschungsanst. Baden Württemberg, Nr. 158 I, 106 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Um diese für die Festlegung unserer Durchforstungsstrategien entscheidende Frage zu beantworten, müssen wir das Phänomen der Rotkernbildung etwas differenziert analysieren. Wenn man weiss, dass Rotkern sowohl vom Wurzelsystem stammaufwärts (sog. Nasskern oder abnorme Kern nach Seeling, 1992)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Seeling;1992;Seeling, U., 1992 : Abnorme Kernbildung bei Rotbuche (Fagus sylvatica L.) und ihr Einfluss auf holzbiologische und holztechnologische Kenngrössen. Ber. Forschungs-zentr. Waldökosysteme, Reihe A, Nr. 77, 167 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Seeling, U., 1992 : Abnorme Kernbildung bei Rotbuche (Fagus sylvatica L.) und ihr Einfluss auf&lt;br /&gt;
holzbiologische und holztechnologische Kenngrössen. Ber. Forschungs-zentr. Waldökosysteme, Reihe A, Nr. 77, 167 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
vordringen kann, wie von Astbrüchen ausgehend in der umgekehrten Richtung (sog. trockener Rotkern nach von Büren, 1997)&lt;br /&gt;
[[Referenz::von Büren;1997;Büren, S.v., 1997: Der Farbkern der Buche (Fagus sylvatica L.) in der Schweiz nördlich der Alpen. Untersuchungen über die Verbreitung, die Erkennung am stehenden&lt;br /&gt;
Baum und die ökonomischen Auswirkungen. Diss. ETH-Z, Zürich, 178 S.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Büren&amp;quot;&amp;gt;Büren, S.v., 1997: Der Farbkern der Buche (Fagus sylvatica L.) in der Schweiz nördlich der Alpen. Untersuchungen über die Verbreitung, die Erkennung am stehenden Baum und die ökonomischen Auswirkungen. Diss. ETH-Z, Zürich, 178 S.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist der Schluss naheliegend, zumindest für den Trockenrotkern, dass zu mächtig entwickelte Kronen zu grösseren Astbruchrisiken und somit zu vermehrtem Farbkern führen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse der breit ausgelegten Untersuchungen von Susanne von Büren bestätigen den Einfluss der waldbaulichen Behandlung auf die Verminderung des Rotkerns, indem gut bekronte [[Baumart::Buche|Buchen]] tendenziell weniger Rotkern aufweisen. Die Ausprägung dieses Faktors ist aber eher schwach und wird von vielen anderen Faktoren überlagert. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Schaftform einen mitwirkenden Einfluss ausübt, indem wipfelschäftige [[Baumart::Buche|Buchen]] signifikant weniger Rotkern aufweisen als Zwieselschäftige. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Knoke (2002) für Bayern. Das Farbkernrisiko ist im Alter 100 3,7 mal grösser für zwieselschäftige [[Baumart::Buche|Buchen]] gegenüber wipfelschäftigen, bei ansonsten gleicher Faktorenkonstellation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles in allem bleibt festzuhalten, dass der Hauptfaktor für die Verkernung in der Alterung bzw. den starken Dimensionen zu suchen ist. Kurz formuliert haben wir bei der Buche Interesse daran, in Bezug auf die Förderung ausgezeichneten technologischen Eigenschaften, den guten Kompromiss zu finden zwischen Erzeugung von jungen und möglichst genügend dicken [[Baumart::Buche|Buchen]]. Heute werden z.T. sehr aktive Waldbaukonzepte vorgeschlagen, welche darauf hinzielen, die Produktionsziele in einem Zeitraum von 120 Jahren zu erreichen (Pardé und Venet,1981)&lt;br /&gt;
[[Referenz::Pardé und Venet;1981;Pardé, J., 1981: De 1882 à 1976/80 les places d’expérience de sylviculture du hêtre en forêt domaniale de Haye. Rev. For. Fr. 33, No spec. : 41-64.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Pardé, J., 1981: De 1882 à 1976/80 les places d’expérience de sylviculture du hêtre en forêt domaniale de Haye. Rev. For. Fr. 33, No spec. : 41-64.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heutige und zukünftige Bedeutung der Starkhölzer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerdings wird die Kritik seitens der holzverarbeitende Kreise, insbesondere der Sägerindustrie, an der Zukunft von Starkhölzern immer lauter (BUWAL, 1999)&lt;br /&gt;
[[Referenz::BUWAL;1999;Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), 1989: Ergebnisse einer Erhebung über den Aufwand bei der Jungwaldpflege. Möglichkeiten der Pauschalierung. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern, 6p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), 1989: Ergebnisse einer Erhebung über den Aufwand bei der Jungwaldpflege. Möglichkeiten der Pauschalierung. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern, 6p.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Dies gilt interessanterweise für in der Qualität mässige und niederwertige Nadelhölzer und in keiner Weise für die Laubholzproduktion. Als Starkholz werden hier Sortimente mit einem Zopfdurchmesser von mehr als 45 cm oder einer BHD von mehr als 52 cm definiert. Begründet wird diese Kritik mit der Tendenz in der Holzverarbeitung zur Herstellung von standardisierten Produkten aus Rekombination und Verleimung von kurzen Holzelementen statt Massivholz (Bretter); sowie mit neuen Tendenzen in der Holztrocknung. Darüber hinaus ist die Holzverarbeitende Industrie auf neue Verabreitungsprozesse angewiesen, welche eine hohe Schnitt- oder Hobelgeschwind igkeit erlauben. Die Tendenzen gehen diesbezüglich weg von Massivholz und Einzelstückverarbeitung hin zu Normprodukte und Holzrekombination.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Konzentration der Produktion auf starke Dimensionen nach wie vor wirtschaftliche Vorteile hat (dank Massen-Stück-Verhältnis), zumindest bis zur Sägerei, und damit die Produktion-, Nutzungs- und Gewinnungskosten entsprechend wesentlich günstiger anfallen, werden sich in Zukunft die Preisrelationen zwischen mittleren und starken Nadelholzsortimenten zu Ungunsten allzu starker Hölzer ändern. Dies hat insofern einen Einfluss auf die Produktionskonzepte für Nadelhölzer, als die bisherigen Produktionsmodelle von einem grösseren Einfluss der Dimensionen als der Qualität auf die Preisabstufung ausgegangen sind.&lt;br /&gt;
So dürften in Zufunft sowohl die Wirkung der Durchforstung wie auch die Verjüngungszeitpunkte (oder die Produktionsdauer) in Rücksicht auf die neuen Preisgegebenheiten zu revidieren sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Produktionszeitraum]]&lt;br /&gt;
[[Category:Holzfehler]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Die Nutzungsprinzipien]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Produktionsfaktoren]]&lt;br /&gt;
[[Category:Die Produktionsfaktoren: Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Category:Wald]]&lt;br /&gt;
[[Category:Bestand]]&lt;br /&gt;
[[Category:Baum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.2.1_Kronenschluss_und_Beginn_des_Wettbewerbes&amp;diff=3788</id>
		<title>2.2.1 Kronenschluss und Beginn des Wettbewerbes</title>
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		<updated>2017-02-06T17:09:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In der Regel bilden die Bäume eine kompakte Kronenschicht während der Dickungsphase. Der&lt;br /&gt;
sog. &#039;&#039;&#039;Kronenschluss&#039;&#039;&#039; wird dann erreicht. Er stellt ein entscheidendes Ereignis dar, da er den&lt;br /&gt;
Beginn des kollektiven Lebens einerseits, aber auch den &#039;&#039;&#039;Beginn des Wettbewerbes&#039;&#039;&#039; im&lt;br /&gt;
Kronenbereich andererseits anzeigt. Mit zunehmenden Höhen brauchen die Bäume immer&lt;br /&gt;
grössere Kronen und entsprechende Standräume. Bis zum Zeitpunkt des Kronenkontaktes&lt;br /&gt;
müssen sich die Jungbäume einer Pflanzung lediglich gegen die Konkurrenz der Schlagflora&lt;br /&gt;
durchsetzen. Sie konzentrieren ihre Kräfte auf die Entwicklung ihres Wurzelsystems. Das&lt;br /&gt;
Erreichen des Kronenschlusses ist als eher günstig als nachteilig zu betrachten. Mit der&lt;br /&gt;
Entstehung eines geschlossenen Kronenschirmes wird verhindert, dass die Sonnenstrahlung&lt;br /&gt;
direkt auf den Boden gelangt, und es wird ein Mikroklima geschaffen, das eine auf die Pflanzen&lt;br /&gt;
und die biologische Aktivität günstig wirkende Luftfeuchtigkeit erzeugt. Zahlreiche Beobachtungen&lt;br /&gt;
zeigen, dass die Jungbäume nach Erreichen des Kronenschlusses schneller wachsen&lt;br /&gt;
als breitständige vergleichbare Pflanzungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Kronenschluss beginnt aber der Wettbewerb zwischen den Individuen. Er nimmt umso&lt;br /&gt;
stärker zu, je schneller der Höhenzuwachs ist. Der Wettbewerb ist am stärksten, wenn der&lt;br /&gt;
Höhenzuwachs kulminiert, was in etwa in der Entwicklungsstufe des Stangenholzes der Fall ist.&lt;br /&gt;
Der Wettbewerb und allenfalls genetisch bedingte Wuchsunterschiede führen zu einer sozialen&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Differenzierung&#039;&#039;&#039; innerhalb des Kollektives. Sie fällt umso ausgeprägter aus, je stärker der&lt;br /&gt;
Wettbewerb ist und je länger dieser schon andauert. Diejenigen Individuen, die schon zu&lt;br /&gt;
Beginn der einsetzenden Konkurrenz eine deutlich [[Herrschend|herrschende]] [[Soziale Stellung nach Kraft|soziale Stellung]] haben,&lt;br /&gt;
belegen auch die besseren Plätze im ungleichen Kampf um das Licht. Sie haben auch grössere&lt;br /&gt;
Chancen, [[Herrschend|herrschend]] zu bleiben. Sie verhindern damit, dass die weniger begünstigten&lt;br /&gt;
Konkurrenten sie einholen können. Die [[Herrschend|herrschenden]] Bäume müssen aber hinsichtlich ihrer&lt;br /&gt;
Stamm- und Holzqualität nicht gezwungenermassen die bestveranlagten sein. Möglicherweise&lt;br /&gt;
gilt das auch für die potentielle Wuchsleistung[[Referenz::Delvaux;1981;Delvaux, J., 1981: Différenciation sociale. Schweiz. Z. Forstwes. 132, 9: 733-749.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Delvaux, J., 1981: Différenciation sociale. Schweiz. Z. Forstwes. 132, 9: 733-749.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorteile des Wettbewerbs==&lt;br /&gt;
Der Wettbewerb hat aber nicht nur Nachteile. Die Einfassung eines Baumes durch benachbarte&lt;br /&gt;
Mitstreiter hat in erster Linie günstige Auswirkungen, insbesondere auf den Prozess der&lt;br /&gt;
natürlichen Astreinigung. Der Wettbewerb hält also die Stärke der Äste in Grenzen und hindert&lt;br /&gt;
12 Skript Waldbau I Prinzipien der Waldnutzung&lt;br /&gt;
das Astwerk daran, sich allzu kräftig zu entwickeln. Im Bereich 1 der Abbildung 2.5, wo der&lt;br /&gt;
Wettbewerb gering ausfällt, ist seine Wirkung eher als vorteilhaft zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category: Wettbewerb]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Totast]]&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<title>Totast</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Totast]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Mangelnde Geradschaftigkeit</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Mangelnde Geradschaftigkeit]]&lt;br /&gt;
[[Category:Holzfehler]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;[[Category:Schlechte Form]]&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Klebast]]&lt;br /&gt;
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		<title>Astigkeit</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Astigkeit]]&lt;br /&gt;
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		<title>Astreinigung</title>
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		<updated>2017-02-06T17:00:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die Totastverlierer&lt;br /&gt;
*die Totasterhalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.16.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.16&#039;&#039;&#039;: Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die Totasterhalter und die Totastverlierer. &lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Totastverlierern werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  Totastverlierer weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den Totasterhaltern die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Totasterhalter]]&lt;br /&gt;
[[Category:Totastverlierer]]&lt;br /&gt;
[[Category:Totast]]&lt;br /&gt;
[[Category:Astigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=Astreinigung&amp;diff=3780</id>
		<title>Astreinigung</title>
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		<updated>2017-02-06T16:58:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Gemäss ihrer Veranlagung zum natürlichen Abstossen der Äste und demzufolge der Art und Weise der natürlichen Astreinigung bzw. der Überwallung der Äste, gibt es nach [[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Güteklassen des Stammholzes und ihre Abgrenzung gegeneinander. Holz-Zbl. 85, 57: 753-757.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwei grundverschiedene Kategorien von Baumarten ([[Bild::Abb 2.16|Abb. 2.16]]), nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*die Totastverlierer&lt;br /&gt;
*die Totasterhalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.16.png|400px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.16&#039;&#039;&#039;: Die zwei Typen der Astreinigung bei den Bäumen: die Totasterhalter und die Totastverlierer. &lt;br /&gt;
[[Referenz::Schulz;1959;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schulz, H., 1959: Untersuchungen über Bewertung und Gütemerkmale des Eichenholzes aus verschiedenen Wuchsgbieten. SchrReihe forstl. Fak. Univ. Göttingen 23, 90 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Burschel und Huss;1987;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burschel, P., Huss J., 1987: Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis.Pareys Studientexte 49. Parey, Hamburg &amp;amp; Berlin, 352 S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Totastverlierern werden die abgestorbenen Äste auf natürliche Weise abgeschottet und die Astreinigung erfolgt sobald die Äste dürr geworden sind. Sie fallen in einem Stück unter ihrem Eigengewicht, nachdem eine Trennungszone im Holz  oder Wundholzzone) ausgebildet wird, welche das Eindringen von pathogen holzabbauenden Mikroorganismen verhindert[[Referenz::Gelinski;1933;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Gelinsky, H., 1933: Die Astreinigung der Rotbuche. Z. Forst. U. J.wes. 65, 6: 289-322.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zu dieser Kategorie gehören namentlich [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]] und die meisten anderen Laubhölzer sowie die [[Baumart::Lärche]].  Totastverlierer weisen in der Regel eine in Bezug auf Wertholzproduktion befriedigende und rechtzeitige natürliche Astreinigung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu verbleiben bei den Totasterhaltern die abgestorbenen Äste lange Zeit als Stummel am Stamm, werden von diesem überwachsen, und damit hinterlassen sie im Holz die oben erwähnten Schwarzäste. Zu dieser Gruppe gehören die meisten  Coniferen, namentlich [[Baumart::Fichte]], [[Baumart::Tanne]], [[Baumart::Föhre]], [[Baumart::Douglasie]] sowie folgende Laubholzarten: [[Baumart::Kirschbaum]], [[Baumart::Pappel]] und [[Baumart::Roteiche]]. Die Wertastung gehört für diese Baumart zu den wichtigsten Wertvermehrungsmassnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Astreinigung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Totasterhalter]]&lt;br /&gt;
[[Category:Totastverlierer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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	<entry>
		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.3.2_Prozesse_zur_Bildung_der_Schaftform&amp;diff=3779</id>
		<title>2.3.2 Prozesse zur Bildung der Schaftform</title>
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		<updated>2017-02-06T16:56:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Viele Baumarten bilden praktisch immer eine durchgehende dominante Schaftachse aus.&lt;br /&gt;
Praktisch alle Koniferen und Laubbaumarten wie z.B [[Baumart::Esche]], [[Baumart::Ahorn]], [[Baumart::Kirschbaum]] gehören zum&lt;br /&gt;
Typ des [[Monopode|monopodialen Schaftbaus]] (siehe [[Bild::Abb 2.11.png|Abb. 2.11]]). Die Wipfelschäftigkeit kommt von einer&lt;br /&gt;
hohen apikalen Dominanz der Meristeme, welche eine starke Hierarchie zwischen Endknospe&lt;br /&gt;
und Seitenknospe, bzw. End- und Seitentriebe bestimmt. Das führt zur sylleptischen&lt;br /&gt;
Schaftarchitektur, d.h. eine klare hormonell gesteuerte Wuchshierarchie zwischen Gipfel- und&lt;br /&gt;
Seitentrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits gibt es viele Baumarten, die immer [[Sympode|sympodisch]] verzweigen. In der Regel sind das&lt;br /&gt;
tropische Baumarten. Dieser Typ entsteht, nachdem die Fruktifikationstriebe im Jahr nach der&lt;br /&gt;
Fruktifikation absterben und führen dazu, dass unterliegende Knospen Ersatztriebe bilden. Je&lt;br /&gt;
nach apikaler Dominanz entwickeln sich pro Achse zwei Ersatztriebe gleich stark und führen&lt;br /&gt;
dann zu einer Kandelaberform (echter [[Sympode|Sympod). Unechte [[Sympode|Sympoden]] entstehen, wenn&lt;br /&gt;
Gipfeltriebe nur ausnahms- und zufallsweise ausfallen, z.B. unter Frostbeschädigung oder&lt;br /&gt;
Wildverbiss. Auch [[Sympode|sympodisch]] veranlagte Gewächse können zu einer wipfelschäftigen&lt;br /&gt;
[[Stammmorphologie|Stammform]] (sog. akrotone Form) kommen, wenn einer der Seitentriebe sofort die Führung&lt;br /&gt;
übernimmt und die anderen sich zurückbilden (siehe [[Bild::Abb 2.13.png|Abb. 2.13]]). Umgekehrt bleibt der [[Sympode|Sympod]]&lt;br /&gt;
(Zwiesel) viel länger, ja ständig bestehen, wenn die apikale Dominanz schwach ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: Abb_2.11.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.11&#039;&#039;&#039;: Die zwei Grundtypen der&lt;br /&gt;
[[Stammmorphologie]]: [[Monopode]] und&lt;br /&gt;
[[Sympode]]. [[Referenz::Crabbé;1987;Crabbé, J., 1987: Aspects particuliers de la morphogénèse caulinaire des végétaux ligneux et introduction à leur étude quantitative. Bruxelles: IRSIA, 116 p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Crabbé, J., 1987: Aspects particuliers de la morphogénèse caulinaire des végétaux ligneux et introduction à leur étude quantitative. Bruxelles: IRSIA, 116 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Wald]]&lt;br /&gt;
[[Category:Entwicklungs- und Bildungsprozesse]]&lt;br /&gt;
[[Category:Morphogenese und Akquisition der Schaftform]]&lt;br /&gt;
[[Category:Prozesse zur Bildung der Schaftform]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einfluss des rhythmischen Wachstums oder Polyzyklismus&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur die Kombination von Verzweigungstyp und apikaler Dominanz erlauben die&lt;br /&gt;
Formbildung voll zu erklären, sondern weitere Phänomene bzw. Einflussfaktoren wie z.B. die&lt;br /&gt;
unterschiedlichen Triebarten. In Wirklichkeit können Baumarten zwei Arten von Trieben bilden,&lt;br /&gt;
wie dies die grundlegenden Arbeiten von Thiébaut und Mitarbeitern über die Schaftmorphologie&lt;br /&gt;
der Buche gezeigt haben [[Referenz::Thiébaut;1985;Thiébaut, B., 1985: Architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica L.) Bull. soc. bot. N. France 38, 1/2: 7-25.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Thiébaut, B., 1985: Architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica L.) Bull. soc. bot. N. France 38, 1/2: 7-25.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Thiébaut;1986;Thiébaut, B., 1986: Approche des hêtres (Fagus silvatica L.): Diversité intraspécifique,&lt;br /&gt;
approche qualitative et quantitative. Naturalia monspeliensia. Colloque international sur l&#039;Arbre 1986: 241-261.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Thiébaut, B., 1986: Approche des hêtres (Fagus silvatica L.): Diversité intraspécifique,&lt;br /&gt;
approche qualitative et quantitative. Naturalia monspeliensia. Colloque international sur l&#039;Arbre 1986: 241-261.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Thiébaut et al.;1985;Thiébaut, B., Cuguen, J., Dupré, S., 1985: Architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica). Can. J. Bot. 63: 2100-2110.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Thiébaut, B., Cuguen, J., Dupré, S., 1985: Architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica). Can. J. Bot. 63: 2100-2110.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Dupré et al.;1986;Dupré, S., Thiébaut, B., Teissier du Cros, E., 1986: Morphologie et architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica L.). Influence du milieu, variabilité génétique. Ann. Sci. forest. 43, 1: 85-102.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dupre&amp;quot;&amp;gt;Dupré, S., Thiébaut, B., Teissier du Cros, E., 1986: Morphologie et architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica L.). Influence du milieu, variabilité génétique. Ann. Sci. forest. 43, 1: 85-102.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es sind dies einerseits die Kurztriebe, welche dem Baum ermöglichen, den Raum zu erschliessen, weil sie im Wesentlichen die Blätter tragen, und andererseits die Langtriebe, welche die Expansion erlauben, d.h. sich auszubreiten und dabei insbesondere auch in die Höhe zu wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beschattung begünstigt die Entwicklung der Kurztriebe in einem Verhältnis von 3:1&lt;br /&gt;
gegenüber Langtrieben. Hingegen bilden [[Baumart::Buche|Buchen]] in vollem Lichtgenuss hauptsächlich Langtriebe&lt;br /&gt;
in einem Verhältnis von etwa 4:1. Damit sich ein Baum gut entwickeln kann, muss er&lt;br /&gt;
wachsen können, wozu er also eine gewisse Lichtmenge braucht. Die Voraussetzungen zur&lt;br /&gt;
Bildung von Kurz- oder Langtrieben sind schon zur Zeit der Differenzierung der Blattanlagen bei&lt;br /&gt;
der Knospenbildung festgelegt, indem unterschiedliche Blattanlagen angelegt werden [[Referenz::Fontaine;1998;Fontaine, F., Druelle, J.-M., Clément, Chr., Burrus, M., Andran, J.-Cl., 1998: Ontogeny of&lt;br /&gt;
proventious epicormic buds in Quercus petraea; I. In the 5 years following initiation. Trees 13: 54-62.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Fontaine, F., Druelle, J.-M., Clément, Chr., Burrus, M., Andran, J.-Cl., 1998: Ontogeny of&lt;br /&gt;
proventious epicormic buds in Quercus petraea; I. In the 5 years following initiation. Trees 13: 54-62.&amp;lt;/ref&amp;gt;. So besitzen Knospen von Kurztrieben keine Seitenknospenanlagen, und die sich daraus ergebenden Triebe können nicht verzwieseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum klaren Verständnis der Entstehung der Schaftarchitekturtypen muss die Rhythmizität des&lt;br /&gt;
Streckenwachstums (oder Polyzyklismus oder Prolepsis) mitbetrachtet werden. Das Phänomen&lt;br /&gt;
der Wachstumsrhythmizität oder des Polyzyklismus ist bei der Sprossbildung die Fähigkeit,&lt;br /&gt;
sukzessive neue Wachstumsschübe zu bilden durch Ansetzen nach einer kurzen intensiven&lt;br /&gt;
Streckenwachstumsphase einer ausruhenden Endknospe, welche eine Wachstumspause verursacht.&lt;br /&gt;
Nach Auflösung der Quieszenz dieser Knospe kommt es zu weiteren neuen&lt;br /&gt;
Streckenwachstumsschüben (in sog. proleptische Triebe oder Johannistriebe). In Jungpflanzen&lt;br /&gt;
auf guten Standorten kann es drei bis vier solche Schübe (oder Wachstumseinheiten)&lt;br /&gt;
geben.&lt;br /&gt;
Die Prolepsis darf als angeworbene Fähigkeit der Gehölzpflanzen zur Kontrolle des Wachstums&lt;br /&gt;
in tropischen Regionen ohne Vegetationswechsel interpretiert werden. Sie ist sehr stark&lt;br /&gt;
ausgeprägt bei den Eichen. Wie Burger (1921) gezeigt hat, ist sie bei der Stieleiche häufiger&lt;br /&gt;
anzutreffen als bei der Traubeneiche. Als fakultativ kommt sie vor bei anderen Baumarten wie&lt;br /&gt;
Buche, Esche, aber auch bei den meisten Koniferen (Fichte, Föhre, Douglasie). Fakultativ&lt;br /&gt;
bedeutet das, dass nicht alle Individuen einer Population Prolepsis aufweisen, und auch nicht&lt;br /&gt;
jedes Jahr, sondern nur, wenn Temperatur und Ernährung günstig sind. Hussendörfer et al (1996)[[Referenz::Hussendörfer et al.;1996;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. , 147:785-802.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hussendörfer, E., Schütz, J.-Ph., Scholz, F., 1996: Genetische Untersuchungen zu phänotypischen Merkmalen an Buche (Fagus silvatica L.). Schweiz. Z. Forstwes. , 147:785-802.&amp;lt;/ref&amp;gt; konnten bei [[Baumart::Buche|jungen Buchen]] nachweisen, dass die Prolepsis mit genetischen Eigenschaften korreliert ist (grösserer Heterozygotanteil). Burger (1926)[[Referenz::Burger;1926;Burger, H., 1926: Untersuchungen über das Höhenwachstum verschiedener Holzarten. Mitt.&lt;br /&gt;
schweiz. Centralanst. forstl. VersWes. 14, 1: 29-158.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Burger, H., 1926: Untersuchungen über das Höhenwachstum verschiedener Holzarten. Mitt.&lt;br /&gt;
schweiz. Centralanst. forstl. VersWes. 14, 1: 29-158.&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigte bei der Buche, dass etwa ein Drittel der Nachkommen in der Jugend Prolepsis aufwiesen. Daneben haben Baumarten wie Pappeln, welche keine Prolepsis aufweisen, ein kontinuierliches Streckenwachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a) Grundmodell; verbindet&lt;br /&gt;
Akrotonie, apikale Dominanz&lt;br /&gt;
und rhythmisches&lt;br /&gt;
Wachstum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) [[Sympode|Sympodisierung]] nach Verlust der apikalen Dominanz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) Syllepsis; Verlust von rhythmischem Wachstum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
d) Plagiotropie nach Verlust des mechanischen Widerstandes&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
e) Basitonie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image: Abb_2.12.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.12:&#039;&#039;&#039; Der Erwerb der Schaftform als komplexes Phänomen verbindet Verzweigungsgrundmuster&lt;br /&gt;
(Schaftverzweigungsarchetyp), rhythmisches Wachstum und apikale Dominanz.&lt;br /&gt;
[[Referenz::Crabbé;1987;Crabbé, J., 1987: Aspects particuliers de la morphogénèse caulinaire des végétaux ligneux et introduction à leur étude quantitative. Bruxelles: IRSIA, 116 p.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Crabbe&amp;quot;&amp;gt;Crabbé, J., 1987: Aspects particuliers de la morphogénèse caulinaire des végétaux ligneux et introduction à leur étude quantitative. Bruxelles: IRSIA, 116 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das rhythmische Wachstum ist ein komplexes, im wesentlichen physiologisch geprägtes&lt;br /&gt;
Phänomen. Dabei steht die apikale Dominanz der Endknospe im Vordergrund. Französische&lt;br /&gt;
Physiologen verbinden diese Fähigkeit mit der Entwicklung der Schuppenanlagen in den&lt;br /&gt;
Knospen[[Referenz::Champagnat et al.;1986;Champagnat, P., Barnola, P., Lavarenne, S., 1986: Quelques modalités de la croissance&lt;br /&gt;
rythmique endogène des tiges chez les végétaux ligneux. In: Colloque international sur l&#039;arbre, Naturalia monspeliensia: 279-302.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Champagnat, P., Barnola, P., Lavarenne, S., 1986: Quelques modalités de la croissance&lt;br /&gt;
rythmique endogène des tiges chez les végétaux ligneux. In: Colloque international sur l&#039;arbre, Naturalia monspeliensia: 279-302.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Barnola et al.;1993;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barnola&amp;quot;&amp;gt;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.&amp;lt;/ref&amp;gt;, aber auch mit weiteren Faktoren wie Ernährung[[Referenz::Barnola et al.;1993;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barnola&amp;quot;&amp;gt;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Nährstoffaufnahme durch die Feinwurzeln [[Referenz::Barnola et al.;1993;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barnola&amp;quot;&amp;gt;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.&amp;lt;/ref&amp;gt;. So erklärt sich ihr fakultatives Vorkommen[[Referenz::Thiébaut;1988;| ]]. Exogene Faktoren haben aber einen unter Umständen erheblichen Einfluss. So ist es ausgewiesen, dass eine gute Belichtung das Vorkommen der Prolepsis fördert[[Referenz::Barnola et al.;1993;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barnola&amp;quot;&amp;gt;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Dupré et al.;1986;Dupré, S., Thiébaut, B., Teissier du Cros, E., 1986: Morphologie et architecture des jeunes hêtres (Fagus silvatica L.). Influence du milieu, variabilité génétique. Ann. Sci. forest. 43, 1: 85-102.| ]]  ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sagheb-Talebi, K., 1995: Study of some caracteristics of young beeches in the regeneration gaps of irregular shelterwood system (Femelschlag). In: Madsen, S.F. (Ed.) - Genetics and silviculture of beech. Forkskningsserien no 11: 105-116.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Sagheb-Talebi;1996;Sagheb-Talebi, K., 1996: Quantitative und qualitative Merkmale von Buchenjungwüchsen (Fagus sylvatica L) unter dem Einfluss des Lichtes und anderer Standortsfaktoren. Beih. Schweiz. Z. Forstwes. Nr. 78. Dr. Thesis ETH-Zürich 203 S + Anh. p.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sagheb-Talebi, K., 1996: Quantitative und qualitative Merkmale von Buchenjungwüchsen (Fagus sylvatica L) unter dem Einfluss des Lichtes und anderer Standortsfaktoren. Beih. Schweiz. Z. Forstwes. Nr. 78. Dr. Thesis ETH-Zürich 203 S + Anh. p.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildung von unterschiedlichen Verzweigungstypen (oder Schaftarchitekturmodellen) als&lt;br /&gt;
Ergebnis der Bildungsprozesse der Schaftachse können erst richtig verstanden werden, wenn&lt;br /&gt;
über die Einflussgrössen Verzweigungstyp und apikale Dominanz noch zusätzlich die&lt;br /&gt;
Wachstumsrhythmik betrachtet wird. Siehe dazu [[Bild::Abb 2.12.png|Abb. 2.12]] nach Crabbé, 1987[[Referenz::Crabbé;1987;rabbé, J., 1987: Aspects particuliers de la morphogénèse caulinaire des végétaux ligneux et introduction à leur étude quantitative. Bruxelles: IRSIA, 116 p.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Crabbe&amp;quot;&amp;gt;Crabbé, J., 1987: Aspects particuliers de la morphogénèse caulinaire des végétaux ligneux et introduction à leur étude quantitative. Bruxelles: IRSIA, 116 p.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Stammmorphologie]]&lt;br /&gt;
[[category:Monopode]]&lt;br /&gt;
[[Category:Sympode]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<id>http://students.siwawa.org/index.php?title=2.3.3_Das_Ph%C3%A4nomen_der_Zwieselbildung&amp;diff=3778</id>
		<title>2.3.3 Das Phänomen der Zwieselbildung</title>
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		<updated>2017-02-06T16:54:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Auflösung der Stammachse infolge der [[Zwieselbildung|Verzwieselung]] ist das Phänomen, welches für die&lt;br /&gt;
Schaftform am meisten bestimmend ist. Dabei ist es wichtig, die Ursache der [[Zwieselbildung]] in&lt;br /&gt;
Verbindung mit den bereits erklärten Formtypen zu verknüpfen. Es geht auch darum, zu&lt;br /&gt;
verstehen, ob nach einer Verzweigung des Endtriebes, die Auflösung der Schaftachse definitiv&lt;br /&gt;
besteht (sog. Dauerzwiesel) oder, unter welchen Umständen sich Zwiesel zurückbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir unterscheiden grundsätzlich, vom Hergang betrachtet, zwei Formen von Zwiesel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der [[Traumatische Zwiesel|traumatische Zwiesel]], von einer äusseren Einwirkung wie Verlust der Endknospe infolge von Wildverbiss, Frost oder Einschlüpfen von Insektenlarven geprägt. Letzteres erfolgt z.B. bei der [[Baumart::Esche]] durch die Einwirkung der  [[Baumart::Esche|Eschen-Miniermotte]] (Prays curtisellus). Dieses Insekt bohrt seine Larven in die Endknospe der [[Baumart::Esche]] ein [[Referenz::Migroet;1956;Miegroet, M., v. 1956: Untersuchungen über den Einfluss der waldbaulichen Behandlung und der Umweltsfaktoren auf den Aufbau und die morphologischen Eigenschaften von Eschendickungen im schweizerischen Mittelland. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 32, 6: 229-370.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Miegroet, M., v. 1956: Untersuchungen über den Einfluss der waldbaulichen Behandlung und der Umweltsfaktoren auf den Aufbau und die morphologischen Eigenschaften von Eschendickungen im schweizerischen Mittelland. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 32, 6: 229-370.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der [[Physiologische Zwiesel|physiologische Zwiesel]] infolge Schwächung der apikalen Dominanz und daran gebunden die gleichwertige Entwicklung von Seitentrieben. Sie erfolgt z.B. bei der [[Baumart::Buche]] nach einer vorübergehende Störung der apikalen Dominanz bzw.  enig ausgeprägte Knospenposition. Dies geschieht beispielsweise bei der Prolepsis, weil die ausruhende Endknospe eine geringere apikalen Dominanz aufweist, weil sie weniger wirksame Knospenschuppen ausbildet[[Referenz::Barnola et al.;1993;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme&lt;br /&gt;
de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme&lt;br /&gt;
de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Traumatische Zwiesel|traumatischen Zwiesel]], oft bei [[Baumart::Esche]] und allenfalls bei [[Baumart::Ahorn]] festzustellen, ist die&lt;br /&gt;
Ursache völlig zufälliger Natur, also unvoraussehbar. Nach Verlust der Endknospe, nach Frost&lt;br /&gt;
oder Minierung durch Larven der [[Baumart::Esche|Eschenmotte]], entwickeln sich bei den Baumarten mit&lt;br /&gt;
gegenständigen Knospen zwei gleichwertige Ersatztriebe, die sich normalerweise nicht&lt;br /&gt;
rechtzeitig zurückbilden. Sie führen meistens zur definitiven Auflösung der Schaftachse, also&lt;br /&gt;
zur Bildung von Dauerzwiesel. Weil nicht voraussehbar, kann die Abwehr nur darin bestehen,&lt;br /&gt;
zu warten, bis eine Stammachse von ca. 10 m entstanden ist und auf dem Weg der Auslese&lt;br /&gt;
genügend zwieselsfreie Kandidaten auszuwählen. Bei physiologisch bedingter [[Zwieselbildung]],&lt;br /&gt;
oft zu beobachten bei [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]] ([[Baumart::Ulme]]), stehen physiologische Ursachen im&lt;br /&gt;
Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff axiale Dominanz verstehen wir die Eigenschaften, die zur Bildung leitender&lt;br /&gt;
unverzwieselter Schäfte (oder Wipfelschäftigkeit) führt, unter komplexer Einwirkung mehrerer&lt;br /&gt;
Faktoren[[Referenz::Champagnat;1965;Champagnat, P., 1965: Physiologie de la croissance et de l&#039;inhibition des bourgeons:&lt;br /&gt;
dominance apicale et phénomènes analogues. Encyclopedia of plant physiolog. 15, 1: 1106-1164.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Champagnat, P., 1965: Physiologie de la croissance et de l&#039;inhibition des bourgeons:&lt;br /&gt;
dominance apicale et phénomènes analogues. Encyclopedia of plant physiolog. 15, 1: 1106-1164.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Champagnat;1969;Champagnat, P., 1969: La notion de facteurs de préséances entre bourgeons. Bull. soc. bot. Fr. 116: 323-348.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Champagnat, P., 1969: La notion de facteurs de préséances entre bourgeons. Bull. soc. bot. Fr. 116: 323-348.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Lavarenne et al.;1971;Lavarenne, S., Champagnat, P., Barnola, P., 1971: Croissance rythmique de quelques végétaux ligneux de régions témperées cultivés en chambres climatisées à température élevée et constante et sous diverses photopériodes. Bull. Soc. bot. Fr. 118: 131-162.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lavarenne, S., Champagnat, P., Barnola, P., 1971: Croissance rythmique de quelques végétaux ligneux de régions témperées cultivés en chambres climatisées à température élevée et constante et sous diverses photopériodes. Bull. Soc. bot. Fr. 118: 131-162.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese Eigenschaft hängt sowohl von der genetischen Veranlagung, wie auch von Umweltfaktoren ab. Wichtig ist, dass das Ergebnis früh erkennbar ist (siehe [[Bild::Abb 2.10.png|Abb. 2.10]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurth (1946)[[Referenz::Kurth;1946;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt.&lt;br /&gt;
Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurth&amp;quot;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt.&lt;br /&gt;
Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.&amp;lt;/ref&amp;gt; und später auch Bolvansky (1980/81)[[Referenz::Bolvanski;1980_1981;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bolvanski&amp;quot;&amp;gt;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.&amp;lt;/ref&amp;gt; haben aufgezeigt, dass die Länge des&lt;br /&gt;
letzten Internodiums, d.h. der Abstand zwischen der Endknospe und der obersten Seitenknospe (siehe [[Bild::Abb 2.13.png|Abb. 2.13]], Typ a), ein guter Weiser für die apikale Dominanz ist. Dies wurde später durch zahlreiche physiologische Arbeiten bestätigt[[Referenz::Barnola et al.;1986;Barnola, P., Crochet, A., Payan, E., Gendraud, M., Lavarenne, S., 1986: Modification du&lt;br /&gt;
métabolisme énergétique et de la perméabilité dans le bourgeon apical et l&#039;axe sous-jacent au cours de l&#039;arrêt de croissance momentané de jeunes plants de chêne. Physiol. Vég., 24: 307-314.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Barnola, P., Crochet, A., Payan, E., Gendraud, M., Lavarenne, S., 1986: Modification du métabolisme énergétique et de la perméabilité dans le bourgeon apical et l&#039;axe sous-jacent au cours de l&#039;arrêt de croissance momentané de jeunes plants de chêne. Physiol. Vég., 24: 307-314.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Barnola et al.;1990;| ]]. Die Bildung von doppelten Endknospen bei der [[Baumart::Buche]] (Typen b und c der [[Bild::Abb 2.13.png|Abb. 2.13]]) ist eine Extremform kurzer Endinternodien. Sie führt zur Erhöhung des Risikos einer [[Zwieselbildung|Verzwieselung], insbesondere wenn&lt;br /&gt;
die Endknospen gleiche Grösse aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.13.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.13&#039;&#039;&#039;: Unterschiedliche Knospenstellung bei jungen [[Baumart::Buche|Buchen]] mit von rechts nach links abnehmender apikalen Dominanz. Diese ist in Zusammenhang mit der Kürze der Endinternodien zu stellen. [[Referenz::Bolvanski;1980_1981;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bolvanski&amp;quot;&amp;gt;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;([[Referenz::Kurth;1946;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt.&lt;br /&gt;
Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurth&amp;quot;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bestehen gewisse Gründe anzunehmen, dass Prolepsisbildung die Tendenz zur [[Zwieselbildung]] fördert. Sie führt zur Bildung kürzerer Internodien[[Referenz::Sagheb-Talebi;1986;| ]]. Darüber hinaus spielen die Belichtungsverhältnisse eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Zwieselbildung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Traumatische Zwiesel]]&lt;br /&gt;
[[Category:Physiologische Zwiesel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>147.87.242.193</name></author>
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		<title>2.3.3 Das Phänomen der Zwieselbildung</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;147.87.242.193: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Auflösung der Stammachse infolge der [[Zwieselbildung|Verzwieselung]] ist das Phänomen, welches für die&lt;br /&gt;
Schaftform am meisten bestimmend ist. Dabei ist es wichtig, die Ursache der [[Zwieselbildung]] in&lt;br /&gt;
Verbindung mit den bereits erklärten Formtypen zu verknüpfen. Es geht auch darum, zu&lt;br /&gt;
verstehen, ob nach einer Verzweigung des Endtriebes, die Auflösung der Schaftachse definitiv&lt;br /&gt;
besteht (sog. Dauerzwiesel) oder, unter welchen Umständen sich Zwiesel zurückbilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir unterscheiden grundsätzlich, vom Hergang betrachtet, zwei Formen von Zwiesel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der [[Traumatische Zwiesel|traumatische Zwiesel]], von einer äusseren Einwirkung wie Verlust der Endknospe infolge von Wildverbiss, Frost oder Einschlüpfen von Insektenlarven geprägt. Letzteres erfolgt z.B. bei der [[Baumart::Esche]] durch die Einwirkung der  [[Baumart::Esche|Eschen-Miniermotte]] (Prays curtisellus). Dieses Insekt bohrt seine Larven in die Endknospe der [[Baumart::Esche]] ein [[Referenz::Migroet;1956;Miegroet, M., v. 1956: Untersuchungen über den Einfluss der waldbaulichen Behandlung und der Umweltsfaktoren auf den Aufbau und die morphologischen Eigenschaften von Eschendickungen im schweizerischen Mittelland. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 32, 6: 229-370.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Miegroet, M., v. 1956: Untersuchungen über den Einfluss der waldbaulichen Behandlung und der Umweltsfaktoren auf den Aufbau und die morphologischen Eigenschaften von Eschendickungen im schweizerischen Mittelland. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 32, 6: 229-370.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der physiologische Zwiesel infolge Schwächung der apikalen Dominanz und daran gebunden die gleichwertige Entwicklung von Seitentrieben. Sie erfolgt z.B. bei der [[Baumart::Buche]] nach einer vorübergehende Störung der apikalen Dominanz bzw.  enig ausgeprägte Knospenposition. Dies geschieht beispielsweise bei der Prolepsis, weil die ausruhende Endknospe eine geringere apikalen Dominanz aufweist, weil sie weniger wirksame Knospenschuppen ausbildet[[Referenz::Barnola et al.;1993;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme&lt;br /&gt;
de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Barnola, P., Alatou, D., Parmentier, C., Vallon, C., 1993: Approche du déterminisme du rythme&lt;br /&gt;
de croissance endogène des jeunes chênes pédonculés par modulation de l&#039;intensité lumineuse. Ann. Sci. For. 50: 257 - 272.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Traumatische Zwiesel|traumatischen Zwiesel]], oft bei [[Baumart::Esche]] und allenfalls bei [[Baumart::Ahorn]] festzustellen, ist die&lt;br /&gt;
Ursache völlig zufälliger Natur, also unvoraussehbar. Nach Verlust der Endknospe, nach Frost&lt;br /&gt;
oder Minierung durch Larven der [[Baumart::Esche|Eschenmotte]], entwickeln sich bei den Baumarten mit&lt;br /&gt;
gegenständigen Knospen zwei gleichwertige Ersatztriebe, die sich normalerweise nicht&lt;br /&gt;
rechtzeitig zurückbilden. Sie führen meistens zur definitiven Auflösung der Schaftachse, also&lt;br /&gt;
zur Bildung von Dauerzwiesel. Weil nicht voraussehbar, kann die Abwehr nur darin bestehen,&lt;br /&gt;
zu warten, bis eine Stammachse von ca. 10 m entstanden ist und auf dem Weg der Auslese&lt;br /&gt;
genügend zwieselsfreie Kandidaten auszuwählen. Bei physiologisch bedingter [[Zwieselbildung]],&lt;br /&gt;
oft zu beobachten bei [[Baumart::Buche]], [[Baumart::Eiche]], [[Baumart::Linde]] ([[Baumart::Ulme]]), stehen physiologische Ursachen im&lt;br /&gt;
Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff axiale Dominanz verstehen wir die Eigenschaften, die zur Bildung leitender&lt;br /&gt;
unverzwieselter Schäfte (oder Wipfelschäftigkeit) führt, unter komplexer Einwirkung mehrerer&lt;br /&gt;
Faktoren[[Referenz::Champagnat;1965;Champagnat, P., 1965: Physiologie de la croissance et de l&#039;inhibition des bourgeons:&lt;br /&gt;
dominance apicale et phénomènes analogues. Encyclopedia of plant physiolog. 15, 1: 1106-1164.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Champagnat, P., 1965: Physiologie de la croissance et de l&#039;inhibition des bourgeons:&lt;br /&gt;
dominance apicale et phénomènes analogues. Encyclopedia of plant physiolog. 15, 1: 1106-1164.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Champagnat;1969;Champagnat, P., 1969: La notion de facteurs de préséances entre bourgeons. Bull. soc. bot. Fr. 116: 323-348.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Champagnat, P., 1969: La notion de facteurs de préséances entre bourgeons. Bull. soc. bot. Fr. 116: 323-348.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Lavarenne et al.;1971;Lavarenne, S., Champagnat, P., Barnola, P., 1971: Croissance rythmique de quelques végétaux ligneux de régions témperées cultivés en chambres climatisées à température élevée et constante et sous diverses photopériodes. Bull. Soc. bot. Fr. 118: 131-162.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Lavarenne, S., Champagnat, P., Barnola, P., 1971: Croissance rythmique de quelques végétaux ligneux de régions témperées cultivés en chambres climatisées à température élevée et constante et sous diverses photopériodes. Bull. Soc. bot. Fr. 118: 131-162.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese Eigenschaft hängt sowohl von der genetischen Veranlagung, wie auch von Umweltfaktoren ab. Wichtig ist, dass das Ergebnis früh erkennbar ist (siehe [[Bild::Abb 2.10.png|Abb. 2.10]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurth (1946)[[Referenz::Kurth;1946;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt.&lt;br /&gt;
Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurth&amp;quot;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt.&lt;br /&gt;
Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.&amp;lt;/ref&amp;gt; und später auch Bolvansky (1980/81)[[Referenz::Bolvanski;1980_1981;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bolvanski&amp;quot;&amp;gt;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.&amp;lt;/ref&amp;gt; haben aufgezeigt, dass die Länge des&lt;br /&gt;
letzten Internodiums, d.h. der Abstand zwischen der Endknospe und der obersten Seitenknospe (siehe [[Bild::Abb 2.13.png|Abb. 2.13]], Typ a), ein guter Weiser für die apikale Dominanz ist. Dies wurde später durch zahlreiche physiologische Arbeiten bestätigt[[Referenz::Barnola et al.;1986;Barnola, P., Crochet, A., Payan, E., Gendraud, M., Lavarenne, S., 1986: Modification du&lt;br /&gt;
métabolisme énergétique et de la perméabilité dans le bourgeon apical et l&#039;axe sous-jacent au cours de l&#039;arrêt de croissance momentané de jeunes plants de chêne. Physiol. Vég., 24: 307-314.| ]]&amp;lt;ref&amp;gt;Barnola, P., Crochet, A., Payan, E., Gendraud, M., Lavarenne, S., 1986: Modification du métabolisme énergétique et de la perméabilité dans le bourgeon apical et l&#039;axe sous-jacent au cours de l&#039;arrêt de croissance momentané de jeunes plants de chêne. Physiol. Vég., 24: 307-314.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Referenz::Barnola et al.;1990;| ]]. Die Bildung von doppelten Endknospen bei der [[Baumart::Buche]] (Typen b und c der [[Bild::Abb 2.13.png|Abb. 2.13]]) ist eine Extremform kurzer Endinternodien. Sie führt zur Erhöhung des Risikos einer [[Zwieselbildung|Verzwieselung], insbesondere wenn&lt;br /&gt;
die Endknospen gleiche Grösse aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Abb_2.13.png|600px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Abb. 2.13&#039;&#039;&#039;: Unterschiedliche Knospenstellung bei jungen [[Baumart::Buche|Buchen]] mit von rechts nach links abnehmender apikalen Dominanz. Diese ist in Zusammenhang mit der Kürze der Endinternodien zu stellen. [[Referenz::Bolvanski;1980_1981;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bolvanski&amp;quot;&amp;gt;Bolvansky, M., 1980/81: Einige Ursachen von Gabelung des Stammes bei jungen Buchenindividuen in der Wachstumsphase der Dickung (Tschech.). Acta dendrobiologica 3/4: 199-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;([[Referenz::Kurth;1946;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt.&lt;br /&gt;
Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.| ]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kurth&amp;quot;&amp;gt;Kurth, A., 1946: Untersuchungen über Aufbau und Qualität von Buchendickungen. Mitt. Schweiz. Anst. forstl. VersWes. 24, 2: 581-658.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bestehen gewisse Gründe anzunehmen, dass Prolepsisbildung die Tendenz zur [[Zwieselbildung]] fördert. Sie führt zur Bildung kürzerer Internodien[[Referenz::Sagheb-Talebi;1986;| ]]. Darüber hinaus spielen die Belichtungsverhältnisse eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Zwieselbildung]]&lt;br /&gt;
[[Category:Traumatische Zwiesel]]&lt;br /&gt;
[[Category:Physiologische Zwiesel]]&lt;/div&gt;</summary>
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